Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 27.10.2014

Marder Wirkungsvolle Appetitzügler

Es ist wieder Marder-Saison: Zerbissene Kabel, zerfetzte Schläuche, kaputtes Dämmmaterial. Jedes Jahr wieder sorgen Marder für Schäden in zigfacher Millionenhöhe.
Marderbiss Motorschaden Zerbissene Kabel, zerfetzte Schläuche, kaputtes Dämmmaterial

Der Feind des Autofahrers - der Marder

Rund 15.000 liegengebliebene Autos registriert der ADAC Jahr für Jahr aufgrund von Bissen der Marder. Dabei ist es aber nicht der Appetit auf Gummi, der die possierlichen Tierchen immer wieder zum Zubeißen bringt, sondern vielmehr der Geruch des Nebenbuhlers, der sie buchstäblich ausrasten lässt. Marder markieren ihr Revier nämlich – ähnlich wie Hunde – mit Duftmarken. Da sie sich gerne in den verwinkelten und geschützten Motorräumen von geparkten Autos aufhalten, setzen Marder auch hier ihre Duftmarken.

Der Marder markiert sein Revier

Weil Autos aber beweglich sind und nicht immer an derselben Stelle parken, geraten besonders Fahrzeuge von Pendlern oder Vertretern immer wieder in unterschiedliche Marderreviere. Gerade jetzt im Frühjahr und Frühsommer – kurz vor der Paarungszeit – reagieren die männlichen Marder äußerst gereizt, auf den Duft von gleichgeschlechtlichen Rivalen und lassen ihre Wut dann ungebremst an den „duftenden“ Kabeln, Schläuchen und Dichtungen aus. Dabei kann sich der Marder-Schaden sofort bemerkbar machen, indem das Fahrzeug einfach nicht mehr anspringt, oder auch allmählich zum Kollaps führen, wenn zum Beispiel wegen eines defekten Kühlwasserschlauches der Motor überhitzt.

Wer zahlt für den Marder Schaden?

Direkte Schäden an den Kabeln und Schläuchen übernimmt in der Regel die Teilkasko. Die Versicherung trägt dabei allerdings nur die Kosten für das Wechseln der akut beschädigten Teile. Da aber viele, gerade bei der Kasko, eine Selbstbeteiligung von 150 Euro und mehr vereinbart haben, bleiben sie häufig auf den meist niedrigeren Kosten sitzen.

Richtig teure Folgeschäden vom Marder-Biss, wie zum Beispiel ein Motorschaden oder Schäden am Katalysator, die in die Tausende gehen können, sind in der Regel aber nicht über die Teilkasko abgedeckt. Hier bieten die Versicherungen Extra-Konditionen an, die meist auch extra kosten. Wer in einem Marder-Gebiet mit häufigen Schäden wohnt oder mit dem Auto oft den Standort wechselt, der sollte seinen Versicherungsschutz möglichst dahingehend aufzurüsten.

Hilfe gegen den Marder-Biss

Gegen die Bisse vom Marder kursieren viele Tipps und Hausmittelchen, wie zum Beispiel Katzen- oder Hundehaare in Säckchen in den Motorraum hängen, Klosteine, Mottenkugeln und spezielle Abwehrsprays, die es für rund 15 Euro im Handel gibt. Nachweislich richten all diese Bemühungen aber so gut wie gar nichts gegen den Appetit der kleinen Nager aus. Zum einen, weil die für uns unangenehmen Gerüche die Tiere oft gar nicht stören oder sie sich mit der Zeit daran gewöhnen. Zum anderen, weil sie meist nur für eine paar Stunden wirken und mit dem nächsten Regen wieder verschwinden. Hat ein Marder in der Nachbarschaft zugeschlagen oder wurden bereits Marderspuren auf der Kühlerhaube entdeckt, sollte man besser eine Motorwäsche durchführen, um die Duftspuren zu entfernen. Denn beißen tut immer nur der zweite Marder.

Akustische Abwehr des Marder

Es gibt auch spezielle Ultraschallgeräte, die im Motorraum angebracht werden. Sie sollen die Marder mithilfe von sehr hohen Tönen in die Flucht schlagen, die für Menschen nicht hörbar sind. Mit der Zeit gewöhnen sich die Tiere allerdings an die Töne, deshalb sollte man auf Geräte achten, die häufig die Frequenz wechseln können.

Mechanische Marderabwehr

Wirkungsvoller ist eine komplette Abschottung des Motorraums, die einige Autohersteller komplett ab Werk anbieten. Volkswagen zum Beispiel vertreibt eine Schutzvorrichtung, bei der Bürstenvorhänge und ein Blech dem Marder den Zugang verwehren. Das Nachrüstset kostet etwa für den Golf 190 Euro, ist aber nicht für alle Motorisierungen und Modelle verfügbar.

Spezielle Ummantelungen zum Schutz gegen Marderbiss aus Hartkunststoff und Aluminium hält auch der KFZ-Zubehörhandel bereit. Je nach Schutzkabel oder Manschette liegen die Kosten hier jeweils zwischen 20 Euro bis 50 Euro. Aufwändiger, aber preiswerter sind Hartplastikrohre aus dem Baumarkt, die über die Kabel und Schläuche geschoben werden. Dazu muss man allerdings gewisse Heimwerkerfähigkeiten mitbringen.

Besonders einfach und Erfolg versprechend ist es auch, ein Stück Maschendraht flach unter das Auto zu legen. Denn die vorsichtigen Marder haben Angst vor unbekannten Gegenständen und laufen nur ungern darauf herum, da sie Gefahr vermuten. Haben sie allerdings gelernt, dass der Draht harmlos ist, ist auch dieser Erfolg schnell Geschichte. Wer handwerklich geschickt ist, kann den Motorraum damit auch von oben her abschotten. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Elektrische Marder-Abwehr

Das wirksamste Mittel gegen Marder scheint ein Elektroschockgerät zu sein. Dazu werden unten im Motorraum, an den Stelle an denen der Marder hereinkommt, Metallplättchen montiert und diese unter Spannung gesetzt. Berührt der Marder so ein Plättchen, erhält er, ähnlich dem Weidezaunprinzip, einen harmlosen, aber recht unangenehmen Stromschlag, der ihn erschreckt und verjagt. Für Menschen sind die Geräte ungefährlich. Sie kosten rund 150 Euro und sollten in einer Fachwerkstatt eingebaut werden. 
 
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Leserkommentare

 

04.03.2015 16:34 Uhr
erasmus: Marderbiss
Habe im Haus und in der Nachbarschaft Marder.Bei mir im Dachboden wurde die gesamte Dämmung von Mardern zerbissen. Habe elektrische Geräte aufgestellt, Hundehaare ausgelegt, Eier in Fallen gelegt, nichts bringt mir Erfolg. Die Schäden beziffern sich auf einige Tausend Euro. Habe mich nun entschlossen, im Frühjahr, so ich Marder sehe, diese zu erschiessen, auch wenn sie unter Naturschutz stehen.


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