Rentner trifft die alljährliche Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung oft am härtesten. Auch wenn die Gesamtstatistik nur moderate Prämienanstiege ausweist: Für Ältere liegen die Prämienerhöhungen zum Jahreswechsel oft im zweistelligen Prozentbereich. Doch es gibt Einsparmöglichkeiten.
In diesem Jahr fallen die Beitragssteigerungen nicht so massiv aus wie im Vorjahr: Im Durchschnitt erhöhen die privaten Krankenversicherer um 4,4 Prozent, 2011 waren es sieben Prozent. In einzelnen Tarifen kann die Erhöhung jedoch wesentlich drastischer ausfallen. Ältere Versicherte sind deshalb so stark betroffen, weil sie meist in Tarifen stecken, die schon lange auf dem Markt sind. Der gesamte Kundenstamm des Tarifs wird immer älter und nimmt immer häufiger medizinische Behandlungen in Anspruch – das treibt die Kosten in die Höhe, was sich in deutlichen Beitragssteigerungen niederschlägt. Junge, gesunde Versicherten, die die erhöhten Ausgaben wieder ausgleichen könnten, steigen jedoch meist in neuere Tarife ein, die noch nicht so lange auf dem Markt sind.
Zwar hat jeder Kunde nach einer Prämiensteigerung ein Sonderkündigungsrecht. Ältere Versicherte sollten davon aber Abstand nehmen. „Bei einem Wechsel zu einem anderen Versicherungsunternehmen geht die bisher angesparte Alterungsrückstellung verloren“, sagt Rüdiger Strichau, Jurist bei der Verbraucherzentrale Berlin. Vor allem steigen die Versicherten aufgrund ihres Alters und eventueller Vorerkrankungen mit hohen Beiträgen in einen neuen Tarif ein, denn eine Überprüfung des Gesundheitszustands ist obligatorisch.
Wechsel zu einem billigeren Tarif desselben Anbieters
Cleverer ist es oft, den Tarif innerhalb des eigenen Unternehmens zu wechseln. „Nach einer Prämienerhöhung hat jeder einen gesetzlichen Anspruch darauf, in einen anderen vergleichbaren Tarif zu wechseln“, sagt Strichau. Und das ohne erneute Gesundheitsprüfung.
Welcher Tarif ist dann der richtige? Natürlich gibt es die Möglichkeit, in den günstigen Standardtarif zu wechseln, den jeder Versicherer anbietet. Doch davor sollte man noch einen Zwischenschritt überlegen: „Ein Einsteiger- oder Hausarzttarif ist zwar etwas teurer als der Standardtarif, aber von den Leistungen deutlich besser“, rät Strichau. Der Standardtarif ist in den Leistungen vergleichbar mit dem Basistarif. Versicherte erhalten dieselben Leistungen wie ein gesetzlich Versicherter. Allerdings müssen die Kunden einen gravierenden Nachteil in Kauf nehmen. Das Arzthonorar wird mit demselben Satz abgegolten wie in der GKV. Allerdings reicht das oft für die Behandlung eines Privatpatienten, bei dem eine andere Gebührenordnung greift, nicht aus. Das ist bei Einsteiger- oder Hausarzttarifen nicht der Fall. Hier sind die Konditionen deutlich besser.
Weitere Einsparmöglichkeiten
Bevor man den Tarif wechselt, sollte man die versicherten Leistungen überprüfen. Auch hier liegt Einsparpotential. Unter Umständen ist ein Verzicht auf Krankenhaustagegeld zu verschmerzen oder ein Wechsel von einem Einbett- in ein Zweibettzimmer bei einem Krankenhausaufenthalt. Einsparungen kann man auch über eine Erhöhung des Selbstbehalts vornehmen. Allerdings sollte man beachten, dass man Leistungen jederzeit kürzen kann. Sie aber wieder aufzustocken kann problematisch werden. Denn dann ist eine erneute Gesundheitsprüfung fällig.