Die Leistungen in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) wurden in den vergangenen Jahren immer weiter gekürzt. Private Krankenzusatzversicherungen sind deshalb zunehmend gefragt. Solche Policen kann man inzwischen auch direkt bei den Kassen abschließen.
Neben Sehhilfen und Zahnersatz, Behandlungen durch Heilpraktiker und Chefarzt im Krankenhaus umfassen die Zusatzpolicen auch Tagegelder, Auslandskrankenversicherungen sowie zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen.
Dabei treten die Kassen nicht selbst als Versicherer auf, sondern haben Rahmenverträge mit Privatversicherern abgeschlossen. Aufgrund ihres großen Mitgliederbestandes wurden hierbei oft lukrative Preisnachlässe ausgehandelt. Je nach Tarif beziffern die Kassen den Preisvorteil zwischen 5 und 15 Prozent gegenüber den herkömmlichen privaten Zusatzpolicen.
Konditionen abhängig von Alter und Gesundheit
Viele der neuen Angebote sind geschnürte Versicherungspakete. Sie unterscheiden sich in Inhalt und in Preisgestaltung und sind deswegen schwer vergleichbar. Bei Vertragsabschluss spielt das Eintrittsalter des Versicherten eine wesentliche Rolle. Ein Zwanzigjähriger zahlt weniger Monatsbeitrag als jemand, der sich erst mit 40 oder 50 zusätzlich versichert. Auch der Gesundheitszustand spielt eine Rolle. So ist in der Regel ein Fragenkatalog auszufüllen, der sich von Vorerkrankungen und aktuellen Beschwerden über den Zustand des Gebisses bis hin zu Krankenhausaufenthalten erstreckt. Mit der möglichen Konsequenz, dass bestimmte Leistungen ausgeschlossen werden, die Beiträge höher liegen oder der Interessent ganz abgelehnt wird.
Leistungen und Zuschüsse genau prüfen
Wer sich Angebote von den Kassen einholt, darf nicht nur allein auf den Preis achten, sondern muss die einzelnen Leistungen und Zuschüsse detailliert prüfen. Zahlt die eine Versicherung nur 20 Prozent beim Zahnersatz dazu, erstattet die andere vielleicht 50 Prozent. Ein wichtiger Aspekt ist auch, ob die Zusatzleistung nur eine Aufstockung einer GKV-Leistung oder unabhängig davon sein soll.
Kassenwechsel kann teuer werden
Einen großen Nachteil haben Zusatzversicherungen, die man über die gesetzliche Krankenversicherung abschließt: Wechselt man die Krankenkasse, endet in der Regel die Zusatzversicherung. Oft gibt es zwar die Möglichkeit, die Police auch nach der Kündigung der GKV im direkten Verhältnis beim privaten Versicherer weiterzuführen. Dieser wird jedoch meist eine Gesundheitsuntersuchung verlangen, um das eigene Versicherungsrisiko kalkulieren zu können.
Hinzu kommt, dass man ja älter geworden ist und in eine höhere Einstiegsklasse fällt. Auch geht der GKV-Rabatt verloren. Im günstigsten Fall wird der Monatsbeitrag steigen, im schlimmsten Fall die Private die Zusatzversicherung verweigern. Letzteres dürfte vor allem ältere und kranke Menschen treffen. Wer in der neuen Kasse einfach eine neue Police abschließt, muss bedenken, dass auch hier das Eintrittsalter für die Zusatzversicherung gestiegen ist, was ebenfalls höhere Monatsbeiträge nach sich zieht.