Viele Ältere bekommen kurz vor dem Ruhestand Geld aus einer Kapitallebensversicherung oder haben anderweitig Ersparnisse angesammelt. Jetzt stellt sich die Frage: Wie nun anlegen?
Spätestens mit Rentenbeginn greifen viele klassische Anlagestrategien zeitlich nicht mehr. Also wohin mit dem Geld? Eine interessante Möglichkeit, kurz vor der Rente noch den Lebensstandard aufzupeppen, bietet die
private Rentenversicherung in Form der Sofortrente. Der Vorteil: Die Rente fließt auch dann noch, wenn die eingezahlte Summe längst aufgebraucht ist.
Das Modell ist simpel: Der Sparer zahlt einen bestimmten Betrag, etwa 50.000 oder 100.000 Euro, auf einmal ein und erhält dafür sofort Anspruch auf eine lebenslange Rente. Versicherte, die sehr alt werden, machen hier ein blendendes Geschäft. Die Höhe der Rente hängt vom eingezahlten Gesamtbetrag, dem Geschlecht, dem Alter bei Rentenbeginn sowie von individuellen Details des Vertrags ab. Sie besteht aus einem garantierten und einem flexiblen Teil aus Überschussbeteiligungen, der jährlich neu festegelegt wird und von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich hoch ausfallen kann.
Unterschiedliche Varianten zur Auswahl
Die Versicherer bieten unterschiedliche Rentenauszahlungsmodelle an. Empfehlenswert sind hier gegenüber der konstanten Rente besser die voll- oder die teildynamische Rentenvarianten. Diese sind in den ersten Jahren des Rentenbezugs zwar geringer, bauen sich aber im Laufe der Zeit durch regelmäßige Erhöhungen deutlich auf und gleichen so die Inflation besser aus.
Wird zusätzlich eine Rentengarantiezeit vereinbart – etwa für zehn Jahre -, dann zahlt der Versicherer die Rente bis zum Ende dieser Garantie an eine begünstigte Person weiter, auch wenn der Versicherte selbst schon früher verstirbt. Ein 65-Jähriger würde bei einer Einmalzahlung von 100.000 Euro in diesem Vertragsfall und bei Wahl der volldynamischen Rente zum Beispiel bei der
Hannoverschen Leben,
Debeka oder der
Europa zu Beginn eine Garantierente zwischen 427 und 431 Euro monatlich erhalten. Für Frauen liegt die monatliche Rentenhöhe etwa 40 Euro darunter.
Jede Zusatzklausel kostet jedoch extra und drückt auf die Höhe der Rentenauszahlung. Wer niemanden damit nach seinem Tod versorgen muss, kann solche Varianten außer acht lassen und dadurch eine noch höhere Rente kassieren.
Sinnvolle Planung
Vorsorgeexperten raten älteren Menschen – je nach Vermögenslage – zumindest ein Drittel des Geldvermögens in eine Sofortrente zu stecken, um sich bis zum Lebensende auf jeden Fall eine bestimmte garantierte Rente zu sichern. Ist dann der tägliche Grundbedarf abgedeckt, kann man für ein Zusatzeinkommen noch renditestärkere Anlagen wählen.