Altersvorsorge
Familien riestern gerne
04.05.2012
Von Max Geißler
Die staatlich geförderte Riester-Rente findet sehr unterschiedlichen Anklang. Während Hauptschüler wenig von der Förderrente halten, machen Familien mit Kindern regen Gebrauch.
Im zehnten Jahr der Riester-Rente hat das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) Bilanz gezogen. Die aktuelle Untersuchung, die das Forschungsinstituts Empirica im Auftrag des DIA durchgeführt hat, zeigt, dass die Vermögensbildung insbesondere von Niedrig- und Normalverdienern sowie von Nichterwerbstätigen gestärkt wurde, bei anderen Personengruppen zeichnen sich allerdings erhebliche Mitnahmeeffekte ab.
Die Ergebnisse belegen, dass Familien die höchste Ausschöpfungsquote bei Riester-Verträgen haben. Vor allem Familien mit jüngeren Kindern unter 16 Jahren (30 Prozent), aber auch Alleinerziehende (20 Prozent) riestern öfter als Alleinlebende und kinderlose Paare (jeweils 15 Prozent).
Neben dem familiären Umfeld sowie Alter und Einkommen ist der Bildungsstand relevant. „Personen mit geringerem Schulabschluss haben deutlich seltener einen Riester-Vertrag“, sagt Reiner Braun, Co-Autor der Studie. So riestern bei Personen ohne jeglichen Schulabschluss nur drei Prozent der Förderberechtigten, bei Menschen mit Hauptschulabschluss sind es 16 Prozent. Dagegen liegt der Anteil der Riester-Sparer mit Realschulabschluss bei 23 Prozent, bei Personen mit Fach- und Hochschulabschluss bei 24 Prozent. Typische Riester-Sparer lassen sich anhand objektiver Charakteristika wie folgt beschreiben: Es sind eher jüngere Personen (30 bis 40 Jahre), vor allem Mütter mit Kindern, sie verfügen über eher hohes Haushaltseinkommen aber eher geringes Erwerbseinkommen und besitzen mindestens Realschulabschluss.
Die meisten sind zufrieden
Um zu klären, welche Personen in welchem Umfang riestern, wurden in der DIA-Untersuchung Gruppen mit ähnlichen Einstellungen gebildet. Die mengenmäßig größte Teilgruppe sind die Zufriedenen (33 Prozent), gefolgt von den Verunsicherten (25 Prozent), den zufriedenen Familientypen (15 Prozent) sowie drei kleineren Gruppen: die unzufrieden Versicherten (8 Prozent), die überlasteten Familientypen (12 Prozent) sowie die Uninformierten (7 Prozent).
Der ideale Riester-Sparer ist der „Verunsicherte“. Seine Riesterquote entspricht genau dem Durchschnitt von 19 Prozent. Seine ungeförderten Geldanlagen sind als Riestersparer nicht signifikant höher als bei den Riesterabstinenzlern aus dieser Gruppe. Aber sein Nettogeldvermögen (gefördertes plus ungefördertes Vermögen) ist aufgrund des Riestersparens größer als ohne Riesterförderung. Das zeigt: Hier hat die Förderung ihr Ziel erreicht.
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