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Altersarmut

Die Pleite vermeiden

16.09.2011
Von Max Geißler
Rückläufige Rentenleistungen bringen immer mehr Senioren in finanzielle Not. Wie Sie mit Riester-Förderung, Rürup-Rente oder Betriebsrenten den Kapitalaufbau für das Alter beflügeln.
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Im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um Altersarmut in Deutschland und dem Start des „Regierungsdialogs Rente“ hat die Wirtschaftsauskunftei Bürgel die Entwicklung der Privatinsolvenzen von deutschen Bürgern über 60 ausgewertet.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Pleiten deutscher Senioren nehmen deutlich zu. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Privatinsolvenzen um insgesamt 8,9 Prozent gestiegen. Dabei verbuchten Frauen mit 13,5 Prozent eine deutliche größere Zunahme an Insolvenzen als Männer mit 5,9 Prozent. In absoluten Zahlen gesehen, stiegen die Insolvenzen von insgesamt 4.752 (1. Halbjahr 2010) auf 5.173 (1. Halbjahr 2011), wobei Männer mit knapp 60 Prozent immer noch einen deutlich größeren Anteil an Pleiten zu verzeichnen haben als Frauen mit rund 40 Prozent.
Zum persönlichen Vergleichfondsgebundene Rentenversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
Privatvorsorge unerlässlich

Wer Altersarmut und finanzielle Engpässe im Alter vermeiden möchte, der kommt um private Zusatzvorsorge kaum herum. Einen Königsweg gibt es zwar nicht, aber einige Grundprinzipien, die den Vermögensaufbau erleichtern. Eine Grundregel lautet: Früh starten. Denn der Zinseszinseffekt wirkt umso effektiver, je länger ein Sparvorgang läuft. Bei langer Spardauer ermöglichen bereits kleine Sparbeiträge ein stattliches Vermögen. Spätstarter benötigen wesentlich höhere Einsätze.

Beispiel: Ein Sparer legt ab dem 25. Lebensjahr monatlich 75 Euro zurück. Bei fünf Prozent Rendite erzielt er nach 40 Jahren ein Bruttoergebnis von 111.664 Euro, der Zinsgewinn beläuft sich auf 75.664 Euro. Startet der Sparplan zehn Jahre später, muss der Anleger für ein adäquates Sparergebnis bereits 136 Euro aufwenden. Beginnt er erst mit 45 Jahren, sind monatlich 275 Euro erforderlich. Der Eigenaufwand klettert von 36.000 auf 66.000 Euro, der Zinsgewinn sinkt auf 46.072 Euro.

Staatliche Förderung puscht Kapitalbildung

Neben dem Frühstart beflügeln staatliche Zuschüsse den Kapitalaufbau. In Frage kommen Riester-Förderung, Rürup-Rente oder Betriebsrenten. Für abhängig Beschäftigte, Beamte und viele nicht berufstätige Ehegatten ist die Riester-Rente erste Wahl. Die mit Zuschüssen und Steuervorteilen geförderte private Rentenvorsorge ist finanziell äußerst attraktiv. Jeder Erwachsene erhält pro Jahr einen Zuschuss von 154 Euro, für jedes Kind kommen je nach Alter 185 oder 300 Euro hinzu. Ein Ehepaar mit zwei Kleinkindern kann jährlich bis zu 908 Euro an Fördermitteln kassieren.

Im Lauf von 20 Jahren summiert sich die staatliche Unterstützung auf 18.160 Euro. Die volle Förderung erhält, wer vier Prozent seiner rentenpflichtigen Vorjahreseinkünfte in den Vertrag einzahlt. Eigenbeitrag plus staatliche Zulagen sind bis zur Höhe von 2.100 Euro als Sonderausgabe absetzbar. Ist der Steuernachlass höher als die erhaltenen Zulagen, schreibt das Finanzamt die Differenz gut. Nachteil: 100-prozentige Besteuerung der Rentenleistung. Drei Produkte stehen zur Wahl: Rentenversicherung, Fondssparplan und Banksparplan.

Tipp: Wer sich bis Ende des Jahres für eine Rentenpolice entscheidet, der sichert sich noch aktuelle Garantiezinsen von 2,25 Prozent. Ab 2012 sinkt der Mindestzins auf 1,75 Prozent. Ledige, die ab dem 30. Lebensjahr monatlich 100 Euro in eine klassische Rentenpolice einzahlen, können bei Topanbietern ab dem 65. Lebensjahr mit Monatszahlungen zwischen 350 bis 380 Euro rechnen, etwa bei Hanse Merkur (383 Euro), Huk 24 (379 Euro) oder Cosmos Direct (355 Euro).

Steuervorteile für Selbstständige

Selbstständige ohne gesetzlichen Rentenanspruch können mit einer Rürup-Rente steuerbegünstigt fürs Alter vorsorgen. Im Jahr 2011 sind 72 Prozent der Beitragszahlungen, höchstens jedoch 14.400 Euro, als Sonderausgabe absetzbar. „Ein Selbstständiger mit einem zu versteuernden Einkommen von 100.000 Euro kann dadurch bis zu 6.380 Euro Steuern plus Solidaritätszuschlag sparen“, rechnet der Münchner Steuerberater Jörg Assmann vor. Ab 2012 sind 74 Prozent der Einzahlungen steuerbegünstigt. Der absetzbare Höchstbetrag steigt bis zum Jahr 2025 auf 20.000 Euro an. Vorteile: Die Beitragszahlungen sind flexibel, Sonderzahlungen jederzeit erlaubt, es besteht lebenslange Rentengarantie.

Zudem genießen Rürup-Verträge Gläubigerschutz. Nachteile: Besteuerung der Auszahlungen analog zur gesetzlichen Rente, es besteht kein Kapitalwahlrecht und der Vertrag ist nicht vererbbar. Zwei Versicherungsvarianten stehen zur Wahl: klassische und fondsgebundene Rentenpolice. Abgesehen von den Rürup spezifischen Regelungen sind die Verträge den Bedingungen einer privaten Rentenversicherung vergleichbar. Wer 35 Jahre lang 100 Euro in eine Rürup-Versicherung einzahlt, dem prognostiziert Huk 24 eine anfängliche Monatsrente von 407 Euro, Hannoversche Leben und Asstel je 371 Euro und die Debeka 361 Euro.
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