Das Sparbuch erfreut sich noch immer großer Beliebtheit bei den Deutschen - und das in vielen Fällen sogar zurecht. Welche Vorteile der Klassiker bietet, für was er sich eignet und wie man das beste Angebot findet, aber welche Alternativen man auch kennen sollte.
Wir sind noch immer ein Volk von Sparern: Laut einer Untersuchung des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) haben die Deutschen 577,5 Milliarden Euro in Bankeinlagen investiert. Dazu gehören neben Tages- und Festgeldkonten auch klassische Sparbücher. Und das muss kein Fehler sein, denn im Vergleich etwa zu einer Anlage an der Börse hat der Klassiker Sparbuch zum Beispiel auf Sicht der letzten zehn Jahre oft die Nase vorn. Während Anleger mit Investmentfonds und Aktien in diesem Zeitraum vielfach ins Minus rutschten, konnte das Sparbuch zulegen. Denn trotz manchmal magerer Zinsen hält sich das Risiko in Grenzen und die Rendite ist relativ sicher.
Neue Form mit klassischen Konditionen
Das klassische Büchlein aus Papier verliert aber immer mehr an Bedeutung und wird durch Plastikkarten ersetzt. Mit der modernen Form des Sparbuchs lässt sich kostengünstig am Geldautomaten aus- und einzahlen. Bis Beträge von 2.000 Euro ähnelt es einem Tagesgeldkonto und in dieser Höhe kann jeden Monat ohne Zusatzkosten abgehoben werden. Wer mehr auf dem Büchlein hortet und größere Beträge abziehen möchte, muss entweder drei Monate auf sein Geld warten oder zahlt einen Vorschusszins (in der Regel ein Viertel des Guthabenszinses). Es lohnt sich also grundsätzlich eher nicht, größere Summen auf einem Sparbuch zu sammeln. Wenn doch mehr gespart wird, sollte der Betrag zumindest auf mehrere Sparbücher aufgeteilt werden.
Wie auch Tagesgelder und Festgelder unterliegen Guthaben auf Sparbüchern grundsätzlich der Einlagensicherung. Zumindest innerhalb der Europäischen Union, insbesondere in Deutschland, gehören sie deswegen auch im Falle einer Bankenpleite zu den eher sicheren Anlagen. Durch die kurze Kündigungsfrist von drei Monaten bieten sie Sparern auch ausreichend Möglichkeit, Geld im Falle einer zum Galopp ansetzenden Inflation umzuschichten.
Generell sind auch die Zinsen auf Sparbüchern variabel. Das heißt, steigt oder fällt das allgemeine Zinsniveau sollten auch die Sparbuchzinsen steigen bzw. fallen. Allerdings geschieht das erfahrungsgemäß oft eher langsam und selten in großen Schritten, besonders nach oben. Wer sich nicht regelmäßig informiert, verschenkt beim Sparklassiker daher schnell Zinsen. Insgesamt ist das Zinsniveau der Sparbücher nicht besonders hoch, auch wenn es fast immer einzelne rühmliche Ausnahmen gibt.