Riester-Rente 2010
Große Unterschiede bei den Angeboten
Rund 13 Millionen Sparer sorgen mit einem Riester-Vertrag inzwischen für ihr Alter vor. Doch ein Vergleich zeigt - nicht jedes Versicherungsangebot ist gleich gut.

"Riestern" lohnt sich, denn diese Sparform wird staatlich gefördert. Neben Steuervorteilen gibt es jedes Jahr Zulagen von bis zu 154 Euro pro Person. Hinzu kommen 185 Euro jährlich für jedes Kind, das vor 2008 geboren wurde. Für danach auf die Welt gekommene Sprösslinge spendiert der Staat sogar 300 Euro jährlich. Um die vollen Zulagen zu erhalten, muss man vier Prozent seines Vorjahres-Bruttogehaltes in einen Riester-Vertrag einzahlen.
Riester-Sparen ist in unterschiedlichen Varianten möglich: als klassische oder fondsgebundene Rentenversicherung, sowie als Fondssparplan und Banksparplan und für all diejenigen, die ein Eigenheim finanzieren wollen, wurde die Sonderform des "Wohnriesterns" geschaffen.
Alle Modelle haben eines gemeinsam: Sie sind eine sichere Sache. Egal welcher Vertrag abgeschlossen wird, das einbezahlte Kapital und die Zulagen sind am Ende garantiert.
Förderung für Ihre private Altersvorsorge
Droht im Alter die Versorgungslücke?
Eine junge Familie mit 5-jährigem Kind, die zum Beispiel 2010 das zweite Kind erwartet, kann jetzt bis zu 793 Euro als staatlichen Zuschuss für die private Altersvorsorge im Jahr einstreichen. Voraussetzung: Beide Ehepartner haben einen Riester-Vertrag abgeschlossen und zahlen inklusive Zulage vier Prozent des steuerpflichtigen Vorjahreseinkommens ein. Bei einem Familieneinkommen von 30.000 Euro müsste der Vertrag inklusive Zulagen mit jährlich 1.200 Euro bespart werden, die Familie bräuchte somit nur 407 Euro jährlich selbst zuschießen. Darüber hinaus sind Beiträge bis zu 2.100 Euro steuerlich absetzbar. Übersteigt die Steuerersparnis die Zulagen, wird die Differenz vom Finanzamt erstattet. Insgesamt sind bei Riester-Verträgen so staatliche Förderquoten von bis zu 80 Prozent möglich.
Besonders wichtig: Marktangebote vergleichen
Doch die staatliche Förderung ist nur eine Seite des Sparens – entscheidend ist auch, was die Anbieter später an monatlichen Renten tatsächlich auszahlen. Nur wer vorher die Marktangebote richtig vergleicht, kann sich zusätzlich die besten Vertragsrosinen der Versicherungsgesellschaften herauspicken. Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, moniert zudem, dass viele Angebote keine Angaben zu den Kosten eines Vertragswechsels oder keine hinreichenden Angaben zu den Abschluss- und Verwaltungskosten enthalten.
Ein Musterbeispiel: Ein Riester-Sparer, ledig, keine Kinder, geb. am 01.01.1980, direkt förderungsfähig, Jahreseinkommen 30.000 Euro. Monatliche Zahlung des Mindestbeitrags für maximalen Förderungserhalt. Vertragsbeginn 01.01.2010, Vertragslaufzeit 35 Jahre, Volldynamische Rente, 5 Jahre Rentengarantiezeit. Beim Anbieter
AXA würden hier - unter der Annahme, dass alle staatlichen Zulagen geflossen sind und der Vertrag durchgehalten wird – im Tarif „TwinStar Klassik IRG1“ am Ende garantiert monatlich 240,00 Euro ausgezahlt. Auch die
Hannoversche Leben oder die Postbank Versicherung geben hier als Garantie-Rente über 210 Euro im Monat, mit den erwarteten Überschusszahlungen sogar über 360 Euro monatlich. Wer dagegen auf den falschen Anbieter setzt, kann aber auch garantiert nur rund 160 Euro monatlich raus bekommen. Ein Unterschied, der vor allem über die Jahre hochgerechnet, eine stolze Summe ausmacht.
Anspruch auf die Förderung haben alle gesetzlich rentenversicherten Arbeitnehmer sowie Beamten, Soldaten und Zivildienstleistende, Eltern im Erziehungsurlaub und Arbeitslose mit Arbeitslosengeldbezug. Auch die Ehepartner der oben genannten Personenkreise sind riesterberechtigt. Für Riester-Produkte hat der Gesetzgeber Unisex-Tarife vorgegeben. Zwischen Männern und Frauen gibt es daher weder beim Ansparen noch bei der Auszahlung Unterschiede.
Aktuelle Marktübersichten zu Riester-Verträgen finden Sie immer hier!