Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 31.10.2016

Spareinlagen Jetzt verlangt auch die erste Sparkasse Strafzinsen

Strafzinsen zahlen, wenn man Geld bei der Bank anlegt? Dieses Horrorszenario ist längst Praxis. Bislang greift es nur bei großen Geldvermögen – doch das kann sich ändern.
Spareinlagen Jetzt verlangt auch die erste Sparkasse Strafzinsen

Immer mehr Geldhäuser verlangen Strafzinsen für Spareinlagen

Negativzinsen für Spareinlagen sind nun auch bei den Sparkassen angekommen. Die Sparkasse Allgäu kündigte jetzt an, ab 1. Januar 2017 von ihren Kunden ein sogenanntes Verwahrentgelt von 0,4 Prozent pro Jahr zu erheben, wenn die Bankeinlage den Betrag von 250.000 Euro übersteigt. Zum Glück für Privatsparer betreffen die Strafzinsen zunächst nur Geschäftskunden und Konten von Kommunen und Gemeinden. Doch sollte der Versuchsballon erfolgreich sein, liegt der Gedanke nahe, dass auch private Sparer in den Strafzins einbezogen werden. Da tröstet es wenig, wenn der Sparkassenchef Manfred Hegedüs sich förmlich für die Zwangsabgabe entschuldigt: „Wir sehen keinen anderen Weg als die Zinsbelastung durch die EZB auf unsere Kunden umzulegen.“

Strafzinsen für Privatsparer

Andere Banken sind bereits einen Schritt weiter: So erhebt die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee schon seit längerer Zeit für Spareinlagen über 100.000 Euro 0,4 Prozent Strafzins – und das auch von Privatsparern! Der gleiche Negativzins gilt seit Oktober auch für Kunden der Volksbank Stendal. Betroffen sind ebenfalls Einlagen von über 100.000 Euro auf Girokonten und Tagesgeldkonten.

Vorreiter in Sachen Strafzins war die Deutsche Skatbank, eine Genossenschaftsbank aus dem thüringischen Altenburg. Die Direktbank fordert bereits seit November 2014 Negativzinsen für private Sparguthaben. Allerdings ist der Anlagebetrag und der Zinssatz vergleichsweise sparerfreundlich: Kunden werden erst ab Guthaben von über 500.000 Euro mit 0,25 Prozent Strafzinsen zur Kasse gebeten.

Welche Bank zahlt noch Zinsen?

Viele Banken haben die Zinsen für Tagesgeld und Festgeld rapide gesenkt. Der Geldsparen.de-Tagesgeldvergleich zeigt jedoch, dass es nach wie vor attraktive Alternativen zum Nullzins vieler Banken gibt. Einige Beispiele:
  • Audi Bank: Die Autobank garantiert Neukunden vier Monate lang 1,1 Prozent Zinsen bis zu einem Anlagebetrag von 100.000 Euro. Legen Sie mehr als 100.000 Euro an, bekommen Sie für diesen Anteil allerdings 0,30 Prozent Zinsen. Dies ist auch der Zinssatz, den Altkunden ab dem ersten Euro erhalten. Positiv: Die Absicherung bei der Audi Bank beträgt 1,34 Milliarden Euro je Sparer.
  • ING-Diba: Deutschlands größte Direktbank sichert bis 100.000 Euro ein Prozent Zinsen für vier Monate zu. Ab 100.000 Euro fällt der Zinssatz jedoch auf 0,15 Prozent. Altkunden erhalten bis zu einem Betrag von 100.000 Euro 0,35 Prozent Zinsen und darüber 0,15 Prozent. Bis zu 1,49 Milliarden Euro sind bei der ING-Diba über die Einlagensicherung geschützt.
  • Renault Bank direkt: Die französische Direktbank garantiert ihren Tagesgeld-Neukunden 0,70 Prozent Zinsen für drei Monate und 0,50 Prozent für die Zeit danach. Diesen Zinssatz erhalten auch Bestandskunden. Jeder Sparer kann bis zu einer Million Euro anlegen, davon sind 100.000 Euro über die französische Einlagensicherung abgesichert.
  • Deniz Bank: Das Geldhaus bietet, unabhängig vom Kundenstatus, bis zu einem Anlagebetrag von 500.000 Euro einen Zinssatz von 0,60 Prozent. Die österreichische Einlagensicherung garantiert Vermögen bis 100.000 Euro.
Mein Tipp: Mit unseren Sparrechnern verschaffen Sie sich ganz einfach einen Überblick, wie viel Zinsen bei Tagesgeld, Festgeld und Co. aktuell drin sind.

Gesamten Vergleich anzeigenTagesgeld Betrag: 10.000 €, Laufzeit: 9 Monate
  Anbieter Zinssatz
Zinsertrag
 
1.
1,00% 
58,33
2.
0,75% 
57,57
3.
1,10% 
49,22
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Liebe Leserinnen und Leser,

Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de kümmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor tätig.

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Leserkommentare

 

05.11.2016 15:12 Uhr
Emil: Warum?
Ich habe noch nirgends gelesen, dass die Banken verpflichtet sind, Geld über Nacht bei der EZB zu "parken". Warum lassen die Banken ihr Geld nicht einfach auf ihrem Hauskonto? Dann zahlen sie keine Strafzinsen an die EZB - und müssten keine Strafzinsen von ihren Kunden verlangen. Oder?


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