Eltern können bereits vor dem Durchbruch der ersten Zähne einiges für die Zahngesundheit ihres Kindes tun. Denn sinnvoller Kariesschutz beginnt bereits beim noch zahnlosen Säugling. Worauf Sie achten sollten.
Lange Zeit gingen Experten davon aus, dass Kinder Kariesbakterien erst ab einem Alter von etwa eineinhalb Jahren bis knapp drei Jahren erwerben können. Zu einem Zeitpunkt also, wenn schon einige Milchzähne im Mund sichtbar vorhanden sind. Eine amerikanische Studie aus Illinois kommt aber nun zu dem Ergebnis, dass sich Kariesbakterien schon weit früher im Mund ansammeln – nämlich bereits bevor die ersten Zähnchen überhaupt durchbrechen und sich die meisten noch keinerlei Gedanken zum Thema Zahnpflege machen.
Frühe Kariesansteckung verhindern
Tatsächlich sind es oft die Eltern, die den noch zahnlosen Säugling ahnungslos mit Kariesbakterien anstecken. Eigentlich wollen sie nur den heruntergefallenen Schnuller reinigen oder den Brei vorkosten und lecken dazu den Gegenstand kurz ab. Durch das Ablecken aber gelangt Speichel mit Kariesbakterien über den Schnuller oder Löffel in den kindlichen Mund und kann sich dort vermehren. Kontaktpersonen sollten deshalb möglichst darauf achten, Löffel, Schnuller oder Spielzeuge, die von Babies gern in den Mund genommen werden, wie Beißringe oder ähnliches, selbst nicht in den Mund zu nehmen.
Süßes meiden
Besonders fatal ist in diesem Zusammenhang der häufige Genuss zuckerhaltiger Getränke, süßer Breis oder sonstiger Süßigkeiten. Sie schaffen eine besonders zahnschädigende Mundflora. „Der ständige Gehalt von Zucker im Mund ist der ideale Nährboden für die Kariesbakterien, die sich dafür mit dem Zerstören der Zahnsubstanz bedanken“, betont Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Die kleinen Zähnchen wachsen nämlich in dieses bereits ungünstige Mundmilieu hinein und sind den Attacken der Zahnfäule anschließend relativ schutzlos ausgeliefert. „Wenn Süßigkeiten oder süße Getränke genossen wurden, empfiehlt es sich, anschließend den Mund mit klarem Wasser auszuspülen oder gegebenenfalls die Zähne zu putzen“, empfiehlt Fegeler.
Regelmäßig richtig reinigen
Auch wenn noch keine Zähne sichtbar sind, sollte der noch zahnlose Kiefer des Säuglings darüber hinaus regelmäßig gereinigt werden. Dazu empfiehlt der Kinder- Jugendarzt Fegeler ein feuchtes Wattestäbchen oder eine weiche Kinderzahnbürste zu verwenden und damit das Zahnfleisch sanft abzuwischen. Wenn, etwa zwischen dem sechsten und neunten Lebensmonat, die ersten Zähne durchbrechen, sollten natürlich auch diese regelmäßig mit einem Wattestäbchen oder einer speziellen Babyzahnbürste gesäubert werden. Zahnpasta wird bei sehr kleinen Kindern noch nicht verwendet, da diese sie bis zum Alter von etwa drei Jahren in der Regel noch komplett verschlucken. Die Fluoridprophylaxe erfolgt in dieser Zeit über spezielle Fluoridtabletten, die oft in Kombination mit Vitamin D täglich verabreicht werden. Ab etwa drei Jahren - sobald das Kind zuverlässig spülen und ausspucken kann - sollten die Zähne mindestens zweimal täglich mit einer weichen Kinderzahnbürste und einer Kinderzahnpasta mit reduziertem Fluoridgehalt geputzt werden. Ab Schulalter kann Zahnpasta mit demselben Fluoridgehalt wie für Erwachsene verwendet werden.