Wer kennt das nicht: Unzählige Werbemails verstopfen den Internet-Briefkasten mit Angeboten für Glückspiele, Medikamente, gefälschte Uhren und dergleichen. Mit einer Zweitadresse oder temporären Adresse landen viele Störer schnell im Abseits.
Nur jeder Dritte nutzt im Internet zwei oder mehr private E-Mail-Adressen. Das ergab eine repräsentative Studie im Auftrag des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM). Ein Fehler, denn die Erfahrung zeigt: Wer viel durchs Internet surft, wird häufig dazu aufgefordert, seine E-Mail-Adresse zu nennen. So ist es beispielsweise bei Online-Bestellungen unerlässlich, neben den persönlichen Kontaktdaten auch die E-Mail-Adresse anzugeben.
In den Foren im Netz ist es notwendig, sich per E-Mail zu registrieren, um mit dabei zu sein. Und auf vielen Informations- und Nachrichtenseiten gibt es die Funktion, einen interessanten Beitrag an einen Bekannten weiterzuschicken – vorausgesetzt, man trägt neben der Adresse des Empfängers auch die eigene in ein Formular ein. "Eine anonyme E-Mail-Adresse zusätzlich zur offiziellen Adresse ist sinnvoll, insbesondere für die Anmeldung bei kostenlosen Diensten wie Foren und Newslettern. Sollten Phishing- oder Werbemails den Posteingang überschwemmen, können Nutzer diese Adresse einfach löschen und sich eine neue Zweitadresse besorgen", rät daher August-Wilhelm Scheer, Präsident von BITKOM.
Hier bieten sich zwei Lösungsvarianten an
- Man richtet sich bei einem freien Anbieter im Netz zusätzlich eine oder mehrere E-Mail-Adressen ein. Bei Anbietern wie Web.de, Yahoo, Google oder Gmx beispielsweise gibt es diese Dienstleistung kostenlos. Für Registrierungen auf Webseiten, Internet-Einkäufen und in den Foren nutzt man dann ausschließlich diese alternativen Adressen. In der Regel prüfen die Provider bereits durch Online-Filter die Maileingänge gegen Spam und sortieren von sich aus bereits viel Werbung aus. Kommen im Laufe der Zeit trotzdem zu viele Spam-Mails über eine solche Adresse rein, löscht man die Adresse einfach und erstellt sich eine neue.
- Nützlich für den einmaligen Gebrauch sind auch so genannte Wegwerf-E-Mail-Adressen. So eine Adresse lässt sich zum Beispiel bei Trashmail.net einrichten. Von dort wird dann lediglich eine genau einstellbare Anzahl an Mails an die „richtige“ Mail-Adresse weiterleitet. Wurde die Anzahl der Weiterleitungen erreicht, löscht Trashmail die temporäre E-Mail-Adresse automatisch. Jede weitere neue E-Mail wie Spam, Newsletter oder sonstiges läuft dann ins Leere. Wahlweise lässt sich auch eine Gültigkeitsdauer von einer Woche oder mehreren Monaten herstellen. So bleibt die eigentliche Haupt-Adresse vertraulich.
Nie auf Spam-Mails antworten
Tunlichst vermeiden sollte man, seinem Ärger mit einem harschem Antwort-Email an einen Spamversender Luft zu machen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt, grundsätzlich nie auf diese Werbebotschaften zu antworten. „Oft enthalten solche Mails eine Anmerkung nach dem Muster: ,Klicken Sie hier, wenn Sie keine weiteren Mails mehr von uns erhalten möchten'“. Doch gerade solch ein Bestätigungsschreiben belegt dem Versender, dass die Reklame-Mail angekommen ist. „Das macht die Adresse für den Weiterverkauf noch wertvoller“, warnen die BSI-Experten.