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Den Extrakosten ein Schnippchen schlagen

Wer nicht nur mit Kreditkarte und Zahnbürste bewaffnet fliegen will oder kann, muss die Gebühren trotzdem noch lange nicht so hinnehmen, wie sie sind. Es gibt eine ganze Reihe Möglichkeiten, sie zumindest zu drücken.
  • Vorher rechnen
    Informieren Sie sich vor einer Flugbuchung nicht nur über die Flugpreise, Steuern und Gebühren, sondern auch über eventuell anfallende Gepäckgebühren, wenn Sie mit aufzugebendem Gepäck reisen möchten. Oft sind manche Flüge nur wenige Euro teurer oder billiger als andere, aber die Auswahl der Airline und der Buchungsklasse entscheidet dann eben auch über die Höhe der Gepäckgebühren – und ob überhaupt welche anfallen. In diesem Zusammenhang kann die Wahl einer Linienfluggesellschaft bei der Addition aller Kosten die billigere Alternative sein. Und genau auf diesen Endpreis kommt es an, nicht auf die Werbepreise der Billigflieger, die solche Gebühren darin natürlich nicht berücksichtigen.

    Und wer schon vorab weiß, dass er vermutlich mit eher schwerem Gepäck unterwegs sein wird, sollte sich auch darüber informieren, wie viel aufzugebendes Gepäck die Fluggesellschaften überhaupt akzeptieren. Bei Liniengesellschaften wie der Lufthansa hängt das zulässige Gewicht der Gepäckstücke nicht nur von der Route, sondern auch von der gebuchten Klasse (Economy, Business oder First Class) ab.
     
  • Gepäck online anmelden
    Der wichtigste Tipp, wenn’s ums Geldsparen geht. Die Airlines wälzen Arbeit gern auf ihre Kunden ab, vergüten dies aber häufig auch mit Preisnachlässen. Wer sein aufzugebendes Gepäck schon bei der Online-Buchung anmeldet, ist bei vielen Airlines finanziell besser dran, als wenn die Koffer erst am Flughafen angemeldet werden. Drastischstes Beispiel ist Ryanair: Der online angemeldete erste Koffer bis 15 Kilo Gewicht kostet je nach Reisezeit und Reiseziel 15 bis 30 Euro; wenn man ihn erst am Flughafen anmeldet, sind es saftige 60 bis 120 Euro. Germanwings und Easyjet veranschlagen bei Anmeldung am Flughafen grundsätzlich mindestens den doppelten Preis der Online-Anmeldung. Wer dies berücksichtigt, kann einiges Geld sparen.
     
  • Ein schwerer Koffer ist besser als zwei leichte
    Zugegeben: Leichte Gepäckstücke lassen sich besser handhaben. Aber ein schwereres Gepäckstück spart Gebühren, und das nicht zu knapp: Bei Easyjet zahlen Sie für einen Koffer mindestens 11 Euro, für zwei Koffer das Doppelte. Und bei Ryanair kostet das erste Gepäckstück wenigstens 15 Euro, das zweite dann schon mindestens 35 Euro. Wichtig: trotzdem die Gewichtsgrenzen beachten!
     
  • Leichte Koffer wählen
    Klingt banal, ist aber nicht zu unterschätzen: Auch leere Koffer wiegen etwas – und die Gewichtsunterschiede sind enorm. Wer einen neuen Koffer kauft, sollte daher auch das Leergewicht im Auge behalten, damit später nicht schon die Hälfte der Freigepäckmenge allein für die schicke Schale draufgeht.
     
  • Vorsicht bei Sport- und Sondergepäck
    Für Sportgepäck wie Skier, Mountainbike, Golftasche oder Tauchausrüstung kassieren die meisten Airlines extra. Bei Germanwings etwa fallen in aller Regel 40 Euro je Strecke und Sportgerät an (nur Skier und Snowboards fliegen kostenfrei mit). Außerdem muss Sportgepäck in aller Regel vorab angemeldet werden – auch dann, wenn es ohne zusätzliche Gebühren mitreisen darf. Ähnliches gilt für Sondergepäck wie Musikinstrumente. Bei der Lufthansa hat die Änderung der Gepäckregelung dazu geführt, dass seit 1. Juni 2011 auf allen Strecken außer nach Nordamerika eine Skiausrüstung pro Passagier kostenfrei mitfliegt; auf allen Strecken dürfen die Fluggäste zudem ein Sportgepäck der Größe "small" kostenlos mitnehmen (bis 15 kg Gewicht bzw. 1,40 m Länge). Gebühren dafür fallen nur an, wenn die Anzahl der erlaubten Gepäckstücke überschritten ist.
     
  • Übergewicht?
    Wer Schwereres mitnehmen möchte als erlaubt, kann das bei vielen Airlines gegen die Zahlung von Übergepäckgebühren tun. Auch hier gilt: vorab buchen spart bares Geld. Condor beispielsweise bietet „Freigepäck-Pakete“ an: Zehn Kilogramm kosten pro Strecke entweder 70 Euro (Kurz- und Mittelstrecke) oder 140 Euro (Langstrecke). Das ist der halbe Preis des normalen Übergepäck-Tarifs. Auch bei TUIfly lohnt sich die Vorab-Anmeldung. Während Übergepäck je Flugstrecke normalerweise 10 Euro pro Kilogramm kostet, sind vorab gebuchte Übergepäckpakete zu deutlich günstigeren Preisen zu haben: 5 Kilogramm kosten 35 Euro, 10 Kilogramm 65 Euro, 20 Kilogramm 100 Euro.
     
  • Größe beachten
    Neben dem Gewicht der Koffer spielt auch bei Flügen mit der Stückkonzept-Regelung (also zum Beispiel auf Verbindungen in die USA oder nach Kanada) die Größe des Gepäcks eine Rolle – die Fluggesellschaften schreiben nämlich generell Höchstmaße vor. Bei der Lufthansa darf die Summe aus Breite, Höhe und Tiefe des Gepäckstücks maximal 158 cm betragen, bei Continental Airlines 157 cm. Handelt es sich um größere Gepäckstücke, fallen erhebliche Übergepäckgebühren an, die dreistellige Werte annehmen können.
     
  • Gute Karten
    Wer häufig fliegt und/oder Meilen sammelt, kommt in den Genuss von erweiterten Gepäckregelungen. Wer die entsprechenden Karten im Geldbeutel trägt, sollte davon auch Gebrauch machen. So haben „Frequent Traveller“ bei der Lufthansa die Möglichkeit, bis zu zwei Gepäckstücke kostenlos aufzugeben, wo statuslose Passagiere nur eines gebührenfrei mitnehmen dürfen. Mitunter kann man sich die Gewichtsvorteile beim Gepäck auch erkaufen, was für Vielflieger mit viel Gepäck durchaus eine Alternative sein kann: Beim Air-Berlin-Bonusprogramm „topbonus“ verschafft die „topbonus Service Card“ (119 Euro pro Jahr) ein erhöhtes Freigepäck-Level. Aber auch bei echten Billigfliegern erleichtern Karten das Leben: Mit der Germanwings Credit Card kann man Sportgepäck zuschlagsfrei mitnehmen. Die Karte ist allerdings nur im ersten Jahr kostenfrei, im zweiten Jahr werden mindestens 19,99 Euro fällig.
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