Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 25.11.2011

Krankenkassen Wechsel gut √ľberlegen

Zum Jahreswechsel wird es wieder spannend: Welche gesetzliche Krankenkasse wird einen Zusatzbeitrag erheben, welche kommt noch ohne aus? Eines ist sicher: Erhebt die Kasse die monatlichen Extrakosten, kann der Versicherte die Kasse immer noch wechseln. Ist das zu empfehlen?
Krankenkasse Zusatzbeitrag Prämie Gesundheit kosten
Trotz mitunter g√ľnstigerer Beitragssituation sollte vor einem Wechsel zu einer anderen Kasse einiges beachtet werden. „Bei laufenden Behandlungen kann die neue Kasse die medizinische Notwendigkeit erneut pr√ľfen“, sagt Gisela Rohmann, Gesundheitsexpertin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. M√∂glicherweise kann sich das negativ f√ľr den Patienten auswirken.

Sonderk√ľndigungsrecht bei Zusatzbeitrag

Bisher verlangen die wenigsten Krankenkassen einen Zusatzbeitrag. Da rund 95 Prozent der Leistungen aller Kassen gleich sind, ist ein Wechsel zu einer Krankenkasse, die keinen Zusatzbeitrag erhebt, attraktiv. Das geht auch in der Regel v√∂llig problemlos: Erhebt die eigene Kasse erstmals einen Zusatzbeitrag entsteht f√ľr den Versicherten ein Sonderk√ľndigungsrecht. In diesem Fall muss man also nicht die sonst obligatorische 18-monatige Mindest-Mitgliedschaft erf√ľllen.
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Nach der schriftlichen Mitteilung kann man bis zur erstmaligen F√§lligkeit der Beitragserhebung k√ľndigen. Eine K√ľndigung sollte per Einschreiben erfolgen. Die Kasse muss innerhalb von 14 Tagen eine Best√§tigung schicken, dass sie die K√ľndigung erhalten hat. Diese legt man dann der neuen Krankenkasse vor. Die gesetzlichen Krankenkassen m√ľssen jeden aufnehmen, auch wenn der Versicherte bereits Vorerkrankungen hat. Man muss also keine Angst haben, pl√∂tzlich ohne Versicherungsschutz da zu stehen.

Wann Nachteile entstehen

Allerdings kann ein Wechsel auch Nachteile mit sich bringen. Dies gilt dann, wenn der Patient beispielsweise gerade eine umfangreichere Zahnarztbehandlung erh√§lt, eine Psychotherapie wahrnimmt oder einer Pflegestufe zugeordnet ist. Der neuen Kasse steht es frei, die Notwendigkeit der Behandlung erneut zu pr√ľfen. „Das kann f√ľr den Patienten erst mal Stress bedeuten“, sagt Verbrauchersch√ľtzerin Rohmann. Geht es um die Zuordnung zu einer Pflegestufe, k√∂nnte erneut der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) einen Hausbesuch abstatten und die Lage des Versicherten pr√ľfen. M√∂glicherweise entscheidet die neue Kasse dann anders. Das kann sowohl zu Lasten des Patienten gehen als auch zu dessen Vorteil.

Versicherte haben kaum eine Chance, im Vorfeld abzukl√§ren, wie die neue Kasse bei einer laufenden Behandlung entscheiden wird. „Das l√§sst sich ja meist nicht am Telefon mit einem Sachbearbeiter kl√§ren“, sagt Rohmann. Wechselfreudige Versicherte sollten deshalb vorsichtig sein und genau √ľberlegen, welche Leistungen ihrer Kasse sie gerade wahrnehmen, welche f√ľr sie wichtig sind, und dann √ľberlegen, ob ein Wechsel trotzdem lohnt.
 

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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe √ľber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t√§tig.

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