Berufsunfähigkeit
Lebensstandard sichern
10.03.2011
Von Oliver Mest
Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Policen, aber Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht gleich Berufsunfähigkeitsversicherung: Bei kaum einer anderen Police ist der Vertragsinhalt so entscheidend für einen optimalen Schutz wie beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung.
Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung haben Sie verschiedene Optionen: Sie können eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung als eigenen Vertrag abschließen oder den Schutz gegen Invalidität mit einer Lebensversicherung koppeln – dann handelt es sich um eine sogenannte BUZ,
eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung.
Welche der Optionen sinnvoller ist, lässt sich generell nicht beantworten. Bei der Kombination der Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Risikolebensversicherung kann das Paket so wenig kosten, dass Sie eine konkurrenzlos günstige Möglichkeit haben, Ihre Familie oder Ihren Partner für den Fall abzusichern, dass Sie sterben. In diesem Fall ist das Paket meist die richtige Wahl. Wenn Sie aber niemanden abzusichern haben, ist die BUZ nicht die richtige Wahl, sondern Sie sollten eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.
Wie hoch sollte die vereinbarte Rente sein?
Wie viel Geld Sie im Invaliditätsfall von Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, entscheidet im Nachhinein darüber, wie gut der Schutz gewählt war. Sie sollten versuchen, eine Rente zu vereinbaren, die möglichst nahe an Ihr aktuelles Nettoeinkommen heranreicht. Zu 100 Prozent werden Sie dieses Nettoeinkommen nur selten zu einem bezahlbaren Preis abgesichert bekommen - aber weniger als 75 Prozent sollten es auch nicht sein, um die Versorgungslücke mit der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zu groß werden zu lassen. Denn im schlimmsten Fall müssen Sie damit rechnen, dass Sie tatsächlich kein Einkommen mehr erzielen können – die Rente der Berufsunfähigkeitsversicherung wäre dann neben einer eventuellen Zahlung aus der gesetzlichen Rentenversicherung Ihr einziges Einkommen.
Die staatlichen Zahlungen halten sich in Grenzen: Bei Berufsunfähigkeit erhalten diejenigen, die nach 1960 geboren sind, nur noch eine Teilrente bei Erwerbsunfähigkeit. Die liegt bei 3.000 Euro Bruttogehalt in der Regel bei 500 bis 1.000 Euro monatlich, je nachdem, wie viel man noch arbeiten kann. Mehr als ein Drittel des Gehalts wird der Staat in dem Beispiel nie zahlen, kann man noch ein paar Stunden schuften, gibt’s nur knapp 500 Euro.
Dynamisierung für eine steigende Berufsunfähigkeitsrente
Denken Sie daran: Wenn Sie heute 75 Prozent Ihres Nettogehalts absichern, sind das vielleicht in zehn Jahren nur noch 40 oder 50 Prozent, weil das Gehalt gerade in den ersten Berufsjahren sehr stark steigt. Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung sollte da Schritt halten. Da Sie nicht alle paar Jahre einen neuen Vertrag abschließen können, müssen Sie steigende Gehälter bereits beim Vertragsschluss mit einplanen. Eine Möglichkeit dazu ist die Dynamisierung von Beiträgen und Leistungen. Damit vereinbaren Sie bei Vertragsabschluss, dass Ihre Rente pro Jahr um einen festgelegten Satz von meist drei oder fünf Prozent steigt. Der Haken dabei: Die Dynamisierung lässt Ihnen schnell die Beiträge davonlaufen, denn auch die steigen mit der Rente an.
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