Mehrmals pro Jahr versteigert das Fundbüro des Frankfurter Flughafens Fundsachen, ebenso wie die Lufthansa. Was für die Käufer ein Schnäppchen ist, ist für die ehemaligen Besitzer äußerst ärgerlich. Aber auch sie gehen nicht ganz leer aus, wenn das Gepäck auf der Reise verschwunden ist.
Die Fluglinien haften für verschwundene Gepäckstücke mit bis zu 1000 "Sonderziehungsrechten" (SZR), einer vom internationalen Währungsfonds festgesetzten Recheneinheit, die sich aus dem Tageskurs verschiedener Währungen ergibt.
Derzeit entspricht ein SZR etwa 0,86 Euro.
Toilettenartikel und Kleidung werden meist ersetzt
Wenn das Gepäck nicht ankommt, müssen die Fluggäste sich zunächst an den Lost-and-Found-Schalter des jeweiligen Flughafens wenden. Im Normalfall tauchen die Gepäckstücke innerhalb von 24 Stunden wieder auf und werden an die angegebene Adresse geliefert. Bei Bedarf können Passagiere Toiletten-Artikel und Kleidung einkaufen. Das sollte aber unbedingt in Absprache mit der Fluggesellschaft geschehen. Andernfalls riskieren die Fluggäste, auf ihren Kosten sitzen zu bleiben.
Lufthansa erstatte Ausgaben für Toilettenartikel, die der Passagier als Ersatz gekauft hat, zu 100 Prozent und Kleidungsstücke zu 50 Prozent, wenn der Gast sie behalten möchte. Wird die Kleidung zurückgegeben, übernimmt Lufthansa die vollen Kosten.
Nicht blind auf die Gepäckversicherung verlassen
Haben die Reisenden eine Reisegepäckversicherung abgeschlossen, muss das der Fluglinie gemeldet werden - diese übernimmt dann je nach Vertrag die vollen Kosten oder zumindest einen Teil.
Das gilt auch für beschädigte Gepäckstücke, obwohl die meisten Versicherungen genau wie die Fluggesellschaften nur den Zeitwert ersetzen. Für einen zehn Jahre alten Koffer ist keine besondere Entschädigung mehr zu erwarten.
Auch während des Urlaubs kann man sich nicht blind auf die Gepäckversicherung verlassen. Geld, Fotoapparate und Laptops sind in den meisten Fällen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Zudem gelten strenge Sorgfaltspflichten. Wer seinen Koffer abstellt, um nach einem Taxi zu rufen, bekommt den Verlust möglicherweise nicht ersetzt. Die Konditionen variieren von Versicherung zu Versicherung. Es empfiehlt sich, vor Reiseantritt die Regeln in Erfahrung zu bringen.
Eine Hausratversicherung kann einspringen
Wer bereits eine Hausratversicherung abgeschlossen hat, sollte sich genau überlegen, ob er wirklich einen zusätzlichen Gepäckschutz braucht. Bei Einbrüchen ins Hotelzimmer oder einem Raubüberfall übernehmen die Hausratversicherer auch im europäischen Ausland die Kosten. Manche Versicherungen zahlen sogar weltweit - Voraussetzung ist in der Regel, dass der Versicherte sich maximal drei Monate pro Jahr Ausland aufhält. Der Schutz beschränkt sich auf zehn Prozent der Versicherungssumme, maximal 10.000 Euro.
Tipp: Wird das Auto im Parkhaus aufgebrochen, ist das versichert (OLG Hamm, Az. 20 U 109/91). Das Gepäck darf allerdings nicht von außen sichtbar sein.