Es ist der Kredit für jeden, der sonst nur schwer einen Kredit bei einer Bank erhält. Im Pfandhaus gibt es Darlehen schnell, unbürokratisch und ohne persönliche Haftung. Denn der Kredit ist ausschließlich durch das Pfand abgesichert. Das hat jedoch seinen Preis.
Manche Branchen kämpfen in Zeiten der Finanzkrise ums Überleben – das Pfandhausgeschäft dagegen boomt: Das Jahr 2008 war das erfolgreichste in der Geschichte der Branche. Mehr als eine Million Deutsche nutzten die Möglichkeit des Pfandkredits. Insgesamt wurde laut Zentralverband des Deutschen Pfandkreditgewerbes in Düsseldorf eine Darlehensumme von 510 Millionen Euro vergeben.
Das Prinzip „Geld gegen Pfand“ erscheint als attraktive Alternative zum klassischen Bankkredit: „Hier geht es nur um die Werthaltigkeit des Pfandes. Die Kreditwürdigkeit der Person spielt keine Rolle“, sagt Stefanie Laag, Finanz- und Kreditexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.
Von wenigen Euro bis zu fünfstelligen Beträgen
Gold, Uhren und Juwelen werden am häufigsten versetzt. Als Anlaufstelle stehen rund 200 private Pfandhäuser und eine Handvoll kommunaler Leihhäuser wie das Städtische Leihamt Mannheim, das gleichzeitig das älteste Pfandhaus Deutschlands ist, zur Verfügung. Die Darlehenssummen reichen von wenigen Euro bis hin zu fünfstelligen Darlehensbeträgen; im Durchschnitt sind es 250 Euro. Manche holen ihr Pfand nach wenigen Tagen wieder ab, die meisten jedoch nach drei Monaten. Wird ein Pfand nicht ausgelöst, kommt es unter den Hammer. „Weniger als zehn Prozent der Gegenstände wurden im vergangenen Jahr in Auktionen versteigert“, sagt Wolfgang Schedl, Geschäftsführer des Verbands.