Sandra Petrowitz
Ein Beitrag von Sandra Petrowitz, 24.05.2011

Bußgeld im Ausland Andere LĂ€nder, andere Strafen

Wer mit dem Auto im Ausland unterwegs ist, muss damit rechnen, dass die dortigen Verkehrsregeln andere sind als in Deutschland – und die Bußgelder höher. Mit einem Verkehrsverstoß kann man sich den Urlaub verderben oder zumindest ein Ă€rgerliches Loch in die Reisekasse reißen. Wer weiß, worauf er achten sollte, spart sich manch böse Überraschung.
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Das gilt insbesondere ab diesem Jahr, denn da wartet eine unangenehme Neuerung auf alle VerkehrssĂŒnder: Laut ADAC dĂŒrfen ab Oktober 2010 dĂŒrfen nicht bezahlte Bußgelder aus allen 26 EU-LĂ€ndern in Deutschland vollstreckt werden. Das bedeutet: Auch zu Hause kann einen dann einholen, was man sich unterwegs hat zuschulden kommen lassen. Und nicht nur deshalb, weil die Strafen im Ausland fĂŒr viele VerkehrsverstĂ¶ĂŸe deutlich höher sind als in Deutschland, gilt laut ADAC: besser ordentlich fahren als ordentlich zahlen. Sonst vermiest man sich den Urlaub im Nachhinein.

Bußgeld-Niveau:
Wie schon erwĂ€hnt: Die Strafen sind im Ausland vielerorts deutlich höher als bei uns. Das gilt beispielsweise fĂŒr Bußgelder wegen ĂŒberhöhter Geschwindigkeit: Wer in Deutschland 20 km/h zu schnell fĂ€hrt, riskiert maximal 35 Euro Buße. In anderen LĂ€ndern liegen die SĂ€tze deutlich höher, etwa in der Schweiz: Die Eidgenossen kassieren bei 20 Stundenkilometern mehr als erlaubt mindestens 140 Euro. Zu den europĂ€ischen Spitzenreitern zĂ€hlt auch Italien (ab 160 Euro; bei nĂ€chtlicher Raserei fallen die Bußgelder noch um ein Drittel höher aus); in Schweden sind mindestens 270 Euro, in Norwegen sogar mindestens 465 Euro fĂ€llig. Daher empfiehlt es sich, vor Reiseantritt einen Blick auf die wichtigsten nationalen Verkehrsvorschriften des Urlaubslandes zu werfen. Eine Übersicht gibt es zum Beispiel beim ADAC. Dort lĂ€sst sich auch eine Tabelle der Bußgelder herunterladen.

Das kosten VerstĂ¶ĂŸe

Geschwindigkeit: Zu schnelles Fahren gehört laut ADAC zu den hĂ€ufigsten VerkehrssĂŒnden im Ausland – besonders auf Autobahnen. WĂ€hrend in Deutschland fĂŒr viele Autobahnabschnitte keine Höchstgeschwindigkeit festgelegt ist, sind andere LĂ€nder viel strenger. Auf norwegischen Autobahnen gilt bis auf zwei kurze Strecken im Osten des Landes Tempo 90, in Schweden darf man je nach Beschilderung höchstens 110 oder 120 km/h fahren. In den meisten LĂ€ndern – darunter Belgien, die Niederlande, Portugal, die Schweiz, Spanien und die TĂŒrkei – ist fĂŒr Pkw Tempo 120 erlaubt. In vielen weiteren LĂ€ndern gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h.
FĂŒhrerschein-Neulinge sollten sich in Frankreich in Acht nehmen: Dort dĂŒrfen sie auf Autobahnen maximal 110 km/h fahren, wenn sie noch keine zwei Jahre im Besitz der Fahrerlaubnis sind. Innerhalb von Ortschaften fĂ€hrt man mit Tempo 50 auf der sicheren Seite. Das gilt inzwischen auch in der Slowakei, wo man bis Ende 2008 noch mit 60 Stundenkilometern durch Ortschaften fahren durfte. Auf Landstraßen gilt in vielen LĂ€ndern Tempo 80 oder 90.
Wer zu schnell unterwegs ist, riskiert erheblichen Schwund in der Urlaubskasse. Bei mehr als 50 km/h zu viel reichen die Sanktionen von minimal 25 Euro auf Malta ĂŒber mindestens 220 Euro in Ungarn, mindestens 510 Euro in den Niederlanden und mindestens 400 Euro in Kroatien bis zu Strafen von 1500 Euro in Frankreich und Norwegen. In Österreich können maximal 2180 Euro fĂ€llig sein – fĂŒr diese Summe bekommt man schon einen ausgewachsenen Urlaub fĂŒr zwei.

Lichtpflicht: In vielen europĂ€ischen LĂ€ndern besteht tagsĂŒber die Pflicht, das Abblendlicht einzuschalten. Das gilt in Bosnien und Herzegowina, in DĂ€nemark, Estland, Finnland, Island, Italien (auf Autobahnen und außerorts), Lettland, Litauen, Mazedonien, Montenegro, Norwegen, Polen, RumĂ€nien (auf Autobahnen und außerorts), Russland (auf Autobahnen und außerorts), Schweden, Serbien, in der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn (auf Autobahnen und außerorts). In Kroatien besteht Lichtpflicht vom letzten Sonntag im Oktober bis zum letzten Sonntag im MĂ€rz, in Bulgarien vom 1. November bis zum 1. MĂ€rz.
Die Strafen bei Nichtbeachtung dieser Vorschriften sind teils drastisch: WĂ€hrend in DĂ€nemark vergleichsweise gĂŒnstige 67 Euro Bußgeld anfallen, können es in Estland bis zu 190 Euro sein, in Norwegen mindestens 185 Euro. In Frankreich und der Schweiz gibt es ebenso wie in Deutschland nur die Empfehlung, mit Licht zu fahren; daher wird bei Nichtbeachtung dieser Empfehlung auch kein Bußgeld fĂ€llig.

Warnweste: In vielen europĂ€ischen LĂ€ndern sind Fahrer von Pkw und MotorrĂ€dern laut ÖAMTC dazu verpflichtet, eine reflektierende Warnweste anzulegen, wenn sie ihr Fahrzeug nach einem Unfall, einer Panne oder aus sonstigen GrĂŒnden auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften verlassen. Dazu gehören Belgien, Bulgarien, Frankreich, Italien, Kroatien, Luxemburg, Nowegen, Portugal, RumĂ€nien (Fahrzeuge ĂŒber 3,5 Tonnen), die Slowakei, Slowenien, Spanien, Österreich und Ungarn. In Deutschland betrifft die Warnwesten-Pflicht bislang nur gewerblich genutzte Fahrzeuge.
Wer sich nicht an die Vorschriften hĂ€lt, muss sich zum Beispiel in Frankreich auf eine Geldbuße von mindestens 90 Euro einstellen. In Spanien drohen ebenfalls wenigstens 90 Euro Bußgeld, in Italien mindestens 38 Euro, in Ungarn umgerechnet bis zu 105 Euro.

Telefonieren am Steuer: Bei den Strafen fĂŒrs Telefonieren ohne Freisprech-Einrichtung gehören Norwegen und die Niederlande zu den europĂ€ischen Spitzenreitern: Jeweils 150 bzw. 160 Euro sind dort fĂ€llig, wenn man beim Telefonieren erwischt wird. Aber auch in Italien (ab 155 Euro), Belgien (ab 100 Euro), in der Slowakei (bis 135 Euro), in Ungarn (bis 110 Euro), Slowenien (120 Euro) und Portugal (ab 120 Euro) sind dreistellige BetrĂ€ge fĂŒr diesen Fall vorgesehen.
In den meisten LĂ€ndern ist – wie in Deutschland – das Telefonieren wĂ€hrend der Fahrt verboten. In der Regel ist die Benutzung von Headsets erlaubt; nur Spanien schreibt eine im Auto eingebaute Freisprech-Anlage zwingend vor. Voraussetzung ist aber meist auch, dass das Telefon zum Bedienen nicht in der Hand gehalten wird, sondern fest im Auto installiert ist. Wichtig zu wissen: Auch wo es kein ausdrĂŒckliches Handy-Verbot gibt, etwa in Schweden oder Serbien, kommen auf telefonierende Autofahrer laut ADAC empfindlich hohe Geldbußen zu, wenn sie in einen Unfall verwickelt werden, den Verkehr gefĂ€hrden oder unsicher fahren!

Alkohol: Von 0,0 bis 0,8 – die Promillegrenzen sind in jedem Land anders. WĂ€hrend man in vielen osteuropĂ€ischen Staaten nur nĂŒchtern ans Steuer darf (0,0 Promille), gilt beispielsweise in DĂ€nemark, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich und der Schweiz eine 0,5-Promille-Grenze. Wichtig: Wer seinen FĂŒhrerschein erst kurze Zeit hat, fĂŒr den sind die Vorschriften oft strenger.
Die Strafen fĂŒr Fahren unter Alkohol können drastisch ausfallen: In Tschechien sind zwischen 970 und 1900 Euro fĂ€llig, in Italien mindestens 450 Euro (nachts deutlich mehr), in Großbritannien sogar bis zu 5.820 Euro. Zum Vergleich: In Deutschland beginnen die Bußgelder bei 500 Euro, in der Schweiz bei 465 Euro.

Winterreifen: Bei Kraftfahrzeugen ist die AusrĂŒstung an die WetterverhĂ€ltnisse anzupassen, heißt es in der deutschen Straßenverkehrsordnung. Bis zu 40 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg kann eine Missachtung laut ADAC bedeuten. Hat man mit SommerausrĂŒstung einen Unfall, erlischt möglicherweise sogar der Kaskoschutz. Österreich hat vom 1. November bis zum 15. April eine Winterreifenpflicht – vorausgesetzt, es herrschen tatsĂ€chlich winterliche StraßenverhĂ€ltnisse. In der Schweiz sind Winterreifen nicht vorgeschrieben, werden aber empfohlen – der Sinn erschließt sich spĂ€testens auf verschneiten Bergstraßen. Auf bestimmten Strecken in Frankreich kann die Benutzung von Winterreifen per Schild (Pneus neige) vorgeschrieben werden, und in Italien gibt es eine Ă€hnliche Regelung.

Weitere Informationen zu den Verkehrsregeln im Ausland gibt es bei den Automobilclubs. Empfehlenswert ist die Seite des österreichischen Automobilclubs ÖAMTC, der viele LĂ€nderinformationen ĂŒbersichtlich aufbereitet hat.  
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Sandra Petrowitz mein Name ist Sandra Petrowitz. Als begeisterte Weltenbummlerin kĂŒmmere ich mich bei geldsparen.de vorrangig um die Themen Reisen und MobilitĂ€t.

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