Birgit M√ľller
Ein Beitrag von Birgit M√ľller, 26.02.2016

Einlagensicherung Wie ist Ihr Geld bei einer Bankpleite abgesichert?

Die Einlagensicherung sch√ľtzt Ihr Geld, wenn eine Bank Pleite geht. Das gilt auch f√ľr Tagesgeld und Festgeld bei ausl√§ndischen Banken. So funktioniert es:
Einlagensicherung Wie ist Ihr Geld bei einer Bankpleite abgesichert?

Jede Bank kocht ihr eigenes S√ľppchen, wenn es um die Einlagensicherung geht

Die EU-Kommission fordert eine einheitliche Europ√§ische Einlagensicherung. Damit soll verhindert werden, dass im Falle einer Bankenschieflage die Sparer aus Angst vor einem Verlust ihr ganzes Geld abheben. Die Lage der Bank w√ľrde im Extremfall verschlimmert werden und sie gegebenenfalls zahlungsunf√§hig machen. Sparkassen und Raiffeisenbanken str√§uben sich dagegen, da sie eine eigene Einlagensicherung bieten, die, wie sie sagen, viel agiler ist.

In Deutschland gibt es zudem - neben einer gesetzlichen Einlagensicherung, die der Staat garantiert - viele weitere freiwillige Einlagensicherungen, zu denen die anderen Banken und Bausparkassen gehören. Selbst manche Banken mit ausländischen Wurzeln sind dort zahlendes Mitglied. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Einlagensicherung es gibt, wer jeweils Mitglied ist und wie Sie vor allem einfach herausfinden können, welche Bank zu welcher Einlagensicherung gehört. Denn wer Ihr Geld bekommt, entscheiden immer noch Sie selbst.

Auf die Einlagensicherung der Bank achten

Fälle wie bei der isländischen Kaupthing Bank, wo 34.000 Sparer um ihre Einlagen bangten, sollen sich in Zukunft nicht wiederholen. Daher lohnt es sich bei der Wahl einer Geldanlage nicht nur auf einen besonders hohen Zinssatz zu achten, sondern auch, welche Einlagensicherung im Falle einer Bankpleite greift.

Geldsparen.de-Tipp zur Einlagensicherung: Wie k√∂nnen Sie sich vor allem einfach, schnell und zuverl√§ssig √ľber die Einlagensicherung informieren? In welcher H√∂he Ihr Geld abgesichert ist und in welchem Land, sehen Sie in unserem Vergleich bei einem Klick auf die Landesfahne - siehe Bild.

Wie viele Sicherungssysteme der Einlagensicherung gibt es?

  • Gesetzliche Einlagensicherung: Die gesetzliche Einlagensicherung betr√§gt 100.000 Euro pro Sparer und pro Institut. Es lohnt sich also f√ľr den, der mehr Geld auf der hohen Kante hat, seine Einlage auf mehrere Institute zu verteilen. Diese besteht aus der Entsch√§digungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) und der Entsch√§digungseinrichtung des Bundesverbandes √Ėffentlicher Banken Deutschlands GmbH (Ed√Ė). Das Einlagensicherungs- und Anlegerentsch√§digungsgesetz schreibt vor, dass alle privatrechtlich organisierten Geldh√§user zwingend der EdB angeh√∂ren m√ľssen.¬†Die meisten Banken sch√ľtzen Einlagen ihrer Kunden zus√§tzlich √ľber eine freiwillige Einlagensicherung ab.
  • Freiwillige Einlagensicherung: Die freiwillige Einlagensicherung zahlt, wenn die gesetzliche Einlagensicherung nicht ausreicht. Diesen sogenannten Einlagensicherungsfonds geh√∂ren der Bundesverband Deutscher Banken (BdB) und der Bundesverbandes √Ėffentlicher Banken Deutschlands e. V. (V√∂B) an. Der Einlagensicherungsfonds, zu dem z.B. die Deutsche Bank, die Dresdner Bank, die Commerzbank und die Postbank geh√∂ren, sichern 30 Prozent des ma√ügeblichen haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank ab. Der Einlagensicherungsfonds des V√ĖB, wozu z.B. die Deutsche Kreditbank (DKB) geh√∂rt, besagt: "Leistungen des Einlagensicherungsfonds e. V. erfolgen auf freiwilliger Basis nach der Leistungsf√§higkeit des Fonds, das hei√üt, im Rahmen des vorhandenen Fondsverm√∂gens." Selbst auf der Homepage der DKB wird lediglich auf die Website des V√ĖB verwiesen. Ein Betrag oder eine Prozentzahl wird nicht genannt.
  • Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppen: Die Sparkassen sichern Gelder zu 100 Prozent ohne Begrenzung ab. Im Giroverband Deutscher Sparkassen sind ebenso Kundengelder bei den Landesbausparkassen in gleicher H√∂he abgesichert.¬†
  • Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken:¬†Der Bundesverband der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken sichert Ihr Geld zu 100 Prozent ohne Begrenzung ab. Dazu geh√∂ren z.B. auch die PSD-Banken und die Sparda-Banken.

Gilt die Einlagensicherung f√ľr alle Konten?

Die Einlagensicherung gilt f√ľr Guthaben zum Beispiel auf dem Girokonto,¬† Tagesgeldkonto, einem Festgeldkonto, auf dem Sparbuch (welches Sie besser in ein besser verzinstes Tagesgeldkonto umwandeln sollten, das sonst Zinsverlust droht) und auf Sparbriefe oder Sparpl√§ne. Genussrechte, Inhaber- und Orderschuldverschreibungen sind keine Einlagen in diesem Sinne und somit nicht gesch√ľtzt.

Geldsparen.de-Lesetipps: Hier lesen Sie Aktuelles zum Thema Girokonto. Sie wollen wissen, wie ein Tagesgeldkonto funktioniert? Sie wollen wissen, was ein Festgeld ist? Was steckt hinter Sparplänen?

Gilt die gesetzliche Einlagensicherung f√ľr Wertpapiere?

Wertpapiere sind keine Einlagen und nicht √ľber die gesetzliche Einlagensicherung gesch√ľtzt. Die Bank verwahrt diese lediglich f√ľr Sie in einem Depot. Bei einer Bankpleite ist das Geld somit auch nicht weg.

Gilt die Einlagensicherung f√ľr Guthaben auf Bausparvertr√§gen?

Nein, Bausparkassen haben ihre eigene Einlagensicherung. 

Wie kann ich pr√ľfen, welche Einlagensicherung gilt?

In unseren Sparrechnern zum Thema Geld sparen und anlegen k√∂nnen Sie sehen, welche Einlagensicherung f√ľr diese Bank greift. Bei einem Klick auf die Landesfahne sehen Sie zudem, mit welcher H√∂he in Euro Ihre Einlagen bei der Bank abgedeckt sind.

Z√§hlt f√ľr Gemeinschaftskonten die doppelte Einlagensicherung?

Die gesetzliche Einlagensicherung gilt pro Person. Sie haben also zum Beispiel ein gemeinsames Girokonto abgeschossen? Dann sind √ľber die gesetzliche Einlagensicherung 200.000 Euro abgedeckt. Auch Ihre Kinder genie√üen jeweils die Einlagensicherung, wenn das Tagesgeld oder das Festgeld auf den Namen des Kindes lautet. Sie sollen also durchaus f√ľr die ganze Familie Konten er√∂ffnen.
Tipp: So können Sie auch mehrfach den Freistellungsauftrag nutzen. Lesen Sie hier, was es mit dem sogenannten Sparerpauschbetrag und der Freistellung auf sich hat.  

Welche Einlagensicherung gilt f√ľr Konten bei ausl√§ndischen Banken?¬†

Auch ausl√§ndische Banken sichern die Einlagen ihrer Kunden ab. Jetzt kommt es darauf an, ob die Bank einen Sitz in der EU hat, dann sind Kundengelder ebenso mit 100.000 Euro pro Person abgesichert - √ľber die gesetzliche Entsch√§digungseinrichtung des jeweiligen Landes. Hat eine Bank ihren Sitz au√üerhalb der EU, aber eine Niederlassung in Deutschland, sind sie meist freiwillige Mitglieder im Einlagensicherungsfonds - und somit sind 20 Prozent des haftenden Eigenkapitals abgedeckt. Ausreichend, da das Minimum an haftendem Eigenkapital in Deutschland f√ľnf Millionen Euro betragen muss. Andere Banken, wie beispielswesie viele t√ľrkische Geldh√§user, haben ihren Sitz etwa nach √Ėsterreich oder den Niederlangen verlegt, um Kundengelder √ľber das EU-Recht abzusichern.¬†¬†

Wie sicher sind die einzelnen Einlagensicherungen?

Im Falle einer Krise im Bankensektor ist es fraglich, ob die Systeme ausreichend Kapital zur Verf√ľgung stellen k√∂nnen, man erinnere sich an die Pleite von Lehman Brothers. Dann sprang jedoch der solvente deutsche Staat ein und bislang wurde somit noch kein Anleger hierzulande um sein Geld betrogen. Es macht also durchaus Sinn, sein Geld auf mehrere Banken zu verteilen.

Nutzen Sie unseren Vergleich, hier k√∂nnen Sie nicht nur die Zinsen und Angebote der Anbieter vergleichen, sondern auch sehen, wie hoch die Einlagen gesichert sind. Zudem listet Geldsparen.de nur ausl√§ndische Banken, deren L√§nder von der Rating-Agentur Standard & Poor’s positiv bewertet wurden. Hier lesen Sie auf Geldsparen.de mehr zum Rating von Standard and Poors.

Wie lange dauert es, bis die Einlagensicherung auszahlt?

"Die Sparer erhalten ihr Geld im Schadensfall in Zukunft schneller und unb√ľrokratischer zur√ľck", versprach Bundesfinanzminister Wolfgang Sch√§uble (CDU) bereits in 2014. Somit sollen deutsche Sparer bereits seit Juli 2015 leichter ihr Geld wieder zur√ľck erhalten. Sie m√ľssen zum Beispiel keine langwierigen Antr√§ge mehr stellen, sondern werden automatisch entsch√§digt. Zudem soll die Entsch√§digung aus der Einlagensicherung schneller gehen. Bislang galt eine Frist von 20 Tagen, ab Juni 2016 soll Ihr Geld, das Sie bei Banken in Deutschland angelegt haben, sp√§testens nach sieben Tagen wieder auf Ihrem Konto sein. Banken in der EU haben¬† allerdings bis 2024 Zeit die Auszahlungsfristen anzupassen. Auch verj√§hren k√ľnftig Ihre Anspr√ľche erst nach zehn Jahren, statt bislang f√ľnf Jahren.
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Birgit Müller mein Name ist Birgit Müller. Als Bankkauffrau und Betriebswirtin schreibe ich f√ľr Sie auf Geldsparen.de √ľber aktuelle Themen aus der Finanzbranche, berichte √ľber neue Banken am Markt oder f√ľhre Hintergrundgespr√§che zu brisanten Themen. Folgen Sie uns auf Facebook oder Google + um keine Neuigkeiten mehr zu verpassen oder abonnieren Sie unseren Newsletter.

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» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

 

05.03.2016 16:36 Uhr
Albe: Einlagensicherung
Sie haben mit Ihren Hinweisen Fragen beantwortet (hier: fallen Wertpapiere unter Bankbesitz?), die mein Postbankberater (auch nach Tagen) nicht beantworten konnte. Danke!

26.02.2016 14:42 Uhr
Martin Zettl : Exzellenter Artikel
Auf kaum einem anderen Portal wird so sachlich, leicht verständlich und kritisch berichtet und recherchiert wie hier. Klasse und weiter so.Lob an die Autorin.


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