Gesetzliche Krankenversicherung
Nur wer gesund bleibt, kann wirklich sparen
11.02.2011
Von Annette Jäger
Die Kosten in der gesetzlichen Krankenversicherung steigen mit jeder Gesundheitsreform für die Versicherten. Ein Wahltarif, der beim Arztbesuch einen Selbstbehalt vorsieht, erscheint oftmals als attraktive Möglichkeit, die Mehrbelastung wieder einzusparen. Doch geht die Rechnung auch auf?
Das Prinzip ist einfach: Der Versicherte verpflichtet sich, im Falle eines Arztbesuchs, einen gewissen Kostenanteil aus eigener Tasche zu bezahlen. Wie hoch dieser ist, wird vorher festgelegt. Erst wenn dieser Eigenanteil ausgeschöpft ist, springt die Kasse ein. Zur Belohnung gibt es finanzielle Bonusleistungen.
Jede Kasse hat hier ihr eigenes Modell entwickelt. Viele bieten sieben oder sogar mehr verschiedene Selbstbehalttarife an. Je höher der Selbstbehalt, desto größer auch der potentielle Bonus. Einige Kassen haben ihre Angebote nach Einkommen gestaffelt. Wer mehr verdient, trägt einen höheren Selbstbehalt, bekommt aber auch einen größeren finanziellen Bonus. Der maximale Bonus ist gesetzlich auf 600 Euro begrenzt. Die üblichen Vorsorgeuntersuchungen sind vom Selbstbeteiligungstarif ausgenommen.
Wer gesund bleibt und keinen Arzt benötigt, kann hier einige hundert Euro im Jahr sparen. Wird man dagegen krank, kann man sogar draufzahlen, denn dann übersteigt die Eigenbeteiligung schnell die Bonusleistung. Die besondere Krux: Der Versicherte muss sich über einen Zeitraum von drei Jahren an den Tarif binden. Früher kann er nicht aussteigen, auch wenn er ernstlich krank wird.
Foto: DAK/van den Berg /ddp ID:687