Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 05.12.2010

HörgerĂ€te Kassen mĂŒssen voll bezahlen

Krankenkassen mĂŒssen digitale HörgerĂ€te in vollem Umfang erstatten, wenn sie medizinisch notwendig sind. So das Urteil vom Bundesgerichtshof in Kassel.
Hören HörgeraÀt Krankenkassen Gesundheit

Besser hören, dank einem digitalen HörgerÀt.

Mehr als 15 Millionen Deutsche hören schlecht und benötigen ein HörgerĂ€t. Seit 2005 leisten die Kassen dafĂŒr nur noch einen Festbetrag, der je nach Kasse und Region bei rund 400 Euro pro HörgerĂ€t liegt. Dieser Betrag reicht fĂŒr eine einfache und zweckmĂ€ĂŸige Versorgung mit einem analogen HörgerĂ€t. FĂŒr ein modernes digitales GerĂ€t mĂŒssen Versicherte viel aus eigener Tasche dazu bezahlen. Tausend Euro pro HörgerĂ€t sind keine Seltenheit.

Volle KostenĂŒbernahme bei medizinischer Notwendigkeit

Problematisch war diese Lösung vor allem fĂŒr die Gruppe von Menschen, die fast gehörlos sind und denen analoge HörgerĂ€te nicht mehr helfen. Sie benötigen modernste digitale GerĂ€te und mussten bislang dafĂŒr viel Geld aufbringen. Diesem Missstand ist der Bundesgerichtshof in Kassel mit einem Grundsatzurteil klar entgegen getreten: Demnach muss die Krankenkasse fĂŒr HörgerĂ€te aufkommen, die dem Stand der Medizintechnik entsprechen, die eine bestmögliche Angleichung an das Hörvermögen Gesunder ermöglichen und gegenĂŒber anderen Hörhilfen deutliche Gebrauchsvorteile im Alltagsleben vorweisen. Geklagt hatte ein 27-JĂ€hriger, der seit Geburt hörbehindert und fast gehörlos ist. Statt des bereits geleisteten Teilbetrages von 987,31 Euro muss seine Kasse nun auch noch die restlichen Kosten von rund 3.000 Euro ĂŒbernehmen.

AnsprĂŒche von Schwerhörigen deutlich gestĂ€rkt

Mit diesem Urteil werden die AnsprĂŒche von rund 125.000 Schwerhörigen in Deutschland gestĂ€rkt: Sie mĂŒssen ab sofort – mit Ausnahme der RezeptgebĂŒhr – keine Zuzahlung mehr fĂŒr moderne digitale HörgerĂ€te leisten. Der Deutsche Schwerhörigenbund begrĂŒĂŸt das Urteil ausdrĂŒcklich: "Es ist ein zwingend notwendiges Urteil im Sinne der Betroffenen. Das Bundessozialgericht hat erkannt, dass richtiges Hören und Verstehen fĂŒr ein wĂŒrdevolles menschliches Leben und die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft unendlich wichtig ist."

Aktenzeichen: B 3 KR 20/08 R

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