Annette J├Ąger
Ein Beitrag von Annette J├Ąger, 10.11.2017

Versicherungsschutz Wer eine Bergrettung zahlt

M├╝ssen Wintersportler und Wanderer in den Bergen geborgen und gerettet werden, sind die Kosten nicht automatisch gedeckt. Mit diesen Versicherungen geht es sicher bergauf.
Versicherungsschutz Wer eine Bergrettung zahlt

Muss ein Hubschrauber zur Bergrettung ausr├╝cken, kann das teuer werden.

Die Bergwelt lockt. Sportler suchen immer h├Ąufiger das Abenteuer jenseits pr├Ąparierter Pisten oder ausgeschilderter Wanderwege. Das Risiko, sich zu verletzten, gar abzust├╝rzen, aber auch sich zu verlaufen oder die Kr├Ąfte falsch einzusch├Ątzen, ist immer mit im Gep├Ąck. Auch Bergfreunde, die sich auf ausgeschilderten Wegen bewegen, k├Ânnen sich versch├Ątzen und verletzen. Wenn dann die Bergwacht und ein Suchtrupp inklusive Hundestaffel ausr├╝cken m├╝ssen und der Hubschrauber zum Einsatz kommt, kostet das schnell Tausende Euro. Wer zahlt das eigentlich?

Die Kosten├╝bernahme h├Ąngt von zwei Faktoren ab: Ereignet sich die Bergung bzw. Rettung in Deutschland oder im Ausland? Und handelt es sich um eine Bergung oder eine Rettung?

Bergrettung: In der Heimat zahlt die Krankenkasse

Wenn Sie in der deutschen Bergwelt verungl├╝cken und sich verletzten, tr├Ągt Ihre gesetzliche Krankenversicherung die Kosten – oder Ihr privater Krankenversicherer. Auch Kosten eines Hubschraubertransports sind gedeckt. Doch eine wichtige Voraussetzung muss gegeben sein: Der Einsatz muss medizinisch notwendig sein.

Das klingt simpel, ist aber knifflig, denn die Krankenversicherer unterscheiden zwischen Rettung – die Kosten werden ├╝bernommen – und Bergung – die Kosten werden nicht oder nur anteilig ├╝bernommen. Kommt der Hubschrauber zum Einsatz, nicht weil er ein Leben retten muss oder die Verletzung es erfordert, sondern weil der Transport in unwegsamen Gel├Ąnde nicht anders m├Âglich ist, handelt es sich um eine Bergung und die Kasse zahlt nicht oder nur anteilig. So werden bei der Kostenbegleichung alle erforderlichen Einzelma├čnahmen unter die Lupe genommen und es kann sein, dass der Notarzteinsatz bezahlt wird, der Transport mit dem Hubschrauber aber nicht.

Das Fazit: allein auf die gesetzliche Krankenkasse oder den privaten Krankenversicherer k├Ânnen sie sich nicht verlassen, wenn Sie unterwegs in den Bergen sind. Eine Komplett├╝bernahme der Kosten ist eher unwahrscheinlich.

Bergrettung im Ausland: private Absicherung n├Âtig

Das gilt erst recht, wenn Sie die alpinen Welten im Ausland bevorzugt. Zwar deckt die Krankenkasse auch Kosten medizinischer Notfallbehandlungen in EU-L├Ąndern, doch sie zahlt jeweils nur das, was einem einheimischen Verungl├╝ckten zustehen w├╝rde. Und das kann weniger sein, als in Deutschland ├╝blich w├Ąre. Bergsportler k├Ânnten hier mit einer privaten Auslandsreisekrankenversicherung nachr├╝sten.

„Viele Auslandsreisekrankenversicherung decken auch Such-Bergungskosten und vor allem den medizinischen R├╝cktransport in die Heimat“, sagt Peter Grieble, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale in Baden-W├╝rttemberg. Doch oft zahlt der Versicherer nur, wenn der Einsatz medizinisch notwendig war, also wenn Suche und Bergung infolge eines Unfalls n├Âtig sind. Auch privat Krankenversicherte m├╝ssen f├╝r umfassenden Schutz im Ausland eventuell ihren Vertrag nachr├╝sten.

Vor Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung sollte man genaues Augenmerk auf die Versicherungsleistung bei Bergung und Suche werfen. Wichtig ist, dass die Obergrenze f├╝r Bergungs- und Rettungskosten auch ausreichend hoch ist – 2.500 Euro werden kaum reichen, viele Versicherer leisten f├╝r bis zu 5.000 Euro. Angebote machen die Hanse Merkur, aber auch die Gothaer oder die W├╝rzburger. Auslandsreisekrankenversicherungen sind g├╝nstig zu haben, f├╝r eine ganze Familie kostet der Schutz 20 bis 30 Euro im Jahr.

Bergrettung: private Unfallversicherung bezahlt auch die Suche

Den umfassendsten Schutz f├╝r das Risiko Bergrettung bietet aber die private Unfallversicherung. Sie gilt in der Regel weltweit und viele Policen ├╝bernehmen auch die Kosten, wenn der Bergsportler keinen Unfall hatte und nicht verletzt ist, aber trotzdem aus einer misslichen Lage geborgen werden muss, etwa weil er sich verlaufen hat. Vor Abschluss einer Police gilt es, auf genau dieses Details zu achten: Gut ist, wenn der Versicherer auch dann leistet, wenn ein Unfall nur unmittelbar gedroht h├Ątte oder vermutet wurde.

Je nach Tarif werden in der privaten Unfallversicherung unterschiedlich hohe Kosten f├╝r die Bergung und Suche ├╝bernommen. Mal sind es nur 5.000 Euro, was zu wenig sein kann, oft sind es aber in besseren Tarifen mindestens 10.000 Euro. Wichtig ist, dass die ausge├╝bte Sportart auch versichert sein muss. Nicht automatisch ist jede Outdoor-Aktivit├Ąt gedeckt, besonders risikoreiche Sportarten kann der Versicherer auch ausschlie├čen. „Pr├╝fen sollte man auch, unter welchen Bedingungen der Transport ins Krankenhaus inbegriffen ist und der R├╝cktransport nach Hause“, r├Ąt Grieble.

Unfallversicherung-Vergleich

  Anbieter Tarif Beitrag  
1 Tarif Comfort 71,40 Euro weiter  
2 KAB-Schutz-TOP 74,97 Euro weiter  
3 Tarif Basic Trend 80,92 Euro weiter  
4 CIF Pro Classic 82,11 Euro weiter  
5 GVO-VIT 85,68 Euro weiter  
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Die Kosten f├╝r eine Unfallversicherung variieren erheblich. Es lohnt sich ein Preisvergleich. So verlangt die Hanse Merkur f├╝r ihren Premiumschutz (Versicherungssumme 100.000 Euro) rund 99 Euro Beitrag im Jahr. Die VHV berechnet 130 Euro.

Mein Tipp: Wer die Unfallversicherung nur deshalb abschlie├čen m├Âchte, damit die Suche, Bergung und Rettung abgesichert ist, kann eine Police mit hohen Kostendeckungen f├╝r diesen Leistungsaspekt mit einer sehr niedrigen Versicherungssumme kombinieren, um die Beitr├Ąge gering zu halten.

Alternative: Alpenverein zahlt Bergrettung

Auch durch eine Mitgliedschaft im Deutschen Alpenverein ist eine Bergrettung mitversichert. Versichert ist die alpinistische Aktivit├Ąt, also zum Beispiel Skilaufen, Langlaufen oder Snowboarden. Stolpert man abends in der Bergh├╝tte ├╝ber eine T├╝rschwelle und kann am n├Ąchsten Tag wegen einer Zerrung nicht absteigen, zahlt die Versicherung hingegen nicht – das z├Ąhlt nicht zu alpinistischen Aktivit├Ąten. Eine private Unfallversicherung w├╝rde hier leisten.

Der Versicherungsschutz ├╝ber den Deutschen Alpenverein deckt Kosten bis zu 25.000 Euro f├╝r Such-, Bergungs- und Rettungsaktionen, auch im Ausland. Die Mitgliedschaft kostet je nach Sektion┬á– der Verein ist regional untergliedert – zwischen 45 und 90 Euro im Jahr. Erm├Ą├čigungen gibt es f├╝r Partner, Familien und Jugendliche. So zahlt beispielsweise eine Familie in der Sektion Schwaben 105 Euro Beitrag im Jahr.
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Liebe Leserinnen und Leser,

Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe ├╝ber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t├Ątig.

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