Von SP-X, 22.11.2014

Auto-Neuheiten 2015 Lässig ins neue Jahr

Im kommenden Jahr dominieren SUV bei den Pkw-Neuerscheinungen. Aber auch in den anderen Klassen gibt es interessante Premieren.
Auto-Neuheiten 2015 Lässig ins neue Jahr

Den Hyundai i20 gibt es ab 11.950 Euro

Vom günstigen Opel Karl über den praktischen VW Touran zum edlen Jaguar XE: Das Autojahr 2015 verspricht Abwechslung. In nahezu jeder Klasse gibt es wichtige Neuerscheinungen. Der Fokus liegt aber wieder einmal auf SUV aller Größen. Eine Übersicht, geordnet nach Segmenten.
 
Gleich zum Start duellieren sich in der kleinen Klasse zwei hoffnungsvolle Neulinge in der Import-Wertung. Dezidiert sportlich will dabei bereits Ende Februar der Mazda2 Kunden locken, die auch von einem Kleinwagen dynamisches Design und ebensolches Fahrverhalten erwarten. Vergleichsweise sachlich und erwachsen im Wortsinn tritt zum Jahreswechsel der Hyundai i20 an – der Koreaner will sich bei Größe und Platzangebot an die Segments-Spitze stellen. Gewachsen ist auch der Mini Clubman, der in der zweiten Generation erstmals als vollwertiger Fünftürer auftritt und sich so vom Lifestyle-Kombi zum direkten Golf-Gegner wandeln soll.

Traditionell mit viel Raum für Passagiere und Gepäck wartet auch der Honda Jazz auf. In der neuen Generation soll das nicht zuletzt dank des bewährten van-artigen Aufbaus und der Kinosessel-Rückbank so bleiben. Eher in Richtung Kosten- als Raumökonomie orientiert sich hingegen der Opel Karl. Anders als sein ähnlich knapp geschnittener Markenbruder Adam verzichtet der Agila-Nachfolger auf Glamour, sondern will mit niedrigen Preisen vor allem Ex-Käufer des Chevrolet Spark locken, der nach dem Rückzug der Marke in Deutschland nicht mehr zu haben ist.
In der Kompaktklasse hingegen fährt Opel alles auf, was Technik- und Design-Baukästen zu bieten haben: Der für den Herbst erwartete neue Astra soll dem VW Golf wieder ernsthaft gefährlich werden. Dafür wird die alte Plattform kräftig aufgefrischt und mit neuen Motoren und Technologien bestückt. Zupass kommen könnte Opel dabei auch, dass die Neuheiten-Konkurrenz in dieser Klasse heuer schwach ist. Renault etwa legt den neuen Mégane wohl erst 2016 auf.

Ein interessanteres Duell verspricht da die Mittelklasse. Mit dem Audi A4 geht einer der deutschen Bestseller leichter, sparsamer und schärfer gezeichnet in die neue Generation. Zur Seite steht der Limousine dabei nicht nur der Kombi, sondern auch das A5-Coupé, das in seiner aktuellen Form als eines der schönsten Mittelklassemodelle auf dem Markt gilt. Ungewohnte Konkurrenz kommt dabei aus Großbritannien: Jaguar nimmt mit dem XE einen neuen Anlauf, sein Modellprogramm nach unten abzurunden. Leichtbau und sparsame Dieselmotoren stehen dabei ganz oben auf dem Eroberungsplan. Wer es etwas bürgerlicher mag, wartet auf die neuen Passat-Varianten. Dort sind das im SUV-Stil gehaltene Alltrack-Modell und der Plug-in-Hybrid GTE angekündigt. Eher Außenseiterchancen haben zwei japanische Modelle: der optisch und technisch verfeinerte Offroad-Kombi Subaru Outback und das Brennstoffzellenauto Toyota Mirai. Von letzterem dürften es aber bestenfalls einige hundert Exemplare nach Deutschland schaffen.

Im automobilen Oberhaus kehrt ein bekannter Name zurück: Maybach. Allerdings nicht unter eigenem Logo, sondern als Submarke von Mercedes. Der traditionsreiche Name schmückt künftig die besonders edle Extralang-Version der S-Klasse. Diese setzt sich damit zumindest zunächst auch von ihrem größten Konkurrenten ab, dem BMW 7er, der in der neuen Generation besonders leicht werden soll. Zumindest erste Vorboten dürfte auch die neue Mercedes E-Klasse senden, die aber wohl erst 2016 auf den deutschen Markt kommt.

Bunt gemischt ist das Programm bei den SUV. Vor allem am unteren Ende des Segments tummeln sich die Neuheiten – darunter einige Modelle ohne direkten Vorgänger. So etwa der Fiat 500X, ein auf Wunsch mit Allradantrieb ausgestatteter SUV-Ableger der Lifestyle-Baureihe. Ein weiterer Neuling in der kleinsten SUV-Klasse kommt mit dem Honda HR-V aus Japan. Die Technik stammt vom Kleinwagen Jazz, von dem auch die Rückbank mit den hochklappbaren Sitzflächen übernommen wurde. Ebenfalls eine Erstauflage ist der Mazda CX-3. Hier bedient man sich an der dynamischen Optik und den sparsamen Saugmotoren des kompakten Mazda3. Zurück ins Einstiegs-Segment fährt im Frühjahr der der Kompaktklasse entschrumpfte Suzuki Vitara an, der mit nur noch 4,18 Metern Länge zurück zu seinen 80er-Jahre-Wurzeln geht. Relative Ebbe herrscht in der wichtigen Kompakt-SUV-Klasse. Die zwei wohl absatzträchtigsten Vertreter des Segments feiern 2015 Messepremiere auf der IAA: der Dauer-Bestseller VW Tiguan und der kombiartige BMW X1.

Am oberen Ende des Segments geht mit dem Volvo XC90 ein Klassiker unter den luxuriösen Familien-SUV in eine neue Runde – trotz bis zu sieben Sitzplätzen und voluminöser Abmessungen lediglich mit sparsamen Vierzylindermotoren. Der Schwede tritt unter anderem gegen den neuen Audi Q7 an, der ein kräftiges Spar- und Diätprogramm absolviert hat. Und auch Mercedes will in der gewinnträchtigen SUV-Oberklasse nicht unter die Räder kommen und verpasst seiner M-Klasse zur Jahresmitte ein Facelift. Dabei gibt es unter anderem eine neue Optik und vor allem den neuen Namen GLE-Klasse. Zudem will der Allrader künftig in einer neuen Coupéversion dem BMW X6 seine zahlreichen US-Kunden abspenstig machen. Im Segment darunter siedelt Mercedes den komplett neuen GLC an, der früher GLK hieß und jetzt namensseitig seine Verwandtschaft mit der C-Klasse-Limousine stärker unterstreicht. Von dieser erbt er auch neue Technik und Motoren.

Aber nicht mehr nur die klassischen Premium-Hersteller setzen auf das Geschäft mit großen SUV: Kia hat den Sorento zum Generationswechsel kräftig in Breite und Höhe wachsen lassen und macht mit günstigeren Preisen nun Druck von unten. Ford holt eigens das mittelgroße SUV Edge als neues Europa-Flaggschiff vom US-Markt herüber und plant ähnliches.

Leidtragender des SUV-Booms und der wachsenden Vielfalt in dieser Klasse ist der Van. Er reagiert auf zweierlei Weise: Der Renault Espace setzt auf Identifikation mit dem Aggressor und wandelt sich in der neuen Generation zum Crossover, der Van- und SUV-Elemente vereint. Anders der VW Touran: Er setzt weiterhin auf die Kerntugenden seiner Klasse und des verwandten Golf, garniert sie eher vorsichtig mit einem etwas dynamischeren Design. Dass der Van eine Zukunft hat, wenn er seine nüchterne Betulichkeit nur ein klein wenig aufregender verkauft, hat zuletzt der BMW 2er Active Tourer gezeigt, der im kommenden Jahr wohl auch als siebensitzige Langversion auf den Markt kommt.

Kaum eine Rolle spielen Platzangebot und Alltagstauglichkeit hingegen in der Klasse der Sportwagen und Cabrios. So präsentiert sich der Klassiker Mazda MX-5 auch in der neuesten Auflage mit dem Fokus auf Fahrspaß – geringes Gewicht, Hinterradantrieb und klassische Proportionen sollen das garantieren. Etwas mehr Alltags- und Reisegene bringt die offene Version des BMW 2er mit, die passend zum Frühjahr das 1er Cabrio beerbt.

Unter den reinrassigen Sportwagen gibt es im kommenden Jahr einen spannenden Dreikampf: Sowohl der Mercedes GT als auch die Neuauflage des Audi R8 – wieder mit Lamborghini-Verwandtschaft – wollen dem Porsche 911 ans Zeug flicken. Die herausgeforderte Sportwagenikone reagiert voraussichtlich lässig mit einem leichten Facelift.
 
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