Bis zu fünf Prozent Zinsen? Das gibt es auf speziellen Kinderkonten. Geldsparen erklärt, warum regionale Anbieter hier ausnahmsweise oft die besten Angebote haben. Aber auch, worauf Eltern langfristig achten sollten.
Geburtstag, Konfirmation, das hervorragende Zeugnis: Fast 200 Euro bekommen deutsche Jugendliche im Jahr zu diesen und anderen Gelegenheiten durchschnittlich geschenkt. Hinzu kommen schon bei den sechs- bis 13-jährigen rund 25 Euro Taschengeld im Monat, das ermittelte zumindest die Kids-Verbraucher-Analyse 2011. Das Sparvermögen der Minderjährigen in Deutschland soll damit bis zu vier Milliarden Euro betragen. Da ist es kein Wunder, dass so manche Bank ihre künftigen Kunden mit besten Konditionen ködern möchte. Worauf Eltern achten sollten, wenn sie sich für ein Kinder-Konto entscheiden:
Angebote
Generell haben regionale Anbieter oft kluge Köder für Kinder. In der Regel ist die Kontoführung für die Kleinen kostenlos und noch dazu oft mit verbesserten Bedingungen ausgestattet. Die sonst bei Konditionsvergleichen oft deutlich überlegenen Internetanbieter können oder wollen da wohl nicht mithalten: Offenbar rechnen sie in Zukunft wohl eher mit wechselbereiten Kunden und investieren in der Regel weniger in den Nachwuchs. Manche ausländische Bank verzichtet sogar lieber auf zu junge Kunden. Die heimischen Sparkassen oder Genossenschaftsbanken setzen dagegen nach wie vor auf eine langfristige Kundenbeziehung und die beginnt am besten schon im Kindesalter.
So bietet zum Beispiel in Hamburg die PSD Bank Nord mit fünf Prozent Zins auf ihrem kostenlosen Giro für junge Leute noch mehr als die regionale Sparkassenkonkurrenz Haspa mit vier Prozent auf dem Mäusekonto. Allerdings gelten für beide Angebote enge Grenzen. Bei der PSD gibt es den Top-Zinssatz etwa nur für die ersten 1.500 Euro, danach wird das Guthaben mit mageren 0,25 Prozent verzinst. Außerdem richtet es sich erst an Kinder ab zehn Jahren. Wer seinen Nachwuchs schon vorher mit einem gut verzinsten Lernkonto versorgen möchte, ist bei der Haspa schon ab Geburt willkommen. Allerdings gelten die vier Prozent auch nur bis zu 500 Euro Einlage, jeder Euro darüber bringt nur noch ein Prozent. Selbst diese Konditionen gelten jedoch auch nur bis zum 14. Geburtstag, danach gibt es nur noch die Zinssätze für Standard-Kunden. Spätestens dann könnten sich auch andere Angebote besser rechnen.
Alternativen
Denn wenn Eltern nach einer langfristigen Möglichkeit suchen, Vermögen für ihre Kinder aufzubauen, können andere auf die Dauer attraktiver sein. Wie etwa das Junior Depot von Comdirect. Hier können Sie ab einer Höhe von 25 Euro monatlich für den Nachwuchs in einen Wertpapiersparplan investieren. Und Aktien und Co. waren zumindest in der Vergangenheit über längere Zeiträume meist die ertragreichste Anlageform. Ohne das verbleibende Börsenrisko kann momentan das
Extra-Konto der ING-Diba, dass es auch für Minderjährige gibt, mit 2,25 Prozent für Neukunden immerhin knapp die Inflation auch für mehr als ein paar hundert Euro ausgleichen.
Außerdem gilt natürlich für die Sparguthaben der Kinder auch deren eigener Steuerfreibetrag.
Wer nach einem möglichst günstigen Girokonto zum Erlernen des modernen Geldumgangs sucht, kann mit dem
Top-Giro-young der Wüstenrot glücklich werden. Hier gibt es eine Prepaid-Kreditkarte sogar schon für siebenjährige Kinder kostenlos. Diese wird für das bargeldlose Shopping im Spielzeugladen oder im Internet mit einem Betrag durch die Eltern aufgeladen. Geht etwas schief, ist in aller Regel auch nur dieser Betrag weg und nicht mehr.
Fazit
Wer ein Konto für den Nachwuchs eröffnen möchte, sollte den Weg in die Filialen der bekannten regionalen Anbieter nicht scheuen. Für Kinder gibt es bei Raiffeisenbanken und Co. vor Ort oft die interessanteren Einsteiger-Angebote, die sich gerade für kleinere Beträge rechnen können. Dazu bemühen sich die lokalen Institute oft noch zusätzlich mit regelmäßigen Geschenken oder kindgerechten Aktionen um ihre jüngsten Kunden. Allerdings sollte man die Bedingungen der Angebote genau studieren, wie lange die guten Konditionen wirklich gelten und welche Gebühren zum Beispiel für Plastikgeld oder Auszugversand fällig werden können.
Wer nach langfristigen Möglichkeiten sucht, für Kinder Kapital aufzubauen, muss noch weiter vergleichen. Auch wenn mehr als ein paar hundert Euro sinnvoll geparkt werden sollen, empfiehlt sich auf jeden Fall ein Blick in unseren
Geldanlagerechner. Das rentiert sich unter dem Strich oft besser als so mancher Kinder-Köder. Und spätestens nach dem Erreichen der Volljährigkeit wird in aller Regel ein anderes Angebot sowieso günstiger sein.