Sandra Petrowitz
Ein Beitrag von Sandra Petrowitz, 10.01.2012 (Aktualisiert 16.01.2014)

Fluggebühren Nicht geflogen, Gebühren zurück

Flug verpasst, Ticket verfallen – Billig-Airlines erstatten in solchen Fällen häufig keinen Cent des Flugpreises. Was die wenigsten Reisenden wissen: Sie haben Anspruch auf Erstattung von Steuern und Gebühren, wenn sie ihren Flug nicht antreten. Doch das Geld gibt's nur auf Antrag.
Fluggebühren Flug verpasst Ticket verfallen Geldsparen.de
Grundsätzlich gilt: Für nicht erbrachte Leistungen kann man das Geld zurückfordern. Hintergrund: Gerade bei den Billig-Fluggesellschaften machen Gebühren und Steuern oft einen großen Teil der Gesamtkosten aus. Die Airlines erheben sie zu Gunsten Dritter – zum Beispiel für die Flughäfen. Oft verstecken die Fluggesellschaften auch eigene Kosten unter diesem Oberbegriff, zum Beispiel Kerosinzuschläge.

Welchen Teil der Gesamtkosten der Kunde zurückbekommt, der seinen Flugschein nicht genutzt hat, ist je nach Gesellschaft verschieden (siehe Übersicht auf Seite 3). Steuern und Gebühren sind es in fast jedem Fall. Nicht alle Linien erstatten jedoch auch den Treibstoff-Zuschlag. Besondere Bedingungen gelten etwa bei Condors Sonderangeboten mit besonders niedrigen Preisen: Dort gibt es keine Rückerstattung. Begründung von Condor: Die Airline bezahlt bei diesen Flügen Steuern und Gebühren aus der eigenen Tasche und stellt sie nicht dem Kunden in Rechnung – folglich hat dieser auch keinen Anspruch auf Erstattung.

Sonderregelungen gibt es auch bei der Lufthansa, wenn man Hin- und Rückflug gebucht hat, aber einen der beiden Flüge nicht nutzen will und dafür Steuern und Gebühren zurückfordert. Dann kann das Verlangen nach Gebühren-Rückerstattung zu einer Neuberechnung des Ticketpreises führen und für den Kunden unter Umständen sogar teurer werden. Außerdem hat die Kranich-Linie Mitte März 2010 eine neue Tarifstruktur eingeführt: Lassen Kunden ein besonders günstiges (= nicht erstattbares) Economy-Class-Ticket verfallen, behält die Lufthansa neuerdings neben dem Flugpreis auch die Kerosin- und Sicherheitszuschläge ein. Das kann sich erheblich auf die zurückerstattete Summe auswirken: Allein die Treibstoff-Zuschläge liegen nach der jüngsten Erhöhung im Dezember 2011 bei 28 bis 122 Euro. Flughafengebühren und Steuern gibt's weiterhin zurück.

Wer nichts tut, bekommt auch nichts
Wer nicht geflogen ist und sein Geld zurück haben will, muss selbst aktiv werden. Von sich aus geht keine Gesellschaft auf die Käufer nicht genutzter Flugscheine zu. Meist genügt es inzwischen allerdings, den Antrag relativ unkompliziert per E-Mail oder Post zu stellen. Das dürfte auch das Ergebnis eines Rechtsstreits sein, den der Billigheimer Germanwings im Mai 2010 spektakulär verlor: Er hatte mit einem auf sieben Seiten aufgeblähten Antragsformular, horrender Umständlichkeit (farbiges Formular aus dem Internet herunterladen, ausdrucken, von Hand ausfüllen und "ungeknickt" mit sämtlichen Original-Reiseunterlagen per Post an die Airline schicken) und Gebühren seine Kunden davon abhalten wollen, ihr Recht auf Erstattung von Steuern und Flughafengebühren einzufordern. Dagegen war der Verbraucherzentrale Bundesverband vor Gericht gezogen. Das Landgericht Köln entschied (AZ: 31 O 76/10): Die Gestaltung des Formulars stelle einen "erheblichen Lästigkeitsfaktor" dar, die Vielzahl der Erfordernisse sei ein belastendes, unverhältnismäßiges Hindernis für den Verbraucher, der seine Rechte gelten machen möchte. Das Verhalten von Germanwings stuften die Richter als wettbewerbswidrig ein – und der Billigflieger sah sich gezwungen, das Prozedere erheblich zu vereinfachen. Inzwischen reicht eine E-Mail aus, und die Rückerstattung kostet auch keine Gebühren mehr.

Dennoch sollten verhinderte Fluggäste nach wie vor einige Dinge beachten: Wichtig ist beim Antrag auf Rückerstattung generell die Angabe der Buchungsnummer, und manchmal müssen auch die Tickets oder die Buchungsbestätigung eingereicht werden. Ebenfalls wichtig zu wissen: Die Rückerstattung ist grundsätzlich auch nachträglich möglich – die Ansprüche verfallen erst nach drei Jahren. Ryanair schreibt allerdings vor, dass Anträge auf Rückerstattung der staatlichen Steuern innerhalb eines Monats nach dem gebuchten Reisedatum gestellt werden müssen – beim irischen Billigheimer ist deshalb Eile geboten.
Rückerstattung oft gebührenpflichtig
Ärgerlich: Während die Rückerstattung früher bei vielen Gesellschaften kostenlos vonstatten ging, greifen inzwischen fast alle Fluglinien dem Kunden in die Tasche, wenn er Steuern und Gebühren zurückhaben will. Germanwings möchte dafür 5,50 Euro Gebühr haben; Air Berlin verlangt von Fluggästen, die den günstigeren Spar-Tarif gebucht haben, sogar 25 Euro. Selbst TUIfly, lange eine der letzten Günstig-Airlines mit Gebührenverzicht, kassiert jetzt.

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Sandra Petrowitz mein Name ist Sandra Petrowitz. Als begeisterte Weltenbummlerin kümmere ich mich bei geldsparen.de vorrangig um die Themen Reisen und Mobilität.

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Leserkommentare

 

30.05.2016 19:05 Uhr
peter: Thai erstattung
Hallo Fabian, habe gerade das gleiche Problem wie Du hattest. Wie ist die Sache ausgegangen?Habe für meine Frau(Thailänderin) gebucht Sie muss anders fliegen und ich als Ehemann wollte das Ticket nehmen.Wurde kategorisch abgelehnt. Gruss

26.04.2015 17:47 Uhr
Opodo VORSICHT!: OPODO.de NIE mehr!!!!!
Ich hab bei OPODO einen Flug nach Portugal gebucht und wollte umbuchen=> Ging nicht, da nach der Buchung niemand erreichbar war!

02.03.2015 10:44 Uhr
Fabian: Thailand-Flug nicht angetreten
Hallo zusammen, ich habe eine Flug für zwei Personen von Berlin nach Bangkok über den Anbieter Flugladen.de gebucht. Zum meinem Leidwesen konnte ich den Flug nicht antreten. Eine Namensänderung hat die Airline kategorisch abgelehnt, ärgerlich da Freunde von mir hätten fliegen können. daraufhin habe ich erfahren, dass man grundsätzlich die Steuern zurückfordern kann. Auch im Nachhinein oder muss man das vorm Abflug tun? Von Flugladen.de höre ich seit dem nichts mehr. Die Airline ist im übrigen "Transfer" und die haben einen der unfreundlichen Kundenservices mit denen ich je in Kontakt gekommen bin. Die legen einfach auf sobald es "unangenehm" wird. Habe bereits überlegt einfach den kompletten gezahlten Betrag zurückzuziehen (Kreditkarte) und es drauf ankommen zu lassen. Was denkt ihr? Danke und Gruß Fabian

09.01.2015 09:49 Uhr
Heja: AirBerlin, Finger Weg
27.12.2014 habe ich Rechzeitig den Flug von Hamburg nach Palma gekündigt, Preis 261,73 Rückerstattung am 07.01.2015 5,73 - Ohne Worte


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