Variabler Banksparplan
Sicher in Krisenzeiten
13.01.2012
Von Max Geißler
Bei variabel verzinsten Banksparplänen sind Kurseinbrüche und Wertverluste ausgeschlossen. Die Geldinstitute gewähren jährlich Zinsen, erheben keine Gebühren und versüßen längere Laufzeiten mit Bonuszahlungen. Worauf Verbraucher bei der Auswahl achten sollten.
Mehr zum Thema
Baugeld
Nachteil Nachfinanzierung?
Gold
Edelmetall statt Geld?
Bei Sparplänen mit flexiblem Basiszins überprüft die Bank regelmäßig die Zinshöhe, meist zweimal im Jahr, und passt sie der Marktlage an. Für variabel verzinste Sparpläne bestehen derzeit gute Renditeaussichten, denn viele Finanzexperten erwarten steigende Inflationszahlen und damit wachsende Zinsen.
„Da sich die Rendite variabler Sparpläne an öffentlichen Referenzzinssätzen orientiert, etwa dem EZB-Leitzins, dem Drei-Monats-Euribor der Europäischen Zentralbank oder der Umlaufrendite öffentlicher Anleihen, führen Zinsanhebungen zwangsläufig zu Renditeverbesserungen“, sagt Georg Plötz von der Verbraucherzentrale Bayern. Steigt beispielsweise der Leitzins um zwei Prozent, legen Sparpläne, die sich an diesem Zinssatz orientieren, entsprechend ihres Beteiligungsverhältnisses zu. Sparpläne mit fester Verzinsung bieten diesen Vorzug nicht. Hier führt ein Einstieg im Zinstal zu Renditeverlusten, wenn der Marktzins steigt.
Wie bei variablen Sparplänen die Zinsen ermittelt werden
Ein Kritikpunkt ist die Bestimmung des Basiszinses. Geldinstitute legen oft wenig bekannte Zinssätze zugrunde und verwenden komplizierte Berechnungsformeln. Außerdem mindern Abschläge den Basiszins. Beispiel PSD Bank Köln: Die Verzinsung des Sparplans errechnet sich zu 25 Prozent aus dem Zinssatz des Zwei-Jahres-Swap, zu 35 Prozent aus dem des Drei-Jahres-Swap und zu 40 Prozent aus dem des Zehn-Jahres-Swap. Der ermittelte Wert multipliziert mit 0,56 ergibt den Vertragszins – aktuell errechnet sich daraus ein Basiszins von 1,1 Prozent - deutlich unter der momentanen Inflationsrate. „Anleger sollten verschiedene Angebote prüfen und Sparpläne mit vergleichsweise hohem Grundzins bevorzugen“ rät Verbraucherschützer Plötz. Dadurch stimme die Rendite bereits in den Anfangsjahren und ein vorzeitiger Ausstieg beschert keine Zinsverluste. Beispiele hierfür sind die Sparkasse Spree-Neisse mit 2,14 Prozent Basiszins oder die PSD Bank München mit 2,10 Prozent.
Bonuszahlungen erhöhen die Rendite
Neben dem Basiszins zahlen flexible Sparpläne Bonuszinsen. Die Höhe der Boni bezieht sich entweder auf die jährliche Sparrate, auf die jährlichen Basiszinsen oder besteht aus festgelegten Geldprämien. Die Bonuszahlungen wachsen von Jahr zu Jahr an. Beispiel Frankfurter Sparkasse: Ab dem dritten Sparjahr zahlt der „Vermögensplan“ fünf Prozent Geldprämie bezogen auf den Jahresbeitrag; der Zins steigt in mehreren Stufen, ab dem 15. Jahr sind es dann 40 Prozent. Wer 15 Jahre lang 100 Euro spart, der kassiert insgesamt 2.988 Euro Bonusprämie hinzu kommen 926 Euro Zinsertrag. Zwar liegt der Basiszins aktuell nur bei 0,61 Prozent, inklusive Bonuszahlungen wächst die Gesamtrendite jedoch auf 2,58 Prozent.
Pluspunkt Flexibilität
Variable Sparpläne sind nach Ablauf von drei Monaten jederzeit kündbar. Dies ist nicht nur bei finanziellen Engpässen ein Vorteil, sondern auch in Hochzinsphasen. „Drohen die Zinsen zu fallen, lohnt der Umstieg auf einen festverzinsten Sparplan, da die hohen Zinsen dann langfristig festgeschrieben werden“, empfiehlt Plötz. Positiv: Bei vielen Instituten sind Sonderzahlungen und Verfügungen während der Laufzeit möglich.
Abgeltungsteuer muss sein
Die jährlichen Zinseinnahmen unterliegen der 25-prozentigen Abgeltungsteuer, obwohl sie nicht ausgezahlt werden, sondern im Sparplan verbleiben. Wichtig ist deshalb, nicht ausgeschöpfte Sparerfreibeträge konsequent zu nutzen. Möglich ist es, bis zu 801 Euro pro Sparer an Zinseinkünften freizustellen. Für Sparverträge für Kinder kann man eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragen.