Peter Wei├čenberg
Ein Beitrag von Peter Wei├čenberg, 09.07.2014

E-Plus wird zu 02 Darauf m├╝ssen Kunden jetzt achten

Der Mutterkonzern von O2, Telef├│nica, darf den Anbieter E-Plus schlucken. Nicht nur f├╝r die Mitarbeitern, sondern auch die 43 Millionen Kunden hat die Elefantenhochzeit Auswirkungen:
E-Plus wird zu 02 Darauf m├╝ssen Kunden jetzt achten

Selfies sind voll im Trend

D├╝rfen sich solche Konzerne einfach so zusammenschlie├čen?

Nein. Die EU-Kommission hat die Fusion der deutschen Mobilfunknetzbereiber O2 und E-Plus nur mit Auflagen genehmigt. Vor der ├ťbernahmen, muss die O2-Mutter Telef├│nica bis zu 30 Prozent der gemeinsamen Netzkapazit├Ąt an Betreiber ohne eigene Netze verkaufen. Das bedeutet neue Angebote von diesem Dienstleister. Telef├│nica will ├╝berdies Netzangebote im 2,1- und 2,6-GHz-Bereich an Konkurrenten ohne eigene Netze abgeben - und muss zudem sein LTE-Netz "allen interessierten Marktteilnehmern" ├Âffnen. Auch bei LTE wird es also neue Angebote und Tarife geben.

Betrifft die Zusammenlegung alle Kunden?

E-Plus hat 23,9 Millionen Kunden, O2 19,3 Millionen – aber auf den meisten Vertr├Ągen stehen andere Markennamen. Zu E-Plus geh├Âren Base, Simyo, Yourfone und Blau.de sowie der auf t├╝rkisch-st├Ąmmige Mitb├╝rger spezialisierte Anbieter Ay Yildiz. Auch Kunden von Aldi, MTV oder Tele 2 telefonieren und surfen ├╝ber das E-Plus-Netz.
O2 besitzt noch die Tochtermarke Fonic, die einer der ersten Discounter war. Auch Tchibo Mobil-Kunden telefonieren im Netz der M├╝nchener.

Besser schnell zu einem anderen Anbieter wechseln?

Das m├╝ssen Sie jetzt nicht - es sei denn, ein anderer Anbieter hat bessere Konditionen und Sie sind vertraglich ungebunden. Eine Sonderk├╝ndigung ist ohnehin nur m├Âglich, wenn sich die Allgemeinen Gesch├Ąftsbedingungen f├╝r den Kunden verschlechtern. Bei vergleichbaren Fusionen im Ausland hat sich die Leistung des neuen Anbieters sogar meist verbessert.
Alle Rechner zu Telefon und Internet:

Telefonieren Kunden k├╝nftig im gleichen, besseren Netz?

Ja. Denn so will die O2-Mutter Telefonica mehr als f├╝nf Milliarden Euro Kosten sparen. K├╝nftig soll nur noch eines statt bisher zwei eigenst├Ąndiger Mobilfunknetze betrieben werden. Ziel ist es, auch im Vertrieb und beim Kundenservice massiv Kosten zu sparen.Selbst wenn die Netze anf├Ąnglich noch getrennt sind, k├Ânnen f├╝r das jeweils andere Netz Kunden-Handys sofort freigeschaltet werden. Die Abdeckung erh├Âht sich damit. Und mit dem technischen Zusammenlegen wird auch die Netzqualit├Ąt besser. Vor allem E-Plus-Kunden werden davon profitieren. Bei Tests der Fachmagazine Chip und Connect ist das E-Netz zuletzt weit abgeschlagen auf dem letzten Platz gelandet. Besonders au├čerhalb gro├čer St├Ądte und beim Surfen mit dem Handy zeigten die Marken der D├╝sseldorfer nach wie vor deutliche L├╝cken. Wenn die E-Plus-Klientel bald auch das Netz von O2 nutzen kann, wird diese Abdeckung klar verbessert. Die Qualit├Ąt der Telekom aber wird auch dann vorerst nicht erreicht. Den neuen Datenturbo LTE bietet E-Plus zudem bisher gar nicht an. Jetzt kann O2 seinen LTE-Ausbau gleich f├╝r die 40 Millionen Kunden beider Netze optimieren - auch, wenn Kapazit├Ąten abgegeben werden m├╝ssen.

Verschlechtert sich der Kundenservice in einem gro├čen Unternehmen?

Bisher waren O2 und E-Plus vor allem au├čerhalb der Metropolen d├╝nner vertreten als die weit gr├Â├čeren Vodafone und T-Mobile. Das wird sich jetzt ├Ąndern. Zugleich d├╝rfte es aber in den Fu├čg├Ąngerzonen der St├Ądte nicht mehr lange einen E-Plus- neben einem O2-Laden geben. Auch bei den Call-Centern wird es gemeinsame Dienste geben.

M├╝ssen Kunden k├╝nftig tiefer in die Tasche greifen?

Das ist ungewiss. Zwar f├╝rchten Experten wie Torsten Gerpott, Professor f├╝r Telekommunikationswirtschaft an der Universit├Ąt Duisburg-Essen, dass „es nicht mehr so schnell billiger werden“ wird wie in den vergangenen Jahren. Denn vor allem die Discountermarken von E-Plus hatten sich als Preisbrecher positioniert. Aber der Telefonie-Markt wird von der staatlichen Netzagentur reguliert. Und sie hat bereits weitere Preissenkungen verf├╝gt. Wenn die Mobilfunkanbieter Telefonate untereinander weiterleiten, d├╝rfen sie schon jetzt daf├╝r nur noch 1,85 Cent je Minute in Rechnung stellen. Im Dezember sind die Preise noch einmal auf 1,79 Cent gesunken. Auch die EU-Kommission ordnet regelm├Ą├čig Preissenkungen an. Zudem d├╝rfen nun ja neue Anbieter eigene Netze aus dem Teil aufbauen, den der neue Riese abgeben muss.
DSL-Tarife-Vergleich

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Peter Weißenberg mein Name ist Peter Weißenberg. Ich bin seit mehr als 20 Jahren Journalist, habe in M├╝nchen Volkswirtschaft, Geschichte und Politik studiert und mehrere B├╝cher zu Wirtschaftsthemen verfasst. Auf geldsparen.de schreibe ich vor allem ├╝ber Geldanlage, Immobilien und Mobilit├Ąt.

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