Privathaftpflicht
Selbstbehalt spart selten Kosten
15.06.2008
Von Annette Jäger
Es klingt verlockend: Wer sich im Schadensfall finanziell an der Begleichung der Kosten beteiligt, kann unter dem Strich Geld sparen. Auch bei der privaten Haftpflichtversicherung ist dieses Tarifmodell eine Option, die Unternehmen sparwilligen Kunden gerne unterbreiten: Mit sogenannten Selbstbehalt-Tarifen kann man den jährlichen Beitrag der Police zum Teil erheblich senken.

Doch das Sparpotential dieses Angebots ist fragwürdig. Denn sehr selten sind es Schäden in Höhe von mehreren Tausend oder sogar Millionen Euro, für die eine Privathaftpflicht im Ernstfall zum Tragen kommt. Viel häufiger kommen kleinere Unfälle vor, wie der Rotweinfleck auf dem Teppich der Nachbarn oder eine zerbrochene Vase bei den Bekannten, bei denen die Police notwendig wird.
Wer eine hohe Selbstbeteiligung mit 200 oder sogar mehr Euro vereinbart hat, geht dann stets leer aus. Er zahlt sogar doppelt: Die Versicherungsbeiträge und den Schaden. Ein Selbstbehalt kann allerdings dann sinnvoll sein, wenn man wegen vieler zu versichernder Extras auf einen hohen Jahresbeitrag kommt.
Ohnehin gehört die Police zu den eher günstigen Versicherungsangeboten, weshalb ein Selbstbehalt-Tarif aus rein finanzieller Sicht oft nicht nötig ist. Für eine Familie kostet ein guter Basisversicherungsschutz rund 50 Euro im Jahr. Dies schließt eine Deckungssumme im Schadensfall von drei Millionen Euro ein - die Mindestsumme wie Verbraucherschützer empfehlen. Dabei sind Angebote von Direktversicherern oft sehr viel günstiger.