Ryanair und Condor kassieren fleißig
Klingt alles ganz praktisch. Aber es gibt von Airline zu Airline durchaus Unterschiede – und einige Stolperfallen. So setzt der Web-Check-in grundsätzlich ein elektronisches Ticket voraus. Alleinreisende Kinder dürfen in aller Regel nicht online einchecken. Außerdem muss man auch dann an den Schalter, wenn man Sondergepäck wie eine Tauchlampe aufgeben möchte oder ein Haustier in der Kabine mitführen will. Bei Emirates können Passagiere den Online-Check-in nicht nutzen, wenn sie einen Codeshare-Flug gebucht haben, der nicht von Emirates ausgeführt wird. Auch wird der Online-Check-in nicht an allen Flughäfen weltweit angeboten; eine entsprechende Übersicht findet sich auf den Internetseiten der Airlines.
Bei den Check-in-Zeiten gibt es ebenfalls große Unterschiede. So ist es bei der Lufthansa möglich, ab 23 Stunden vor Abflug einen Sitzplatz auszuwählen und die Bordkarte auszudrucken oder sie sich aufs Handy senden zu lassen. Bei Air Berlin und Tuifly beginnt die Frist 30 Stunden vor dem Flug, und Ryanair bietet einen Online-Check-in sogar schon 15 Tage vor dem Abflug an. Schließlich gilt: Je früher der Passagier sich anmeldet, umso eher sind die Airlines sicher, dass er auch tatsächlich fliegt.
Ryanair ist übrigens – wie Condor auch – der Meinung, für den Service des Online-Check-in eine Gebühr erheben zu müssen. Diese beläuft sich beim irischen Billigheimer auf 6 Euro für Internetbuchungen und 12 Euro für andere Buchungen. (Für eine Neuausstellung der Bordkarte am Flughafen werden gleich 40 Euro fällig, die zum Beispiel derjenige zahlen muss, der seine zu Hause ausgedruckte Online-Bordkarte auf dem Weg zum Airport verliert.)
Condor macht aus seinem Online-Check-in über Umwege eine regelrechte Zwei-Klassen-Gesellschaft: Nur wer eine in der Economy Class kostenpflichtige Sitzplatzreservierung erwirbt (pro Strecke je nach Enfernung 10 oder 15 Euro), darf im Internet einchecken. Alle anderen werden zum Anstellen am Schalter oder zur Nutzung des Automaten gezwungen – Kundenservice sieht anders aus. Air Baltic hingegen hat die im November 2009 eingeführte Gebühr dafür, dass man nicht online eincheckt, nach knapp einem Jahr wieder gestrichen.
Bei den meisten Fluggesellschaften beginnt das Einchecken im Internet erst 24 Stunden vor Abflug. Manche Carrier schließen das Zeitfenster dann kurz vor dem Flug wieder, Ryanair zum Beispiel 4 Stunden vor Abflug. Bei Germanwings ist der Online-Check-in an Flughäfen im Ausland bis 3 Stunden vor Abflug möglich (bei deutschen Airports mit Ausnahme von Rostock bis eine Stunde vor Abflug), bei Emirates bis 90 Minuten, bei KLM bis eine Stunde, bei Spanair bis 40 Minuten. Fazit: Wer den Service nutzen will, sollte sich rechtzeitig erkundigen, in welchem Zeitraum dies möglich ist.
Check-in im Internet
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