Sandra Petrowitz
Ein Beitrag von Sandra Petrowitz, 22.04.2012

Bahnreisen

Billiger Bahn fahren

Bahnfahren ist nicht unbedingt eine billige Angelegenheit. Wer sich in den Angeboten auskennt, hat aber trotzdem viele verschiedene Möglichkeiten, preiswert mit der Bahn unterwegs zu sein – wir sagen, wie's geht.
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Eigenleistung spart Bares

Wer sich sein Bahnticket im Internet oder am Automaten besorgt, zahlt weniger als derjenige, der einen Bahn-Mitarbeiter im DB-Reisezentrum am Bahnhof oder einen Angestellten in den DB-Agenturen der Reisebüros in Anspruch nimmt. Gerade bei standardisierten Fahrscheinen – etwa dem "Schönes-Wochenende-Ticket", den "Länder-Tickets" oder bestimmten Sonderangeboten – lässt sich so auf einfache Weise Geld sparen.

Das "Schönes-Wochenende-Ticket" ist im Internet oder am Automaten für 40 Euro zu haben. Im sogenannten personenbedienten Verkauf kostet es 42 Euro – die Eigenleistung spart hier zwei Euro. Wer das Ticket erst im Zug erwirbt, zahlt 44 Euro – ein vorheriger Kauf ist hier sogar 4 Euro günstiger. Ähnliche Sparmöglichkeiten bieten sich beispielsweise beim Kauf des "Ostsee-Tickets" (vier Euro Ersparnis bei Kauf am Automaten oder im Internet). Beim "Freizeit-Ticket", das es inzwischen auf den Strecken München-Salzburg, Hamburg-Rostock, Hamburg-Bremen, Hamburg-Hannover, Köln-Mainz/Wiesbaden und Trier-Köln gibt, sowie bei anderen Aktionsangeboten sind sogar fünf Euro Ersparnis pro Ticket drin.

Die bisher vorhandene Sparmöglichkeit für Online- und Automatennutzer bei Sitzplatz-Reservierungen für den Fernverkehr hat die Bahn zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 leider eingestampft. Seither kosten Sitzplatz-Reservierungen einheitlich vier Euro – ganz egal, ob man sie am Automaten, im Internet, im DB-Reisebüro oder per Hotline kauft. Der sogenannte "personenbediente Verkauf" wird damit etwas günstiger als bisher, der Online- und Automaten-Käufer zahlt im Vergleich zu den bisherigen Konditionen kräftig drauf.

Immerhin spart Eigenleistung beim Online-Fahrkartenkauf nach wie vor Geld: Die Fahrkarten können sich die Bahn-Kunden selbst ausdrucken. Wer sie lieber nach Hause geliefert bekommen möchte, muss dafür eine Pauschale von 3,50 Euro zahlen – selbst drucken ist billiger.


Regionaltickets nutzen

Hessen hat eins, Bayern hat eins, NRW ebenfalls, und auch in den anderen Bundesländern gilt: Mit Ländertickets lassen sich die Kosten fürs Bahnfahren teils erheblich senken. Das Prinzip: Für Preise zwischen 21 Euro (für eine Person) und 38 Euro (fünf Personen) darf man an einem Tag die DB-Nahverkehrszüge nutzen. In den meisten Bundesländern gelten die Tickets während eines beliebigen Wochentages, auch am Wochenende – mit einer kleinen Einschränkung: Während Bahnfahrer mit den Fahrscheinen am Wochenende schon ab null Uhr und bis drei Uhr des Folgetags unterwegs sein dürfen, müssen sie montags bis freitags bis neun Uhr warten, um ihr Ticket nutzen zu können.

Einzelfahrer sind günstiger unterwegs

Neuerdings gelten für die Ländertickets Staffelpreise, je nachdem, wie viele Personen damit unterwegs sind – früher gab es einen Einheitspreis pro Ticket, ganz gleich, ob man allein oder zu fünft unterwegs war. Nun fährt zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern eine Person für 21 Euro, zwei Personen zahlen 24 Euro, drei Reisende 27 Euro, vier Bahnfahrer 30 Euro und fünf Personen 33 Euro. Ähnliche Abstufungen gelten auch bei anderen Ländertickets.

Keine Frage: Die neue Regelung macht das Länderticket ein bisschen gerechter – und günstiger. In anderen Bundesländern gibt's für Einzelreisende das günstigere Single-Ticket – es ist zum Beispiel in Bayern mit 21 Euro acht Euro preiswerter als das 5-Personen-Ticket (29 Euro). Bayern brät allerdings nicht die einzige Extrawurst: Das SchönerTag-Ticket in NRW kostet für einen einzelnen Nutzer 27 Euro, für bis zu fünf Fahrer 37,50 Euro. Und in Brandenburg und Berlin beharrt man nach wie vor auf dem Fünf-Personen-Kombiticket zum Einheitspreis (28 Euro), ganz gleich, wie viele Menschen tatsächlich mitreisen. Gleiches gilt in Hessen – das HessenTicket kostet 31 Euro.

Ein Tipp noch für Nachtschwärmer: Sie können mitunter spezielle, ebenfalls preisreduzierte Nacht-Tickets nutzen. Eine Übersicht der Tickets finden Sie hier.

Sparpreis & Co.

Der Normalpreis, den die Bahn für ihre Beförderungsleistungen aufruft, ist das Eine, dauerhafte Sonderangebote sind das andere. Die beiden vor einigen Jahren eingeführten Sparpreise ("Sparpreis 25" und "Sparpreis 50") waren inzwischen schon Klassiker, sind aber Ende 2011 ebenfalls entfallen. Stattdessen gibt es jetzt nur noch einen "Sparpreis" (ohne Zahl dahinter) – das ist der Nachfolger des früheren "Dauer-Spezial". Er ist kontingentiert, nur mit einer Vorkaufsfrist zu haben und gilt nur für eine bestimmte Verbindung. Ab 29 Euro je einfache Fahrt in der 2. Klasse ist man damit unterwegs. Fazit: Wer sich auf einen bestimmten Zug festlegen kann und will und frühzeitig bucht, sollte die Sonderangebote auf jeden Fall ins Auge fassen.

Ein anderes deutschlandweites Angebot hat die Bahn erst seit kurzer Zeit im Programm, aber das "Quer durchs Land"-Ticket ist auch deswegen ein Klassiker, weil es vor Jahren schon mal da war, ehe es wieder eingestampft wurde. Nun gilt erneut: Wer sich auf Regionalzüge beschränkt, fährt für 42 Euro einen ganzen Tag in der 2. Klasse durch Deutschland. Ebenfalls preisgünstig: Bis zu vier Mitfahrer zahlen je nur sechs Euro. Das Angebot gilt deutschlandweit in allen Regionalzügen. 

Wenn die 1. Klasse billiger als die 2. Klasse ist

Die Kontingentierung der Sparpreise bringt es mit sich, dass die günstigen Tickets für beliebte Verbindungen häufig schon früh ausverkauft sind. Mitunter lohnt es sich daher, bei einem Preisvergleich auch die Spar-Angebote in der 1. Klasse zu berücksichtigen. Ein Beispiel: Die Fahrt von Berlin nach München kostet mit dem ICE in der Direktverbindung 121 Euro (2. Klasse, Normalpreis). Sind die Sparpreis-Angebote in der 2. Klasse schon weg, mit denen man den Preis bis auf 29 Euro drücken könnte, zeigt ein Blick in die Angebotsliste häufig, dass man in der 1. Klasse zum Beispiel für 89 Euro reisen könnte – immerhin 32 Euro gespart. Und wer ganz viel Glück hat und weit im Voraus bucht, ergattert vielleicht ein 49-Euro-Ticket – das günstigste 1.-Klasse-Ticket überhaupt.

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