12.03.2010   Startseite   RSS   Inhalt  

Ethische Banken

Gewissens-Girokonto ganz günstig

Wohltätige Banken, das klingt für viele nach einem Widerspruch in sich, aber das muss es nicht sein. Mit Anbietern von Ethik-, Umwelt- oder Ordensbank können Sie Geldgeschäfte mit einem besseren Gewissen abwickeln. Wann ein Kontowechsel moralisch und finanziell Sinn machen könnte.
Bank Umweltbank Ethik Geldanlage
Gewinnstreben allein scheint vielen Kunden keine ausreichende Geschäftsphilosophie mehr zu sein. Davon profitieren Institute, die auf moralische Ziele setzen: Die Ethikbank investiert etwa nur in ethisch-ökologische Dinge und verzichtet dabei auf Geschäfte, die zum Beispiel mit Militärwaffen, Atomkraft oder Kinderarbeit in Zusammenhang stehen. Die GLS Bank legt Geld in Projekten an, die sich mit regenerativen Energien, Ökolandbau oder Kultur befassen.

Ein ähnliches Konzept verfolgt auch die in Deutschland relativ neue Triodos Bank. Die Ordensbank richtet sich nach den Regeln des Franziskanerordens und die Steyler Bank lässt ihren Gewinn Missionsprojekten zukommen. Auch die evangelische KD-Bank richtet ihr Geschäftsgebaren an christlichen Werten aus. Das klingt vielversprechend, aber hat der Kunde mehr davon als ein gutes Gefühl?
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Das bringt die ethische Geldanlage

Im vergangenen Jahr konnten die „guten“ Banken Tausende von Neukunden gewinnen. „Das Bewusstsein, dass sich angesichts der sich zuspitzenden Probleme grundlegend etwas ändern muss, war nie so groß wie heute“, erklärt sich etwa GLS Vorstandssprecher Thomas Jorberg das Interesse an alternativen Bankangeboten. Ethisch, ökologisch oder sozial ausgerichtete Institute sind - unabhängig von der Moral – dabei durchaus konkurrenzfähig zu „normalen“ Instituten. Mit einem Dispozinssatz von derzeit 8,5 Prozent reiht sich zum Beispiel die Ethikbank im Konditionsvergleich weit im oberen Drittel ein.


Andererseits kosten schon allein die Gebühren für das Girokonto mit EC-Karte bei den moralischen Banken zwischen 15 und stolzen 70 Euro im Jahr und auch bei anderen Konditionen ist das gute nicht immer das günstige Gewissen. Ein Durchschnittskunde mit regelmäßigem Gehaltseingang und einem regelmäßigen Plus statt einem Minus auf dem Konto kommt in unserem Girorechner etwa bei der Ethikbank auf stolze 96,83 Euro im Jahr Gesamtausgaben. Bei der günstigsten „normalen“ Konkurrenz (DKB) würde er dagegen rund zehn Euro verdienen.

Das wirklich konkurrenzfähige und gebührenfreie Angebot der Noa-Bank  - inklusive EC-Karte, Kreditkarte und mit einem umwelt- und sozialverträglichen Anspruch - war anscheinend zu gefragt. Denn leider findet sich das Girokonto derzeit nicht auf der Website der Noa-Bank. Laut Kundenservice war "die Nachfrage zu groß" und das Produkt wird nach der "Lösung von Computerproblemen" erst in nächster Zeit wieder angeboten. Einen Termin gibt es dafür allerdings leider noch nicht.

Online-Girokonten
 
Online-Girokonto Kosten
pro Jahr
in Euro
Zins-
ertrag
in Euro
Dispo-
zins
Gut-
haben-
zins
Bargeld-
versorgung
 
DKB Deutsche Kreditbank
DKB-Cash   
+10,47  34,17 7,90% 0,5% weltweit
kostenlos
SKG Bank
SKG Cash 
+10,47  34,17 7,90% 0,5% weltweit
kostenlos
Bankhaus August Lenz
Konto Plus
+9,83  27,83 6,00% 0,00% 1.500
kostenlos
 
Netbank
giroLoyal   
+9,00  37,50 9,50% 2,25% weltweit
kostenlos
Noa Bank
Girokonto 
+8,17  36,67 9,50% 0,00% Euroraum
kostenlos
 
Voraussetzungen:
 regelmäßiger Geldeingang 3.000 Euro monatlich
 wird als Gehaltskonto genutzt
 durchschnittliches Guthaben von 2.500 Euro an 20 Tagen im Monat
 durchschnittliche Überziehung von 900 Euro an 10 Tagen im Monat
 EC-Karte und Partnerkarte
 Kreditkarte mit 2.000 Euro jährlichem Umsatz
 ein vorhandenes höherverzinsliches Zinskonto soll genutzt werden
 reines Online-Konto
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Ethische Banken
Seite 1: Gewissens-Girokonto ganz günstig
Florian Junker   25.02.2010

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Leserkommentare

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Kommentar:
09.12.2009 15:16 Uhr
Redaktion: Vielen Dank für den Hinweis
Grundsätzlich handelt es sich bei Cirrus laut Betreiber Mastercard um das Abwicklungssystem an Geldautomaten. Natürlich haben Sie Recht, dass es in der Praxis in den meisten deutschen Geschäften möglich ist auch damit direkt zu bezahlen. Im Ausland kann das auch öfter nicht klappen.
09.12.2009 08:03 Uhr
FrankP: Cirrus-Karte ist keine Abhebekarte
Schön, dass Sie meinen Hinweis auf die KD-Bank eingepflegt haben! Was Sie dabei über die Cirrus-Karte sagen, stimmt allerdings nicht ganz: Die Karte kann man in Deutschland wie die Maestro-Karte einsetzen und also auch bargeldlos zahlen. Ich habe damit als KD-Bank-Kunde und notorischer Kartenzahler bisher in keinem Geschäft Probleme gehabt. Lediglich im Ausland könnte es damit Probleme geben. Aber dort ist in der Regel ohnehin die Kreditkarte die bessere Alternative.
15.09.2009 13:42 Uhr
Redaktion: KD-Bank
Vielen Dank für den Hinweis auf das Angebot der KD-Bank. Die Konditionen für Privatkunden sind wirklich günstig und werden gleich in den Text mitaufgenommen. Wer sein Geld für kirchliche, soziale und nachhaltige Projekte bereitstellen möchte, ist hier sicher nicht schlecht aufgehoben. Auch das ethische Banken in Sachen Transparenz in der Regel eher vorbildlich sind, will niemand bestreiten. Ob und inwieweit allerdings die veröffentlichten geförderten Projekte im Sinne eines Kunden moralisch sinnvoll sind, bleibt trotzdem Vertrauenssache. Ihr Beispiel der katholischen Pax-Bank, die in Verhütungsmittelhersteller sowie Tabak- und Rüstungskonzerne investierte, gilt sicher nicht generell für alle anderen ethischen Banken, zeigt aber das grundsätzliche Problem.
14.09.2009 18:44 Uhr
FrankP: Irrtum
Die genannten ethischen Banken setzen auch hinsichtlich der Transparenz ihrer Anlagestrategien Maßstäbe. Kunden können also sehr genau überprüfen, wofür die Banken das ihnen anvertraute Geld investieren. Die von PvC kritisierten "Schau-Projekte" wird man darunter kaum finden, selbst wenn jüngst die Pax-Bank als Kirchenbank mit einem peinlichen Anlagefehler für Negativschlagzeilen sorgte. Apropos Kirchenbank: Die KD-Bank eG setzt als erste evangelische Kirchenbank einen Nachhaltigkeitsfilter ein - und bei ihr gibt's das Girokonto gratis, nur die ec-Karte schlägt mit 5 EUR pro Jahr zu Buche. Und der Dispozins liegt derzeit 7,5 %.
Foto: Phototom/Fotolia ID:2294
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