Kassenpatienten, die gesund bleiben und keine Leistungen ihrer Versicherung in Anspruch nehmen, können mit Wahltarifen bis zu 900 Euro im Jahr sparen. Eine Studie hat 414 Tarife der gesetzlichen Krankenkassen untersucht.
Seit Einführung des Gesundheitsfonds gibt es bei den gesetzlichen Krankenkassen keine unterschiedlichen Beitragssätze mehr. Die einheitlichen 15,5 Prozent haben für viele Versicherte aber tatsächlich eine Erhöhung der monatlichen Krankenkassenkosten mit sich gebracht. An den Leistungen hat sich dagegen oft nichts verändert. Um neue Mitglieder zu gewinnen, werben viele Kassen deshalb mit finanziellen Vorteilen durch Bonusprämien sowie Rückzahlung von erwirtschafteten Überschüssen. Weitaus mehr Einsparungen lassen sich allerdings durch spezielle Wahltarife erzielen. Bis zu 900 Euro Ersparnis pro Jahr sind durch Selbstbehalt, Tarife mit Beitragsrückgewähr oder der Kombination aus beiden Tarifen drin. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift Öko-Test, die 414 Wahltarife der gesetzlichen Kassen miteinander verglich.
Gesunde können sparen
Ein Vorteil vor allem für gesunde Beitragzahler: Denn bei Tarifen mit Selbstbehalt verpflichtet sich der Versicherte Leistungen bis zu einer vereinbarten Summe aus eigener Tasche zu begleichen. Im Gegenzug zahlt die Kasse dann eine gewisse Prämie aus. Bei den Beitragsrückgewährtarifen erhalten Versicherte eine Rückerstattung, wenn Sie und Ihre Angehörigen ein Jahr lang keine Leistungen in Anspruch nehmen. Wichtige Vorsorgemaßnahmen, wie Impfen und Co., die halbjährliche Prophylaxe beim Zahnarzt sowie die medizinische Behandlung minderjähriger mitversicherter Kinder sind davon nicht betroffen. Allerdings gibt es bei beiden Tarifen auch einen Nachteil: Mit dem Abschluss bindet sich der Versicherte für mindestens drei Jahre an seine Kasse. Das Sonderkündigungsrecht entfällt, auch wenn die Beiträge steigen. So will es der Gesetzgeber.
Tops und Flops der untersuchten Wahltarife
Am meisten sparen lässt sich laut Ökotest mit dem den Kombitarifen von BIG und der BKK Pfalz. Hier sind bis zu 900 Euro und bis zu 30 Prozent Einsparpotential pro Jahr drin. Dazu muss man allerdings wissen, dass die BIG, anders als marktüblich, die Leistungen für minderjährige Kinder zu 50 Prozent auf den Selbstbehalt anrechnet. Verlierer im Test mit einem Sparpotential von gerade mal 0,97 Prozent in der obersten Einkommensklasse (bei maximalem Selbstbehalt von 100 Euro) ist die BKK Gesundheit. Es folgen die Barmer mit nur 1,38 Prozent im Tarif G80 und die BKK Ost-Hessen mit der Sparmöglichkeit von 2,03 Prozent im Tarif SSB. Bei solch geringen Vorteilen lohnt es sich laut Meinung der Tester kaum, sich im Gegenzug für drei Jahre an einen Tarif zu fesseln.