Wer möchte jetzt schon daran denken, im Alter auf Hilfe angewiesen zu sein? Sich aber die nötige Unterstützung einmal nicht leisten zu können, ängstigt viele. Was Sie zum Thema private Pflegeversicherung wissen sollten.
Heute sind rund 2,4 Millionen Deutsche auf Pflege angewiesen. Bis zum Jahr 2050 sollen es annähernd doppelt so viele sein. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt schon in aller Regel nicht die tatsächlichen Kosten ab - und das wird in den nächsten Jahren wohl kaum besser werden. Ein Heimplatz kann gut 3.000 bis 4.000 Euro im Monat kosten. Im Schnitt müssen Männer mit knapp 50 Monaten Pflegebedürftigkeit kalkulieren, Frauen sogar mit rund 60 Monaten. Die Kosten dafür liegen bei etwa 90.000 Euro bzw. 115.000 Euro. Die gesetzlichen Leistungen decken in der Regel noch nicht mal die Hälfte der Summe ab.
Reicht das eigene Einkommen und Vermögen nicht aus, die darüber hinausgehenden nötigen Hilfen zu bezahlen, springt das Sozialamt ein. Allerdings kann es die Mehrkosten bei den Kindern einfordern. Die Vorstellung, im Alter oder gesundheitlichen Ernstfall einmal dem Nachwuchs auf der Tasche zu liegen, ist nicht Jedermanns Sache. Auch im Fall der Fälle nur den gesetzlichen Mindeststandard an Hilfe zu bekommen, beunruhigt viele. Deswegen sorgen sie privat für den eigenen Pflegefall vor. Wer die wichtigsten Fakten zur privaten Pflegeversicherung nicht kennt, könnte allerdings verkehrt, schlecht oder sogar unnötig Geld ausgeben. So machen Sie es besser:
Grundsätzlich gibt es drei Arten der privaten Vorsorge:
Pflegekostenversicherung
Übernimmt bis zu einer vereinbarten Höhe die Mehrkosten, die nicht von der gesetzlichen Versicherung bezahlt werden. Da in der Regel Nachweise der Pflegekosten verlangt werden, eignet sie sich eher für die Bezahlung professioneller Pflegedienste oder -heime.
Pflegerentenversicherung
Zahlt im Pflegefall eine monatliche Rente entsprechend der Pflegestufe unabhängig von den Pflegekosten und ist damit relativ flexibel einsetzbar. Funktioniert ähnlich wie eine Lebensversicherung und die Beiträge können auch ausgesetzt werden, falls es mal knapp wird.
Pflegetagegeldversicherung
Wird eine Pflegestufe erreicht, gibt es ein frei einzusetzendes Tagegeld in entsprechender Höhe. Laut
Stiftung Warentest ist das die günstigste Form, für Pflegebedürftigkeit zusätzlich vorzusorgen. Allerdings müssen die Beiträge immer kontinuierlich bezahlt werden.