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Wo man schippert, bleibt der persönlichen Vorliebe und den eigenen finanziellen Möglichkeiten überlassen. Neben europäischen Flüssen – darunter auch weniger bekannten Wasserwegen wie dem Douro in Portugal oder der Wolga zwischen Moskau und St. Petersburg – bieten sich auch internationale Ziele an: Jangtse, Mekong und Brahmaputra in Asien, Mississippi und Amazonas in Amerika...
Hauptzielgruppe der Flussreisen sind flexible, zahlungskräftige Gäste ab 50 Jahre, aber auch immer mehr junge Leute schätzen nach Ansicht der Stiftung Warentest „das behagliche Dahingleiten des Schiffes und die interessanten Landausflüge“. Die Tester nahmen unlängst zahlreiche Anbieter von Flusskreuzfahrten unter die Lupe.
Wenig Platz in den Kabinen
So bequem das Reisen auf einem Flussschiff sein mag: In Sachen Platzangebot können die „schwimmenden Hotels“ mit festen Bauten nicht mithalten. Die meisten Zweibettkabinen bieten nach Auskunft der Tester gerade mal zehn bis zwölf Quadratmeter Platz. Zudem ist es für den eigenen Komfort wichtig, wo sich die Kabine an Bord befindet: In den preiswerten Kabinen im unteren Deck, so bemängelten die Warentester, ist es oft laut, weil sich der Schiffsmotor nachdrücklich bemerkbar macht. Außerdem haben die günstigen Kabinen häufig nur kleine Fenster. Wer eine bessere Aussicht und mehr Ruhe genießen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Tipp: Im Internet nach Schnäppchen stöbern. Die gibt es zum Beispiel bei den Kreuzfahrtveranstaltern selbst, aber auch bei Vermittlungsportalen wie flusskreuzfahrten.de oder e-hoi.de. Und: Wie bei anderen Pauschalreisen auch gibt es bei Flusskreuzfahrten sowohl Frühbucher-Rabatte als auch Last-Minute-Angebote – wer sich besonders früh oder besonders kurzfristig entscheidet, kann damit häufig eine Menge Geld sparen.
Auch der Reisetermin beeinflusst den Preis enorm. Wer mit 1AVista zu einer siebentägigen Kreuzfahrt auf dem Nil aufbricht, zahlt in der günstigsten Reisesaison – bei Terminen Anfang Dezember und Anfang Januar – für die günstigste Kabine 499 Euro pro Person. Im März und April sind für die gleiche Kabinenkategorie mindestens 699 Euro fällig.
Häufig bieten die Flusskreuzfahrt-Schiffe zahlreichen Personen Platz – wer eine individuelle Veranstaltung erwartet, wird womöglich etwas enttäuscht sein. Auf der „A-Rosa Aqua“ etwa, die auf dem Rhein unterwegs ist, sind bis zu 204 Passagiere untergebracht, auf den Donau-Schiffen bis zu 242 Gäste. Das sind zwar weniger als in vielen Strandhotels, aber sie haben zumindest während der Fahrt auch nur auf dem begrenzten Raum des Schiffes Gelegenheit, einander aus dem Weg zu gehen.
Ausflüge und All Inclusive kosten extra
Eine große Rolle spielt die Verpflegung an Bord – vom Frühstücksbuffet über Snacks zu verschiedenen Tageszeiten bis hin zum Abendessen. Wichtig: Auch wenn die Mahlzeiten im Reisepreis meist enthalten sind, kosten Getränke – bis auf Kaffee und Tee – häufig extra. Diese Ausgaben sollte man mit einkalkulieren – oder überlegen, ob es sich lohnen könnte, ein eventuell angebotenes All-Inclusive-Paket dazuzukaufen.
Das gilt auch für Ausflüge, die in aller Regel gesondert bezahlt werden müssen. Beispiele: Wer mit Nicko Tours auf der „MS Florentina“ ab Prag 8 Tage lang auf der Oberen Moldau und der Elbe schippert (Preis: ab 799 Euro pro Person), ist für das optionale Ausflugspaket (das nichtsdestotrotz im Kurzreiseverlauf aufgeführt ist) mit acht Ausflügen bei Vorab-Buchung weitere 195 Euro los – und die Angaben auf der Website legen nahe, dass die Einzelbuchung der Ausflüge auf dem Schiff noch teurer sein dürfte.
Auch bei der einwöchigen 1AVista-Nilkreuzfahrt ist das Ausflugspaket (150 Euro Aufpreis) nicht im Reisepreis enthalten, obwohl die Leistungen im Tagesverlauf beschrieben werden. Der Besuch von Abu Simbel schlägt mit weiteren 75 Extra-Euro pro Person zu Buche. Wer dazu das All-Inclusive-Paket wählt, legt noch einmal 99 Euro drauf. Und: An Trinkgeldern werden 4 Euro pro Tag "erwartet" – so steht's in der Reisebeschreibung. Bei sieben Tagen auf dem Schiff sind das auch noch mal 28 Euro Extrakosten. Wer nachrechnet, kommt so schnell auf ganz andere als die beworbenen Mindest-Reisepreise – in der günstigsten Saison und mit der billigsten Kabinenkategorie (die Kabinen der oberen Decks kosten ebenfalls Aufpreis) werden aus 499 Euro Grundpreis kurzerhand 851 Euro, wenn man alle angebotenen Leistungen in Anspruch nimmt. Das zeigt: Nachrechnen lohnt sich!