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US-Finanzkrise

Worauf deutsche Sparer achten müssen

19.09.2008
Von Horst Biallo
Jeden Tag neue Hiobsbotschaften aus den USA. Aber auch Bankenschieflagen in Deutschland sorgen für Unruhe: Vor ein paar Monaten wurde die deutsche IKB Bank an den Rand der Pleite getrieben. Und diverse Landesbanken haben sich in den USA verzockt. Die acht wichtigsten Fragen und Antworten für deutsche Geldanleger.
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1. Sind auch deutsche Banken und Sparkassen von den Pleiten in den USA bedroht?
Nach der Rettung der IKB, die sich auch stark auf dem amerikanischen Markt mit Immobilienkrediten engagiert hatte, gibt es zur Zeit offenbar keine größeren finanziellen Engagements deutscher Banken mehr. Allerdings wären auch deutsche Banken vom allgemeinen Kursverfall bedroht.

2. Wie ist es um die Sicherheit deutscher Banken bestellt?
Bei der Pleite einer Privatbank greift der Sicherungsfonds des Bankenverbandes, dem fast alle privaten Banken Deutschlands angehören. Pro Sparer sind 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank geschützt. Bei der Deutschen Bank sind dies über 7,5 Milliarden Euro pro Person und bei der viel kleineren GE Money Bank immerhin noch 57,9 Mio. Euro pro Person.

3. Wie ist um die Sicherheit von Geldern bei regionalen Sparkassen und Genossenschaftsbanken bestellt?
Bei den Sparkassen gibt es zwölf regionale Geldtöpfe. Reicht ein Topf bei einer Pleite nicht aus, müssen die Sparkassen Gelder nachschießen. Zudem gibt es einen bundesweiten Stützungsfonds. Bei den Genossenschaftsbanken gibt es ein ganz ähnliches System, so dass es hier nach eigenen Angaben eine hundertprozentige Absicherung für Geldanlagen gibt.

4. Kann eine Sicherungseinrichtung selber auch in die Pleite rutschen?
Wie viel Geld in den Töpfen ist, darüber gibt es nur Spekulationen. Sollten nicht nur mittlere Banken, sondern mehrere Großbanken ins Trudeln geraten, reicht das Geld sicher nicht aus. In diesem Fall ist jedoch damit zu rechnen, dass der Staat einspringt, um einen Wirtschaftskollaps zu vermeiden.

5. Wie ist es ums Geld bei den Niederlassungen ausländischer Banken in Deutschland bestellt?
Deren Einlagen sind fast immer zu hundert Prozent abgesichert, aber nur bis 20.000 Euro. Bei einigen sind die nächsten 20.000 Euro pro Person noch bis zu 90 Prozent sicher.

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6. Müssen deutsche Versicherungskunden um ihre Lebensversicherungen fürchten - wie jetzt die Kunden der amerikanischen AIG?
Im allgemeinen sind Versicherer nicht so gefährdet wie Banken, weil sie sich viel weniger in abenteuerliche Immobiliengeschäfte in den USA engagiert haben und fortlaufend Einnahmen ihrer Kunden erhalten. Hier können keine Gelder schlagartig abgezogen werden. Zudem hat die Branche eine Sicherungseinrichtung gegründet – sie heißt Protektor. Diese hat beispielsweise die Kunden der Mannheimer Versicherung aufgefangen.

7. Ist mit einem weiteren Verfall von Aktienkursen zu rechnen?
Das glauben die meisten Experten. Wer Fonds oder Aktien im Depot hat, sollte aber keine Panikverkäufe vornehmen. Dies würde nur die Realisation von Verlusten bedeuten. In Krisenzeiten ist es oft klüger, sie auszusitzen und auf wieder steigende Kurse zu setzen. Mutige nutzen gerade niedrigere Preise zum günstigen Nachkauf. Aber noch scheint die Talsohle nicht erreicht.

8. Ist Gold ein sicherer Hort für das Ersparte?
Darüber gibt es geteilte Meinungen. Einerseits verlor das Edelmetall in den letzten Monaten kräftig an Wert – von 1.000 auf gut 750 Dollar je Feinunze. In den letzten Tagen legte sein Wert aber wieder zu und dürfte sicher weiter steigen, so dass sich Zukäufe lohnen können. Andererseits könnte sein Preis wieder nachgeben, wenn sich die Lage wieder beruhigt.

 

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