Wohltätige Banken, das klingt für viele nach einem Widerspruch in sich, aber das muss es nicht sein. Mit Anbietern von Ethik-, Umwelt- oder Ordensbank können Sie Geldgeschäfte mit einem besseren Gewissen abwickeln. Wann ein Kontowechsel moralisch und finanziell Sinn machen könnte.
Gewinnstreben allein scheint vielen Kunden keine ausreichende Geschäftsphilosophie mehr zu sein. Davon profitieren Institute, die auf moralische Ziele setzen: Die Ethikbank investiert etwa nur in ethisch-ökologische Dinge und verzichtet dabei auf Geschäfte, die zum Beispiel mit Militärwaffen, Atomkraft oder Kinderarbeit in Zusammenhang stehen. Die GLS Bank legt Geld in Projekten an, die sich mit regenerativen Energien, Ökolandbau oder Kultur befassen.
Ein ähnliches Konzept verfolgt auch die in Deutschland relativ neue Triodos Bank. Die Ordensbank richtet sich nach den Regeln des Franziskanerordens und die Steyler Bank lässt ihren Gewinn Missionsprojekten zukommen. Auch die evangelische KD-Bank richtet ihr Geschäftsgebaren an christlichen Werten aus. Das klingt vielversprechend, aber hat der Kunde mehr davon als ein gutes Gefühl?
Das bringt die ethische Geldanlage
Im vergangenen Jahr konnten die „guten“ Banken Tausende von Neukunden gewinnen. „Das Bewusstsein, dass sich angesichts der sich zuspitzenden Probleme grundlegend etwas ändern muss, war nie so groß wie heute“, erklärt sich etwa GLS Vorstandssprecher Thomas Jorberg das Interesse an alternativen Bankangeboten. Ethisch, ökologisch oder sozial ausgerichtete Institute sind - unabhängig von der Moral – dabei durchaus konkurrenzfähig zu „normalen“ Instituten. Mit einem Dispozinssatz von derzeit 8,5 Prozent reiht sich zum Beispiel die Ethikbank im Konditionsvergleich weit im oberen Drittel ein.
Andererseits kosten schon allein die Gebühren für das Girokonto mit EC-Karte bei den moralischen Banken zwischen 15 und stolzen 70 Euro im Jahr und auch bei anderen Konditionen ist das gute nicht immer das günstige Gewissen. Ein Durchschnittskunde mit regelmäßigem Gehaltseingang und einem regelmäßigen Plus statt einem Minus auf dem Konto kommt in unserem Girorechner etwa bei der Ethikbank auf stolze 96,83 Euro im Jahr Gesamtausgaben. Bei der günstigsten „normalen“ Konkurrenz (DKB) würde er dagegen rund zehn Euro verdienen.
Das wirklich konkurrenzfähige und gebührenfreie Angebot der Noa-Bank - inklusive EC-Karte, Kreditkarte und mit einem umwelt- und sozialverträglichen Anspruch - war anscheinend zu gefragt. Denn leider findet sich das Girokonto derzeit nicht auf der Website der Noa-Bank. Laut Kundenservice war "die Nachfrage zu groß" und das Produkt wird nach der "Lösung von Computerproblemen" erst in nächster Zeit wieder angeboten. Einen Termin gibt es dafür allerdings leider noch nicht.