Billighotels
Gut und günstig übernachten
20.12.2011
Von Sandra Petrowitz
Schlafen zum Schnäppchenpreis: Mit Übernachtungspreisen ab 29 Euro locken Billighotels deutschlandweit Urlauber und Geschäftsreisende an. Wie viel Service bekommt man für so wenig Geld? Wer sind die Billigheimer, und wo findet man sie? Und worauf sollte man vor der Buchung achten?
Eine Hotelübernachtung für knapp 50 Euro in einer deutschen Großstadt, wo Zimmer üblicherweise eher das Drei- oder Vierfache kosten – kann das funktionieren? Die Antwort lautet: Ja, wenn der Gast keinen Vier- oder Fünf-Sterne-Komfort erwartet. Billighotels machen seit einigen Jahren den etablierten Häusern Konkurrenz. In besten Innenstadtlagen, manchmal aber auch strategisch günstig an Flughäfen oder Autobahnen gelegen, ziehen sie Geschäftsreisende und Touristen gleichermaßen an. Die einen brauchen wirklich nur eine Übernachtung, keinen Schnickschnack; die anderen suchen eine günstige Ausgangsbasis für ihre Urlaubs-Erkundungen.
Beides bieten die Billighotels – zumindest auf dem Papier. Mit dem Verzicht auf Service und Ausstattung halten sie ihre Kosten niedrig; Minibar und manchmal auch den Schrank sucht man in derlei Etablissements vergeblich. Die Vielfalt unter den Angeboten ist jedoch erstaunlich – jede Kette hat einen etwas anderen Anspruch: Mitunter muss sich der Gast am Automaten selbst einchecken, wenn die Rezeption unbesetzt ist, und darf Snacks oder Getränke ebenfalls aus einem Automaten ziehen. In anderen Häusern wiederum ist die Rezeption rund um die Uhr besetzt, es gibt kleine Gerichte für zwischendurch und Getränke an der Bar.
"Billig" muss nicht "schlecht" sein
Bei allen Unterschieden ist die übergreifend gute Nachricht für alle Reisenden: Grundsätzlich ist „billig“ keineswegs mit „schlecht“ gleichzusetzen – ganz im Gegenteil. Die Stiftung Warentest, die 2009 eine ganze Reihe von Billighotels, Jugendherbergen und CVJM-Gästehäusern unter die Lupe nahm, vergab immerhin an die Hälfte der getesteten Unterkünfte das Siegel „gut“. Mit diesem Prädikat schnitten unter anderem Ibis, Motel One und Meininger ab. Dort gab es zum Testzeitpunkt Übernachtungen ab 49 Euro.
Daran hat sich bis heute nicht viel geändert: In den Hotels der genannten Ketten schläft man ab 40 Euro, meist ab 49 Euro pro Nacht. Noch günstigere Hotelketten wie Etap und Formule 1, die zur französischen Accor-Hotelgruppe gehören, offerieren Übernachtungen bereits ab 29 Euro pro Zimmer. Das ist auch für Familien interessant, zumal Kinder bis zwölf Jahre kostenlos im Zimmer ihrer Eltern übernachten dürfen.
Apropos Zimmer
Die Zimmerpreise hängen in den meisten Häusern direkt von der Auslastung ab. Zu stark gebuchten Zeiten sind sie höher, zu schwach gebuchten Zeiten niedriger. Frühbucher haben oft die Nase vorn: Wer schon früh weiß, dass er in einem bestimmten Hotel übernachten möchte, sollte sich rechtzeitig um eine Reservierung bemühen – und profitiert zumeist von günstigeren Konditionen. Zu Messeterminen und Ferienzeiten kann man sich hingegen auf tendenziell höhere Preise einstellen; manche Hotels erheben bei Messen und Events auch grundsätzlich einen Zuschlag. Das Frühstück – in aller Regel in Buffetform – muss in den meisten Fällen separat gebucht und extra bezahlt werden; die Preise dafür variieren und liegen meist zwischen vier und zehn Euro pro Person. Wer Wert auf ein ausgiebiges, abwechslungsreiches Frühstück legt, sollte hier nicht sparen – die Stiftung Warentest lobte das Ibis-Frühstück als „sehr gut“: Es sei mit zehn Euro zwar „relativ teuer, aber auch besser als in anderen Billig-Hotels“.
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