Gepäckverlust
Wenn der Koffer weg ist
19.10.2011
Von Sandra Petrowitz
Der lang ersehnte Urlaub hat endlich begonnen. Nach dem Flug steht man voller Vorfreude am Gepäckband und wartet auf den Koffer. Und wartet und wartet und wartet vergeblich: Das Gepäck ist weg. Wer in solch einer Situation richtig handelt, hat gute Chancen, Koffer oder Tasche bald zurückzubekommen – oder wenigstens Unterstützung und eventuell auch eine Entschädigung zu erhalten.

Im Jahr 2010, so schreibt der Luftfahrt-Dienstleister SITA in seinem „Gepäckreport“, kamen weltweit mehr als 29 Millionen Gepäckstücke nicht oder nicht rechtzeitig an. Das sieht bei einem Aufkommen von insgesamt gut 2,4 Milliarden Flugpassagieren nach nicht viel aus – aber 29 Millionen Mal Gepäckverspätung oder Gepäckverlust bedeutet 29 Millionen Mal Ärger, Frust, Unsicherheit, Verlust von Dokumenten oder immateriellen Werten und häufig auch Verlust wertvoller Reise- oder Urlaubszeit.
Bei der britischen Verbraucherschutz-Organisation AUC, die sich auf die Luftfahrtbranche spezialisiert hat, heißt es zudem: „Verloren gegangenes Gepäck trifft die Passagiere in finanzieller Hinsicht am härtesten – sie müssen nicht nur damit leben, dass sie nicht zurückbekommen, was in ihrem Gepäck war, sondern wahrscheinlich auch neue Sachen kaufen, um die zu ersetzen, die sie verloren haben“.
Immerhin: Die Zahl der verschütt gegangenen Gepäckstücke lag 2010 vor allem wegen des winterlichen Wetterchaos' und des Vulkanausbruchs auf Island nur um 4,4 Prozent über der Zahl von 2009, während das Passagieraufkommen in dieser Zeit um mehr als 10 Prozent zunahm. Zahlen aus den Vorjahren legen zudem nahe, dass der größte Teil der vermissten Gepäcks bald bei seinen Besitzern ankommt. Mehr als 95 Prozent der als vermisst gemeldeten Koffer und Taschen trafen 2009 binnen 48 Stunden bei ihrem Besitzer ein; gut drei Prozent jedoch wurden nie gefunden.
Wann und wo die meisten Koffer verschwinden
Die mit Abstand meisten Gepäckstücke gingen 2010 während der Transfers von einem zum anderen Flugzeug verloren (51 Prozent) – ein guter Grund für Fluggäste, Flugverbindungen zu wählen, die möglichst direkt vom Start- zum Zielort führen (siehe Tipps). 14 Prozent wurden aus irgendwelchen Gründen nicht in die Maschinen eingeladen. Wegen Fehlern bei der Ticketausstellung oder aus Sicherheitsgründen kamen 12 Prozent der Koffer und Taschen nicht rechtzeitig an, und in 23 Prozent der Fälle lag der Grund beim Flughafen selbst, beim Zoll, bei ungünstigen Wetterbedingungen oder bei zu wenig Platz im Flieger.
Und offenbar gehen nicht alle Airlines ähnlich sorgsam mit dem ihnen anvertrauten Gepäck um. Einer im Juni 2009 von der europäischen Luftfahrt-Organisation AEA veröffentlichten Statistik zufolge erreichten im Winterhalbjahr 2008/2009 bei europäischen Airlines durchschnittlich 1,3 Prozent aller Gepäckstücke ihr Ziel verspätet oder überhaupt nicht. Spitzenreiter in positiver Hinsicht: Turkish Airlines vor Air Malta und Virgin Atlantic – hier waren die wenigsten Gepäckprobleme zu beanstanden. Traurige Schlusslichter mit den meisten Schwierigkeiten bei Koffern und Taschen der zahlenden Gäste: Iberia, davor Air France und die portugiesische Airline TAP. Die Lufthansa bewegte sich im hinteren Mittelfeld.
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