Unseriöse Geschäftemacher aber auch manch seriöser Juwelier zahlt viel zu wenig für Schmuck und Münzen aus dem edlen Metall. Geldsparen verrät, wie Sie Gold richtig zu Geld machen und dabei das Bestmögliche herausholen.
Das Goldkettchen von Tante Erna, die Münzsammlung von Opa oder Schmuck, der einem einfach nicht mehr gefällt: Für ihren Verkauf sind gerade jetzt glänzende Zeiten. Aber was muss man eigentlich beachten, wenn man sein Gold zu Geld machen will? Wer sein Edelmetall einfach zum nächsten Juwelier trägt, bekommt am Ende nämlich oft nur die Hälfte des eigentlichen Goldwerts – selbst wenn der Schmuckverkäufer seines Vertrauens seriös ist. Im Internet und in Fernsehwerbungen tummeln sich außerdem viele gewitzte Händler, die nur wenig für Wertvolles zahlen. So bekommen Sie mehr Geld fürs Gold.
Da Sie jetzt wissen, wie viel Prozent Ihres Schätzchens aus Gold besteht ist das eigentlich ganz einfach. Wiegen Sie Ihr Schmuckstück auf einer Brief- oder einer sehr genauen Küchenwaage ab. Danach überschlagen Sie, wie viel Feingold tatsächlich im Geschmeide steckt. Zum Beispiel bei einer 20 Gramm Kette mit 750er-Stempel sind das 20 mal 0,75, also circa 15 Gramm pures Gold. An der Börse bringt ein Gramm Gold derzeit knapp 40 Euro, also hat die Kette einen theoretischen Goldwert von rund 600 Euro.
Hier können Sie sich das auch einfach online ausrechnen lassen. Ein Händler will natürlich auch noch etwas verdienen und muss die Kosten für das Einschmelzen einrechnen, aber das muss natürlich im Rahmen bleiben. Unter 500 Euro sollten Sie die Kette auf keinen Fall hergeben. Denn aktuell würde es direkt bei einer Scheideanstalt rund 525 Euro für das Schmuckstück geben.
Was tun ohne Stempel?
Wenn Ihr Goldschatz aus Münzen besteht, können Sie im Normalfall davon ausgehen, dass ältere Münzen zu 90 Prozent aus Feingold bestehen, neuere zu 91,6 Prozent und manche sogar zu 99,9 Prozent. Wer es ganz genau wissen möchte, kann auf bullionweb.de die gängigsten Anlagegoldmünzen finden - mit Angabe zum genauen Goldanteil. Ist eine Münze hier nicht dabei, kann es sich auch um eine Sammlermünze handeln. Im Zweifel sollten Sie hier einen Numismatiker (Münzsammler) zu Rate ziehen, denn manchmal werden für solche Stücke auch Preise weit über dem reinen Goldwert bezahlt, aber das ist wie bei den meisten Sammlerstücken individuell sehr unterschiedlich.
Sind nur Teile eines Schmuckstücks aus Gold oder ist es gar nicht gekennzeichnet, kommen Sie nicht um den Gang zum Fachmann herum. Der Juwelier um die Ecke kann Ihnen einen ersten Anhaltspunkt für den Wert liefern, sein Angebot sollten Sie aber wahrscheinlich besser nicht sofort annehmen.