Parken beim Flughafen
Alternativen zu teuren Parktickets
03.01.2012
Von Sandra Petrowitz
Der Hotelpreis war ein Schnäppchen und der Flug billig zu haben. Doch der Parkplatz fürs Auto, das man für zwei Wochen abgestellt hatte, schlägt mit 136 Euro zu Buche. Dafür hätte man auch ein Taxi nehmen können…

Während Flüge teilweise zu Spottpreisen beworben und verscherbelt werden, machen sich manche Nebenkosten nahezu unbemerkt selbstständig. Daher sollten Reisende diese Ausgaben besonders im Auge behalten. Dazu gehören auch die Parkgebühren an den Flughäfen. Die meisten Flughäfen kassieren ordentlich für den Service, dass der Kunde vom Auto relativ direkt ins Flugzeug wechseln kann. Aber es gibt Alternativen. Wer sie kennt und nutzt, kann sich manche Ausgabe sparen.
Wer Bus fährt, kommt billiger weg
Das Parken in der Nähe des Flughafens boomt. Dabei stellt der Urlauber sein Fahrzeug nicht direkt auf den Parkplätzen des Flughafens ab, sondern bei privaten Drittanbietern, die in der Nähe Stellflächen und gleich noch einen kostenlosen Bus-Zubringer-Service bieten. Solche Angebote gibt es bereits an vielen Flughäfen, und auf Grund der regen Nachfrage ist in Zukunft mit weiterer Konkurrenz für die Stellplätze direkt neben den Terminals zu rechnen.
Nirgends ist die Konkurrenz jetzt schon so groß wie in München. Es zeigt sich: Ein Preisvergleich ist ratsam, denn die harte Konkurrenz sorgt für zusätzliche Sparmöglichkeiten. Für acht Tage liegen die Parkpreise zwischen 33 und 48 Euro, für 15 Tage zwischen 49 und 64 Euro. Das Parken direkt am Flughafen kostet günstigstenfalls (auf dem Ferien-Parkplatz, von dem aus man per Bus oder S-Bahn zum Terminal gelangt) 52 Euro für acht Tage. Im Parkhaus sind für diesen Zeitraum gleich mal 180 Euro fällig. Nur mit einer Online-Reservierung mindestens vier Wochen vor Abflug bewegen sich die Parkpreise auch am Flughafen in erträglichen Bereichen: Dann kosten 8 Tage 37 Euro, 15 Tage 51 Euro.
Dafür bieten die privaten Parkplatz-Betreiber oft Extra-Dienste an – vom Tank- und Reinigungsservice oder dem Einkaufsservice vor der Rückkehr der Urlauber bis hin zu überdachten oder Tiefgaragen-Stellplätzen. Die sind dann etwas teurer, aber das Fahrzeug bleibt von Witterungseinflüssen unberührt.
Apropos teurer...
Leider setzt sich zunehmend die Unsitte durch, dass die Parkpreise nicht mehr direkt auf den Internetseiten der Anbieter einsehbar sind, sondern dafür ein – wie auch immer gearteter oder genannter – "Parkpreis-Rechner" bemüht werden muss. Das erschwert den Preisvergleich erheblich, weil die dort hinterlegten Preise je nach Saison und Nachfrage durchaus unterschiedlich sein können. Mehr Transparenz wäre hier aus Kundensicht sehr wünschenswert!
Wichtig bei allen Anbietern ist die vorherige Reservierung der Plätze; manche schreiben diese sogar zwingend vor. Außerdem gut zu wissen: Wer vorzeitig aus den Ferien heimkommt, muss in der Regel den vollen Preis für die ursprünglich geplante Parkdauer zahlen. Und wer mit einem Flug zu nachtschlafener Zeit wieder in der Heimat landet, sollte sich sicherheitshalber erkundigen, wie er dann den Pendel-Bus herbeibestellt – und ob für diesen Service womöglich ein Preisaufschlag fällig wird. Hochgradig unerfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass mancher Anbieter solche Gebühren nicht etwa deutlich sichtbar auf der Internetseite oder in der Preisliste aufführt, sondern sie in den AGB versteckt. Urlauber sind daher gut beraten, dort einen prüfenden Blick hinein zu werfen, um sich vor unangenehmen Überraschungen zu schützen. Wir haben in die Übersicht nach Möglichkeit nur Anbieter aufgenommen, die mit derlei Zusatzkosten offen umgehen und ihre Kunden vorab darüber informieren.
Ebenfalls wichtig zu wissen: Viele Anbieter beschränken die Gültigkeit ihrer Preise auf maximal 5 Personen pro Fahrzeug; kommen mehr Gäste mit einem Auto, ist ein Aufpreis fällig. Tipp: In diesem Fall kann es billiger sein, die Fahrgäste samt Gepäck zuerst am Terminal aussteigen zu lassen und dann allein oder zu zweit zum Parkplatz weiterzufahren. Das hat auch den Vorteil, dass sich in der Zwischenzeit schon der Check-in erledigen lässt.
Auch bei Gepäck knausert der eine oder andere Anbieter – mitunter beschränken die Parkplatzbetreiber ihre im Preis enthaltenen Dienste auf 20 kg Gepäck pro Person plus Handgepäck und/oder kassieren für die Beförderung von Fahrrädern, Surfbrettern oder Tauchgepäck extra. Sinnvollerweise sollte man als Gast sperriges oder Sportgepäck bei der Anmeldung angeben, sonst kann es passieren, dass das vorgesehene Shuttlefahrzeug zu klein ist – und Extra-Fahrten lassen sich die Anbieter auch extra vergüten.
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