Reiseversicherung
Wer in der Vergangenheit nicht aufgepasst hatte, bekam zusätzlich zu seinem Flugticket oft auch noch eine Reiseversicherung verkauft – weil er während des Buchungsvorgangs übersehen hatte, das entsprechende Häkchen zu entfernen. Condor beispielsweise hat die Voreinstellung inzwischen entfernt; der Fluggast kann jetzt selbst entscheiden, wo er sein Häkchen setzt: bei einer der beiden Versicherungsleistungen oder beim mager gedruckten und daher optisch weniger auffälligen „Ich verzichte auf den angebotenen Versicherungsschutz“.
Ähnlich handhaben es TUIfly, Germanwings und Air Berlin. Germanwings nervt allerdings mit der Nachfrage, ob man auch wirklich, ganz bestimmt und sicher keinen Versicherungsschutz haben möchte. Und Ryanair ist auf die Idee gekommen, das Dropdown-Menü etwas anders als gewohnt zu bewerben: "Wählen Sie ein Wohnsitzland", heißt es da. Wer "Germany" eingibt, wählt damit automatisch eine Versicherungsleistung für 15,50 Euro aus. Nur wer im Land "Nicht versichern" wohnt, kommt um diese Gebühren herum – fairerweise muss man sagen, dass Ryanair unterhalb des Menüs mit einem mageren, leicht zu übersehenden Sätzchen auf diese Möglichkeit hinweist.
Kreative Gebühren
Eine Spezialität von Ryanair ist die aktuelle Preisliste, immer gut als anregende Lektüre geeignet, weist etwa „Administrationsgebühren“ pro Fluggast und einfachem Flug aus (neuerdings sechs statt bisher fünf Euro) und eine „Verwaltungsgebühr für Rückerstattung staatlicher Steuern“ in Höhe von 17 bis 20 Euro. Die fällt an, wenn man einen Flug storniert oder nicht antritt und Steuern und Gebühren zurückfordert. In dem Posten „Steuern/Gebühren“ versteckt sich auch immer noch die berühmte frühere „Wheelchair Levy“, eine Rollstuhlgebühr in Höhe von 50 Cent je Flug, die von jedem Fluggast einkassiert wird. Sie hört jetzt allerdings auf das Kürzel "PRM levy", wobei das PRM für "Passagiere mit reduzierter Mobilität" steht, und wird praktischerweise in der Gebührenübersicht gleich zum Punkt "Aviation Insurance/PRM Levy" zusammengefasst.
Diese Gebührenschneiderei resultierte übrigens in einem Punktabzug – bei der Stiftung Warentest, die die Angebote von zehn Fluggesellschaften überprüft hatte und zu dem Schluss kam: entweder billig – oder transparent und fair. Beides bekomme keine Airline richtig gut hin. Die billigsten Flüge fanden die Tester bei Ryanair und Easyjet, die besten Informationen dagegen bei Air Berlin, British Airways und Lufthansa.