12.03.2010   Startseite   RSS   Inhalt  

Flugreisen

Verreisen mit grünem Gewissen

Übers Wochenende nach Paris jetten, den Sommerurlaub auf den Kanaren und zwei Winterwochen am karibischen Palmenstrand verbringen: Flugreisen sind so populär wie nie zuvor – doch die Fliegerei hat mit dem Ausstoß von Schadstoffen auch eine ökologische Schattenseite. Wer freiwillig einen Ausgleich für seine „fliegerischen Klimasünden“ leisten will, hat bei immer mehr Organisationen Gelegenheit dazu – ein Überblick.
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Welche Schadstoffe entstehen beim Fliegen?

Laut des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport stoßen Flugzeugturbinen neben Luft (ca. 90 Prozent) vor allem Kohlendioxid (ca. sieben Prozent) und Wasserdampf aus. Die zusätzlich entstehenden Schadstoffe Kohlenmonoxid, Stickoxide, Schwefeldioxid, Kohlenwasserstoffe und Ruß machten „insgesamt einen Anteil von weniger als ein Prozent aus“. Auf die Frage allerdings, für wie viel emittiertes Kohlendioxid (und andere Schadstoffe – doch meist beschränkt man sich der Einfachheit halber darauf, den Kohlendioxid-Ausstoß zu berechnen) ein Fluggast auf seinem Flug rein rechnerisch verantwortlich ist, gibt es keine allgemeingültige Antwort. Zum einen ist das Thema heiß umstritten, zum anderen hängt der Verbrauch eines Flugzeugs von vielen Faktoren ab: Flugzeugtyp und Flugroute spielen ebenso eine Rolle wie die Windbedingungen und die Rollzeiten am Boden.
 
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Wie funktioniert der Kohlendioxid-Ausgleich?

Zahlreiche gemeinnützige und profitorientierte Organisationen bieten Flugreisenden an, den durch sie verursachten Kohlendioxid-Ausstoß über einen finanziellen Beitrag wieder auszugleichen. Dazu leiten Klimaschutz-Agenturen das Geld an Umweltschutzprojekte weiter, die an anderer Stelle jenen CO2-Betrag einsparen, den der Flug verursacht hat. Die Idee, die dahintersteckt: Dem Klima ist es egal, wo in der Welt Treibhausgase ausgestoßen werden – und wo man im Gegenzug die gleiche Menge Schadstoffe einspart. So könnten zum Beispiel die durch eine Urlaubsreise in Europa verursachten Emissionen durch neue Biogasanlagen in Thailand ausgeglichen werden. Ohne die Anlagen würden in Thailand weiterhin Dieselmotoren laufen und die Atmosphäre belasten.


Wie viel kostet der Ausgleich?


Mit welchem Betrag man sich sozusagen ein „grünes Gewissen“ erkaufen kann, ist einer der spannendsten Punkte. Die Tabelle zeigt, dass sehr unterschiedliche Ergebnisse herauskommen, wenn man mehrere Anbieter die Kohlendioxid-Emissionen für ein und dieselbe Flugstrecke berechnen lässt. Daraus resultieren verschiedene Beträge, mit denen das ausgestoßene Gas kompensiert werden soll. Für einen Flug von Düsseldorf nach Palma de Mallorca und zurück reicht die Spanne von 576 bis zu 900 Kilogramm CO2 – und von 8,58 bis zu 18 Euro Kompensations-Kosten. Bei den anderen Flügen sieht es ähnlich aus. Zum Vergleich sind in der Tabelle auch die Daten aufgeführt, die die CO2-Rechner der Umweltorganisationen WWF und Greenpeace liefern – manche der Anbieter liegen mit ihren Angaben recht nahe bei diesen Werten, andere nicht. 

Wie kommen die unterschiedlichen Werte zustande?

Sie sind das Ergebnis unterschiedlicher Berechnungsformeln. Ein Beispiel: Während etwa die Umweltschutzorganisation WWF bei ihrem eigenen CO2-Rechner davon ausgeht, dass Treibhausgase, die bei Flugreisen in großer Höhe ausgestoßen werden, einen etwa um das Dreifache stärkeren Klimaeffekt haben, ist anderswo kein solcher Korrekturfaktor vorhanden. Auch Flugzeugflotte und Auslastung wirken sich auf die Berechnung aus – und schließlich spielt auch eine Rolle, wie hoch der Wert ist, der für die Kompensation von einem Kilogramm oder einer Tonne CO2 angesetzt wird. Bei Prima Klima Weltweit ist es einfach: Der Ausgleich von einer Tonne Kohlendioxid-Ausstoß kostet zehn Euro. Bei Atmosfair sind es 23 Euro pro Tonne, bei Climate Friendly 16,53 Euro.

 

Sandra Petrowitz   27.01.2010

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