Radreisen
Urlaub auf zwei Rädern
17.05.2011
Von Caroline Benzel
Die Tour ist das Ziel. Reisen per Fahrrad ist eine preiswerte und umweltschonende Möglichkeit, eine neue Region zu erkunden. Man kommt schneller voran als zu Fuß und das Gepäck kommt nicht wie beim Wandern auf den Rücken, sondern in die wasserfeste Satteltasche.
Wer Unterstützung bei der Reiseplanung braucht, kann sich in Deutschland an einen der bundesweit 600 Radreise-Spezialisten wenden. Der Vorteil: Die Veranstalter übernehmen die Tourenplanung, buchen die Hotels und transportieren auf Wunsch das Gepäck. Trotzdem muss der Radler sich nicht einer großen Gruppe anschließen, sondern kann ganz individuell, alleine, mit Freunden oder der Familie reisen.
Die Preise variieren je nach Kategorie der Hotels und den enthaltenen Leistungen. Eine achttägige Mallorca-Rundfahrt gibt es beispielsweise bei Eurofun Touristik ab 677 Euro, inklusive Übernachtung, Gepäcktransfer, Halbpension und Stadtführungen. Eine siebentägige Tour von Prag nach Dresden kann bei Aktiv Tours Dresden schon ab 325 Euro gebucht werden, allerdings exklusive Gepäcktransfer. Soll das Gepäck transportiert werden, fallen schon 480 Euro an. Einen Überblick über verschiedene Radreisen-Angebote finden Interessierte auf www.fahrradreisen.de und www.rad-reise-service.de.
Selbst exotische Ziele wie die Mongolei stehen auf dem Rad-Reise-Programm. Wer lieber selbst die Reise plant, findet auf den Seiten einen Überblick über die wichtigsten Radwege. Unter www.fahrradreisen.de kann man sich auch gleich Hotels an der gewählten Strecke anzeigen lassen. Generell gilt: Egal ob man seine Reise selbst plant oder sich an einen Veranstalter wendet - zunächst sollte man realistisch die eigene Leistungsfähigkeit einschätzen, damit der Urlaub auch Spaß macht und nicht zur anstrengenden Qual wird.
Selbst weit entfernte Ziele sind kein Problem
„Ein Genussradler, der jeden Tag einige Kilometer Fahrrad fährt, sollte die Reise so planen, dass er am Abend immer noch entspannt ist. 50 Kilometer am Tag sind realistisch, zusätzlich sollte man jeden zweiten Tag eine Pause einplanen“, empfiehlt Ingo Mielke, Inhaber der Radreisen-Datenbank auf fahrradreisen.de. Sind Kinder mit von der Partie, sollten regelmäßige Pausen und spielerische Höhepunkte für die Kinder eingeplant werden. „Wenn die Kinder sich langweilen, haben die Eltern auch keine Freude“, so der Radtour-Experte. Radreisen sind seiner Einschätzung nach praktisch überallhin möglich, zumal die meisten Fluggesellschaften Fahrräder gegen einen relativ geringen Aufpreis transportieren. Airberlin nimmt für den Fahrradtransport je nach Streckenlänge 25 bzw. 40 Euro. Easyjet nimmt 30 Euro für zusätzlich angemeldetes Sportgepäck und 35 Euro, wenn die Anmeldung erst am Flughafen erfolgt.
Tipps für eine erholsame Radreise
Besonders geeignet für Radreisen sind Tourenräder mit mindestens sieben Gängen, ein Satteldämpfer ist sinnvoll. „Wer das erste Mal eine Radreise macht, sollte sich das Fahrrad von einem Fachhändler einstellen lassen“, empfiehlt Mielke. „Sonst tut nach zwei Tagen der Rücken weh.“ Zur Grundausstattung des Radlers gehören neben wasserfesten Satteltaschen, Sonnencreme, ein Regencape, eine Luftpumpe, Material für kleine Reparaturen, ein Kartenhalter für den Lenker und ein Erste-Hilfe-Set. Ein Radanhänger sollte wirklich nur zum Einsatz kommen, wenn es gar nicht anders geht, da er auf Dauer sehr viel Kraft kostet.
Campen und Radeln sind eine gute Kombination, gerade entlang der Fluss-Radwege gibt es immer wieder Camping-Plätze. Wer nach der sportlichen Betätigung lieber ins gemachte Bett fallen will, findet an den Strecken auch günstige Radhotels. Je nach Ausstattung variieren die Preise zwischen 15 und 60 Euro.