Alternative Mobilität Zehn Fragen zum Elektroauto

K√ľnftig soll es ganz ohne √Ėl gehen. Laut Hersteller soll das Elektroauto die Stra√üe dominieren. Geldsparen.de hat f√ľr Sie die zehn wichtigsten Punkte zusammengestellt.
Alternative Mobilität Zehn Fragen zum Elektroauto

Zuhause an der Steckdose kann man das Elektroauto nicht laden

Bis zum Jahr 2020 sollen eine Million Elektroautos auf deutschen Stra√üen fahren. 2013 wurden aber nur knapp 6.000 reine E-Autos verkauft. Warum? Weil bei vielen Verbrauchern gro√üe Unsicherheit herrscht, wenn es um die neue zukunftsweisende Technik geht. Es besteht noch viel Informationsbedarf. Vor allem Familien treibt immer wieder die Frage um:¬†Wie Sicher ist das Elektroauto √ľberhaupt, wo kann man die Autos der Zukunft "betanken" und kann man mit dem Elektroauto sogar ins Ausland fahren?

Wie weit kommt ein Elektroauto eigentlich?

Neben dem hohen Anschaffungspreis ist die geringe Reichweite eines der gr√∂√üten Probleme von Elektroautos. Diese betr√§gt bei den meisten Fahrzeugen 150 bis 200 Kilometer, was in der Regel f√ľr den t√§glichen Bedarf von Familien gen√ľgt. F√ľr¬† Urlaubsfahrten mit Kind und Kegel eignen sich E-Autos aber noch nicht. Bei schneller Fahrt auf Autobahnen genauso wie bei Minusgraden sinkt der Aktionsradius deutlich.

Darum setzen einige Hersteller auf Reichweitenverl√§ngerer, sogenannte Range-Extender. Das sind kleine Verbrennungsmotoren, die in der Regel keine Verbindung zu den R√§dern haben, sondern lediglich als Generator arbeiten. Bei niedrigem Akkustand springt dieser automatisch an, l√§dt die Batterie und sorgt w√§hrend der Fahrt f√ľr elektrischen Nachschub.

Wo "betankte" ich ein Elektroauto?

Schnellladestationen sind eine Möglichkeit. An so einer Station lässt sich beispielsweise der BMW i3 in weniger als einer halben Stunde auf 80 Prozent Ladestand bringen. An der Schnelladestation fließt Gleichstrom mit einer Spannung von maximal 500 Volt und einer Leistung von bis zu 50 Kilowatt. Im Vergleich: Eine gängige Ladestation mit Wechselstrom hat eine Spannung von 230 Volt (Haushaltsspannung) und maximal 3,6 Kilowatt Leistung, der Ladevorgang dauert bei leerer Batterie je nach Modell sechs bis zehn Stunden. In Deutschland sind Schnelladestationen jedoch noch recht selten.

Was bedeutet „induktives Laden“?

Induktives Laden ist praktisch drahtlose Energie√ľbertragung. Die Energie wird dabei kabellos √ľber ein Magnetfeld im Stra√üenbelag auf einen Empf√§nger im Fahrzeug √ľbertragen. Mit diesem Strom wird dann die Batterie aufgeladen. Im Gegensatz zum kabelgebundenen Laden ist dieses Verfahren platzsparend, verschlei√üfrei und sicher vor Vandalismus. Kosten f√ľr Kabel, Stecker und Geh√§use fallen nicht an. Bislang gibt es aber noch keine geeigneten Fahrzeuge daf√ľr und auch die Technik steckt noch in den Kinderschuhen.

Was bedeutet Hybrid?

Hybrid ist nicht gleich Hybrid. Grunds√§tzlich bedeutet das nur, dass zwei verschiedene Antriebe miteinander kombiniert werden, meist ein Verbrennungs- mit einem Elektromotor. Beim Voll-Hybrid besteht die M√∂glichkeit, kleinere Strecken auch rein elektrisch zur√ľckzulegen. Der Mild-Hybrid hingegen hat ebenfalls zwei Antriebe, der Elektromotor kann das Auto allerdings nicht alleine bewegen. Er nimmt dem Verbrenner lediglich Arbeit ab und senkt so seinen Verbrauch oder stellt in bestimmten Fahrsituationen zus√§tzliche Leistung zur Verf√ľgung.

Eine lukrative Mischform f√ľr Familien aus Elektroauto und reinem Hybrid stellt der Plug-in-Hybrid dar. Seine Batterie kann zus√§tzlich extern √ľber das Stromnetzt geladen werden.
 

Warum benötigt ein Elektroauto sauberen Strom?

Entscheidend f√ľr den tats√§chlichen Beitrag zum Umweltschutz ist die Herkunft des Stroms. Stammt dieser √ľberwiegend aus konventionellen Kraftwerken, ger√§t das Elektro-Auto zur Mogelpackung, da seine Treibhaus-Bilanz nur geringf√ľgig besser ausgef√ľllt ist als die eines konventionellen Autos. Nur wenn der Strom aus regenerativen Energien wie Wind-, Wasser- oder Sonnenkraft stammt, ist er wirklich sauber.

Können Elektroautos auch Spaß beim Fahren bereiten?

Ja, denn das Elektroauto hat im Vergleich zum Pkw mit Verbrennungsmotor den Vorteil, dass sein Drehmoment nahezu sofort verf√ľgbar ist. Selbst kleinere Elektroautos k√∂nnen so sofort die maximale Leistung ihres Motors nutzen und an der Ampel einem Sportler davonziehen. Beispielsweise liegt das Drehmoment des Kleinstwagen Peugeot iOn bei 196 Newtonmetern.
 

Wie lange "lebt" die Batterie des Elektroautos?

Langzeiterfahrungen mit den Hochvoltspeichern gibt es noch nicht. Trotzdem dehnt Nissan die Garantieleistung auf die Stromspeicher seines Leaf: F√ľr f√ľnf Jahre garantieren die Japaner eine Gesamtkapazit√§t von mindestens 75 Prozent des Ursprungswertes. Und BMW verspricht Ersatz, sollte der Akku innerhalb von acht Jahren oder binnen 100.000 Kilometer den Geist aufgeben. Doch wie sich h√§ufiges Nachladen auf Kapazit√§t, Reichweite und Fahrleistungen auswirkt, bleibt abzuwarten. Renault will Erfahrungen √ľber das Ladeverhalten gewinnen und deshalb wird die Batterie des Kleinwagens Zoe auch nur verleast und per eingebauter SIM-Karte fern√ľberwacht.

Welche g√ľnstigeren Alternativen gibt es zum Elektroauto?

Wem ein Elektroauto in der Anschaffung zu teuer ist, der kann sich nach Varianten mit Auto- oder Erdgas umsehen. Autogas oder LPG (Liquefied Petroleum Gas) ist deutlich g√ľnstiger als Kraftstoff: Der Liter kostet derzeit rund 80 Cent. Auch herk√∂mmliche Benzinmodelle k√∂nnen nachtr√§glich auf Gasbetrieb umger√ľstet werden.

Aber nicht nur mit Fl√ľssiggas, sondern auch mit Erdgas lassen sich Fahrzeuge bewegen. Erdgas besteht nicht wie Autogas aus Propangas, sondern aus Methan und ist unter der Bezeichnung CNG bekannt (Compressed Natural Gas). Bis 2018 ist der Treibstoff steuererm√§√üigt.

Was passiert bei der Rekuperation?

Rekuperation ist der Fachbegriff f√ľr R√ľckgewinnung von Energie. Immer wenn ein Fahrzeug bremst, geht viel Energie verloren. Bei der Rekuperation wird ein Teil dieser Energie in Strom umgewandelt und dann in einem Akku oder Kondensator gespeichert um zu einem sp√§teren Zeitpunkt wieder genutzt zu werden. Bei Elektroautos tr√§gt sie unmittelbar zu einer Erh√∂hung der Reichweite bei.

Ist ein Elektroauto gefährlicher als ein herkömmliches Fahrzeug?

Nein, sagen Experten vom ADAC. Der Automobilclub hat in den vergangenen Jahren gleich mehrere Elektroautos einem Crashtest unterzogen.

Ergebnis:
Bei der Sicherheit stehen sie Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselantrieb in nichts nach. Den strengen Crash-Test Euro NCAP bestanden Elektro- und Hybridautos mit Bravour. Das in den USA in Flammen aufgegangene Tesla Model S hatte Bestwerte der US-Verkehrssicherheitsbeh√∂rde bekommen. Die Elektro-Limousine hatte den Angaben des Unternehmens zufolge vor dem Brand ein Metallteil √ľberfahren, das ein gro√ües Loch in den Unterboden riss.

"Eine M√∂glichkeit ist, dass in der Folge des Unfalls ein Kurzschluss einen Schmorbrand in einem Batteriepack ausgel√∂st hat", so die ADAC-Experten. "Kurzschl√ľsse k√∂nnen aber immer passieren, wenn eine energief√ľhrende Leitung besch√§digt wird". Eben auch in einem Wagen mit Verbrennungsmotor. "Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es in keinem Auto." Nach derzeitigem Stand sei ein Elektroauto nicht gef√§hrlicher als ein herk√∂mmliches Fahrzeug. Adele Moser/SP-X

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