Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 26.01.2017

Einlagensicherung So ist Ihr Geld bei ausländischen Banken geschützt

Ausländische Banken zahlen häufig höhere Zinsen als deutsche Banken. Doch was passiert, wenn die Bank pleitegeht? Welche Einlagensicherung gilt?
Einlagensicherung So ist Ihr Geld bei ausländischen Banken geschützt

Wer über die Landesgrenzen hinaus die Augen aufhält, kann oft höhere Sparzinsen kassieren.

Die französische Consorsbank zahlt 1,0 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld, die maltesische Ferratum Bank 0,75 Prozent. Der Zinssatz ist für jeweils sechs Monate garantiert. Nur wenige deutsche Banken können da mithalten. Audi Bank und ING-Diba spendieren zwar ebenfalls 1,0 Prozent Zinsen, die Zinsgarantie gilt aber nur für vier Monate. Bei den meisten deutschen Banken sieht es hingegen mau aus: Die Postbank zahlt gerade mal 0,01 Prozent Zinsen für Tagesgeld, die Commerzbank gar keine mehr. Kein Wunder, dass es viele Sparer zur fremdländischen Konkurrenz zieht. Doch ist das Ersparte dort wirklich sicher?

Einlagensicherung bei Banken mit deutscher Niederlassung

Bei ausländischen Banken, die in Deutschland eine Banklizenz besitzen und Geldgeschäfte mit einer selbstständigen Niederlassung betreiben, sind Spareinlagen durch eine Einlagensicherung bis zur Höhe von 100.000 Euro je Sparer und Bank gesetzlich gesichert. Zu diesen Instituten zählen unter anderem Bank of Scotland, Oberbank und Santander Bank. Bei einer Bankpleite besteht ein Rechtsanspruch darauf, dass das angelegte Tagesgeld oder Festgeld binnen sieben Arbeitstagen erstattet wird. Die Entschädigung erfolgt durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB), deren Mitglied diese Geldhäuser sind. Die Entschädigung erfolgt in jedem Fall in Euro, selbst wenn es sich um ein Fremdwährungskonto handeln sollte.

Mein Tipp: Möchten Sie mehr als 100.000 Euro als Tagesgeld oder Festgeld anlegen, sollten Sie das Geld auf mehrere Banken verteilen. Denn die Kapitalgarantie gilt pro Bank.

Einlagensicherung bei europäischen Banken mit unselbstständigen Zweigstellen

Anders sieht es bei unselbstständigen Zweigstellen europäischer Kreditinstitute oder solcher des Europäischen Wirtschaftsraumes aus. Hier greift zwar ebenfalls die europäische Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Sparer, die Absicherung der Kundeneinlagen erfolgt aber über das jeweilige Herkunftsland. Beispiele hierfür sind die Ferratum Bank (Malta) oder die Renault Bank direkt (Frankreich). Im Konkursfall wendet sich die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken an die Entschädigungseinrichtung des zuständigen Landes, treibt die gesetzlich zugesicherten Gelder ein und zahlt diese an die Sparer aus. Alle europäischen Länder haben inzwischen eigene Sicherungsfonds aufgebaut, sodass eine Entschädigung in der Regel kein Problem sein sollte. Bei einer großflächigen Bankenkrise haften alle EU-Länder gemeinsam.

In unseren Geldanlage-Vergleichen können Sie allerdings keine Banken mit unselbständigen Zweigstellen aus bestimmten Ländern mit anfälligeren Volkswirtschaften finden, beispielsweise aus Portugal und Bulgarien. Wir orientieren uns dabei an der Bewertung des jeweiligen Landes durch die Rating-Agentur Standard and Poor’s. Denn wenn Standard and Poor’s nach ausgiebiger Analyse schon befürchtet, dass ein Staat Probleme haben könnte, seine eigenen Anleihen voll zurückzuzahlen - wie soll er dann seine Banken im Fall einer Schwäche voll stützen?

Zusätzliche Einlagensicherung über freiwilligen Sicherungsfonds

Viele ausländische Banken sind zusätzlich Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. In diesem Fall sind Tagesgelder und Festgelder weit über den Betrag von 100.000 Euro hinaus abgesichert, in der Regel gelten Millionenbeträge. Dadurch ist Tagesgeld bei Banken wie Consorsbank, ING-Diba, Ziraat Bank oder Barclays Bank trotz Auslandshintergrund sehr sicher angelegt.

Tagesgeld bei öffentlichen Banken und Bausparkassen

Eine Sonderstellung nehmen Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie die PSD- und Sparda Banken ein. Diese öffentlichen Banken verfügen über eigene Sicherungsverbünde. Die einzelnen, selbständigen Bankhäuser haften wechselseitig füreinander, falls ein Institut in Schieflage gerät. Sparguthaben wie Tagesgeld oder Festgeld sind hier zu 100 Prozent und ohne jedes Limit abgesichert. Anders sieht es bei den privaten Bausparkassen aus. Hier wird Ende Februar 2017 der Bausparkassen-Einlagensicherungsfonds aufgelöst, fortan sind Bausparguthaben und Einlagen auf Sparkonten nur noch bis zur Höhe von 100.000 Euro je Sparer abgesichert.

Es gibt allerdings Ausnahmen: Guthaben bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall sind weiterhin unbegrenzt geschützt, und zwar über die Institutssicherung des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Für Verträge bei der Deutschen Bank Bauspar hat die Deutsche Bank als Mutter eine Zahlungsverpflichtung im Entschädigungsfall übernommen. Auch bei den Landes-bausparkassen gilt weiter die unbegrenzte Garantie für Sparguthaben, die von der Institutssicherung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands gedeckt ist.

Mein Tipp: Unsere Sparrechner zu Tagesgeld, Festgeld und Co. zeigen anhand der Landesflaggen, welche Einlagensicherung bei der jeweiligen Bank gilt. Wen Sie mit der Computermaus auf die Flagge gehen, wird Ihnen angezeigt, wie hoch die Einlagen abgesichert sind.
 
Gesamten Vergleich anzeigenTagesgeld Betrag: 10.000 €, Laufzeit: 3 Monate
  Anbieter Zinssatz
Zinsertrag
 
1.
0,80%
20,00
2.
0,75%
18,75
3.
0,70%
17,51
Datenstand: 22.06.2017
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de kümmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor tätig.

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