Gesetzliche Krankenkassen
Wahltarife versprechen auch bessere medizinische Versorgung
04.06.2008
Von Annette Jäger
Der zum Teil nur magere Spareffekt bei den Pflicht-Wahltarifen der gesetzlichen Krankenkassen sollte manche Versicherte nicht davon abhalten, dennoch einen solchen zu wählen. Denn bei diesen Tarifen steht die effizientere medizinische Versorgung im Vordergrund, die bei bestimmten Krankheitsbildern von großem Vorteil sein kann. Ein genauer Blick auf die unterschiedlichen Versorgungsmöglichkeiten der Krankenkasse lohnt sich also.

Die Kassen müssen seit 1. April 2007 spezielle Tarife zur Hausarztversorgung, zur integrierten Versorgung und für sogenannte Disease-Management-Programme (DMP) anbieten. Wer einen solchen Tarife wählt, erhält Vergünstigungen: Der Erlass oder die Reduzierung der Praxisgebühr von bis zu 40 Euro im Jahr, eine Prämie zwischen 40 bis 100 Euro oder auch eine Begrenzung der Zuzahlungen, was bei chronisch Kranken, die viele Medikamente bezahlen müssen, ein durchaus attraktives Angebot ist. Ansonsten wirken sich die Sparmöglichkeiten nicht spürbar auf den Geldbeutel aus.
Viel wichtiger ist jedoch, dass Patienten in bestimmten Fällen besser versorgt werden. Die Pflicht-Wahltarife sind darauf ausgelegt, dass Ärzte bei bestimmten Krankheitsbildern Hand in Hand arbeiten, Befunde ausgetauscht und so Doppeluntersuchungen und unterschiedliche Therapieansätze vermieden werden. Chronisch Kranken stehen bestimmte Schulungen zum Umgang mit ihrer Krankheit offen. Wem also eine größere Operation bevorsteht, oder wer eine chronische Erkrankung wie Diabetes oder Asthma hat, kann von diesen Tarifen in ganz anderer Hinsicht, als in rein finanzieller, profitieren.
Foto: DAK/Schlaeger /ddp ID:1425