Von SP-X, 26.09.2014

Fahrrad-Trends Es gibt auch noch RĂ€der ohne E-Antrieb

Allen Elektrobike-Trends zum Trotz kann man auch ganz normale Bikes kaufen. Allerdings wird die Luft nach oben fĂŒr die Freunde des muskelbetriebenen Rades dĂŒnner.
Fahrrad-Trends Es gibt auch noch RĂ€der ohne E-Antrieb

Es muss nicht immer ein teures E-Bike sein, auch konventionelle Drahtesel bieten Fahrspaß

So schnell Ă€ndern sich die VerhĂ€ltnisse. Die noch vor einigen Jahren als GefĂ€hrte fĂŒr Zeitgenossen mit motorischen EinschrĂ€nkungen in die Nische verbannten E-Bikes oder Pedelecs haben – wenigstens in den gehobenen Preisklassen – die konventionellen „MuskelrĂ€der“ fast schon in eine Nebenrolle gedrĂ€ngt. Das hat die große Fahrradmesse Eurobike gezeigt, wo die RĂ€der mit ElektrounterstĂŒtzung in allen Segmenten auf den StĂ€nden vertreten waren. Doch es gibt sie noch immer – ZweirĂ€der, die allein mit Muskelkraft bewegt werden.

„Die Hersteller haben in den vergangenen Jahren viel Aufwand in die Entwicklung der E-Bikes investiert, und dabei die Brot-und-Butter-RĂ€der ein wenig aus dem Blick verloren“, erklĂ€rt Gunnar Fehlau, Leiter des Pressedienstes Fahrrad vor der Eurobike in Friedrichshafen. Trotz allem gibt es noch immer Hersteller, die sich auf die Basis besinnen, denn schließlich sind die Pedelecs, die bei rund 2.000 Euro beginnen, nicht fĂŒr jedermann erschwinglich. „FĂŒr ein alltagstaugliches Fahrrad sollte man mindestens 500 Euro investieren“, meint Fehlau.

Dass man in dieser Preisklasse durchaus zuverlĂ€ssige Technik kaufen kann, zeigt zum Beispiel das Samana von Winora, das im Herbst bei den HĂ€ndlern stehen wird. FĂŒr 600 Euro liefert der Hersteller ein Alltagsrad mit solider Technik. Als KraftĂŒbertragung wĂ€hlte das Unternehmen die wartungsarme Nexus-Achtgang-Nabenschaltung von Shimano, die mit einer RĂŒcktrittbremse kombiniert ist. FĂŒr Komfort sorgen eine Federgabel vorne und eine gefederte SattelstĂŒtze sowie ein verstellbarer Vorbau, und den Durchblick in der dunklen Jahreszeit liefert ein LED-Strahler mit Standlichtfunktion. Der GepĂ€cktrĂ€ger ist fĂŒr seitliche Packtaschen geeignet, sodass sich mit dem Samana auch Touren unternehmen lassen. Diese AusrĂŒstungsdetails waren bis vor kurzem noch den gehobenen Preisklassen vorbehalten.

In der Preisklasse jenseits der 2.000-Euro-Grenze haben es konventionelle RĂ€der inzwischen schwer, Kunden zu finden, zu groß ist die Versuchung, sich elektrisch unterstĂŒtzt ĂŒber den Berg schieben zu lassen. FĂŒr Reiseradler, die noch auf ihre Muskelkraft setzen und gleichzeitig weniger als 2.000 Euro ausgeben wollen, hat der hollĂ€ndische Hersteller Koga das Modell „Confidence“ entwickelt. Das Rad ist, so meinen die HollĂ€nder, vor allem fĂŒr Mehrtagestouren gedacht und wird nach der Eurobike von Oktober an fĂŒr 1.700 Euro bei den HĂ€ndlern stehen. Das Design ist an die klassischen HollandrĂ€der angelehnt, wirkt dabei aber weniger plump und schwerfĂ€llig. Die Federung ist in die Gabel integriert und bĂŒgelt mit 35 Millimeter Hub die meisten Unebenheiten flach. Falls nicht, hilft die gefederte SattelstĂŒtze weiter. Schalt- und BremszĂŒge sind im Rahmen montiert, und die Verzögerung ĂŒbernehmen hydraulische Felgenbremsen.

In der gehobenen Preisklasse mĂŒssen sich Hersteller einiges einfallen lassen, um ihre „MuskelrĂ€der“ an die Kunden zu bringen. Die Individualisierung des Rades mag da eine erfolgversprechende Methode sein. Viele passionierte Radler trĂ€umen nĂ€mlich von einem maßgeschneiderten Rad, auf dem sie problemlos lange Touren absolvieren können. Diesen Vorstellungen kommt neben anderen Unternehmen die Manufaktur Velotraum nahe, die ihr Reisemodell „Cross 7005 EX“ in zwei RahmenlĂ€ngen liefern, um so eine individuell optimale Sitzposition zu erreichen. Der Rahmen (780 Euro) ist fĂŒr ein Gesamtgewicht von 160 Kilogramm ausgelegt und in 200 RAL-Farben lieferbar. Die Endmontage des Komplettrads erfolgt nach den WĂŒnschen des Kunden. Am Ende kann dann schon mal eine Rechnung von rund 2.800 Euro stehen. DafĂŒr ist man dann aber mit einem einmaligen Rad unterwegs – aber ohne elektrische Nachhilfe.

FĂŒr die Hardcore-GelĂ€ndefahrer hat Haibike das „Freed“ entwickelt, das dank Carbon-Technik vollstĂ€ndig ausgerĂŒstet federleichte neun Kilogramm auf die Waage bringt und in dieser Kategorie jedes E-Mountainbike schlĂ€gt. Beim Design entwarfen die Kreativen der Marke einen Auftritt, der bereits im Stand schnell aussieht. Der Rahmen ist fĂŒr mechanische wie elektronische Schaltungen vorbereitet. Bei der Top-Variante Freed 7,50 (7.000 Euro) kommt die Shimano XTR Di2 mit 22 Schaltstufen zum Einsatz. Die erste elektronische Schaltung fĂŒrs Mountainbike soll nach Werksangaben die Gangwechsel sicherer und geschmeidiger machen. Das FahrvergnĂŒgen mit dem Leichtgewicht beginnt bei 2.800 Euro fĂŒr das Freed 7.30).
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