Camping - das ist morgens die Nase in die frische Luft stecken und gemütlich zum Strand schlendern. Wie Sie die Natur hautnah erleben, die schönsten Plätze finden und dabei Ihren Geldbeutel schonen.
Eine Campingreise zu unternehmen heißt nicht, dass man zwei Wochen lang auf jeglichen Komfort verzichten muss. Immer mehr Campingplätze bieten neben den üblichen sanitären Anlagen wie Duschen, Waschräume und Toiletten auch Saunas, Wellness- und Kuranwendungen. Von einfach bis Luxus ist auf Campingplätzen alles zu finden.
„Wer sich für eine Urlaubsregion entschieden hat, sucht am besten anhand eines Campingführers den passenden Campingplatz heraus“, sagt Victoria Groß vom Deutschen Camping-Club (DCC) in München. „Dort kann man sich dann beispielsweise einen Campingplatz aussuchen, in dessen Nähe man angeln oder reiten kann.“
Den richtigen Platz auswählen
Der Offizielle
DCC-Camping-Führer 2011 Europa beschreibt 6.000 Campingplätze in Europa und über 1.400 in Deutschland. Im Buchhandel kostet der Führer 19,90 Euro; wird über die DCC-Webseite bestellt, fallen inklusive Versandkosten 15,50 Euro an. Vorteil: Der DCC bewertet die Campingplätze mit ein bis fünf Sternen und gibt einen schnellen Überblick über die Preise. Daneben werden Adresse, Kontakt- und GPS-Daten, Freizeitangebote sowie eine Bewertung von Hygiene, Gestaltung und Geräuschpegel des Campingplatzes dargestellt. Manche Campingplätze bieten sogar eine Kinderbetreuung an.
Alternative ist der
ADAC-Campingführer, der in zwei Bänden für Deutschland/Nordeuropa und Südeuropa erscheint. Insgesamt werden rund 5.400 Plätze vorgestellt und bewertet. Jeder der beiden Bände kostet 19,99 Euro.
Was der Campingurlaub kostet
In Deutschland zahlen drei Personen je nach Saison und Ausstattung zwischen 20 bis 60 Euro am Tag. Normalerweise wird ein Basispreis für den Stellplatz von Zelt oder Caravan sowie eine Gebühr pro Person fällig. Teilweise werden Strom und Müllentsorgung extra abgerechnet.
Im Spreewald zahlen drei Personen beim „Spreewald Natur-Camping am See“ pro Tag 30 Euro. Der Campingplatz ist für Familien besonders geeignet, bietet er doch neben einem Streichelzoo auch einen Badesee, Sauna und eine Bowlingbahn. Sportbegeisterte können den Radwanderweg erkunden. Laut Campingführer hat der Camping-Platz fünf Sterne bekommen, ebenso wie der Allgäuer Campingplatz „Camping am See“. Hier fallen für drei Personen im Schnitt 25 Euro pro Tag an. Eine dreiköpfige Familie zahlt für eine Woche Unterbringung auf dem Campingplatz also im Schnitt 210 Euro, hinzu kommen Ausgaben für Sprit und Nahrung. Auf den meisten Campingplätzen gibt es Koch- und Grillstellen, so dass nicht jeder seinen eigenen Campingkocher mitbringen muss.
Wer sich die Gebühren für den Campingplatz sparen will, wird in Deutschland nicht viel Freude haben. Campen ist außerhalb von Zelt- und Campingplätzen nicht gestattet und kann sogar mit einer Geldbuße belegt werden. Wird in einem Natur- oder Wasserschutzgebiet übernachtet, kann das noch extra geahndet werden. Es kann sich aber lohnen, einen Bauern zu fragen, ob er dem Aufstellen eines Zeltes zustimmt.
In Österreich und der Schweiz sieht es ähnlich aus, ganz anders aber in Schweden. Dort ist es in der Natur erlaubt, auch ohne Zustimmung des Grundbesitzers eine Nacht zu zelten, sofern sich der Standort nicht auf landwirtschaftlichem Gelände oder in der Nähe eines Wohnhauses befindet. Um Frustrationen zu vermeiden, sollten Camping-Neulinge erst einmal mit einem Schnupper-Camping starten, bevor es drei Wochen auf Tour geht. Sanitäranlagen mit anderen Menschen zu teilen ist nicht jedermanns Sache, ebenso wenig wie das Chaos, das gerne nach einigen Tagen in einem Zelt herrscht.