Baugeld
Nachteil Nachfinanzierung?
13.01.2012
Von Florian Junker
Bauvorhaben werden in aller Regel immer teurer als geplant. Was Bauherren beachten sollten, damit das Geld am Ende reicht und welche Tricks helfen, wenn dennoch das Baugeld etwas zu knapp wird.
Alles wird teurer, das gilt nicht nur für Großbauprojekte wie den Stuttgarter Bahnhof, sondern auch sehr oft für Privatleute, die Häuser neu bauen oder Altbauten aufwendig modernisieren. Egal, ob das gewünschte Badezimmer doch etwas exklusiver werden soll, plötzlich bei der Renovierung uralte Mängel auftauchen oder ein Wintersturm die halbe Baustelle verwüstet: Nur in ganz seltenen Fällen werden die Kostenschätzungen von Architekten, Handwerkern und Co. am Ende unterschritten.
Bei den allermeisten Bauvorhaben wird es dafür unterm Strich teurer. Für Bauherren, die ihren Kreditrahmen bereits ausgeschöpft haben, kann es jetzt schwierig werden. Trotz noch immer eher niedriger Baugeldzinsen ist eine Nachfinanzierung meist nur zu relativ schlechten Konditionen möglich und den Kunden bleibt kaum Auswahl.
Nachteil Nachrang
Denn bei der ursprünglichen Baufinanzierung wird die Bank meist auch als erstrangiger Gläubiger im Grundbuch eingetragen. Das heißt, kommt der Häuslebauer seinen Verpflichtungen nicht nach und das Gebäude wird irgendwann zwangsversteigert, wird dieses Institut zuerst bedient. Andere Banken haben deswegen nur wenig Interesse, ein nachrangiges Darlehen zu vergeben und winken meist ab. Deswegen bleibt dem Kunden grundsätzlich nicht viel Auswahl und er muss in der Regel das Gespräch mit seinem bisherigen Immobilienfinanzierer suchen.
War der ursprüngliche Kredit allerdings schon nahe an der Beleihungsgrenze, also entspricht die Höhe des bisherigen Darlehens schon dem von der Bank angenommenen Wert des Gebäudes, kann es auch hier schwierig werden. Aber selbst wenn es noch Spielraum gibt, ist man nicht in der besten Verhandlungsposition. Da es für das Nachfinanzierungs-Darlehen praktisch keine Konkurrenz gibt, kann das Institut die Konditionen fast beliebig vorgeben und trotz des allgemeinen Zinstiefs werden oft Aufschläge von 0,5 bis 1,5 Prozentpunkte im Vergleich zu einer Erstfinanzierung verlangt. Hinzu kommen eventuell noch Kosten für die Kreditbearbeitung, erneute Kostenschätzung durch einen Architekten oder Grundbucheintrag. Deswegen bauen schlaue Bauherren von Anfang an vor.
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