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Unerwünschte Mails

Zweite E-Mail-Adresse schützt

28.07.2009
Von Fritz Himmel
Wer kennt das nicht: Unzählige Werbemails verstopfen den Internet-Briefkasten mit Angeboten für Glückspiele, Medikamente, gefälschte Uhren und dergleichen. Mit einer Zweitadresse oder temporären Adresse landen viele Störer schnell im Abseits.
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Nur jeder Dritte nutzt im Internet zwei oder mehr private E-Mail-Adressen. Das ergab eine repräsentative Studie im Auftrag des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM). Ein Fehler, denn die Erfahrung zeigt: Wer viel durchs Internet surft, wird häufig dazu aufgefordert, seine E-Mail-Adresse zu nennen. So ist es beispielsweise bei Online-Bestellungen unerlässlich, neben den persönlichen Kontaktdaten auch die E-Mail-Adresse anzugeben.
In den Foren im Netz ist es notwendig, sich per E-Mail zu registrieren, um mit dabei zu sein. Und auf vielen Informations- und Nachrichtenseiten gibt es die Funktion, einen interessanten Beitrag an einen Bekannten weiterzuschicken – vorausgesetzt, man trägt neben der Adresse des Empfängers auch die eigene in ein Formular ein. "Eine anonyme E-Mail-Adresse zusätzlich zur offiziellen Adresse ist sinnvoll, insbesondere für die Anmeldung bei kostenlosen Diensten wie Foren und Newslettern. Sollten Phishing- oder Werbemails den Posteingang überschwemmen, können Nutzer diese Adresse einfach löschen und sich eine neue Zweitadresse besorgen", rät daher August-Wilhelm Scheer, Präsident von BITKOM.

Hier bieten sich zwei Lösungsvarianten an

  • Man richtet sich bei einem freien Anbieter im Netz zusätzlich eine oder mehrere E-Mail-Adressen ein. Bei Anbietern wie Web.de, Yahoo, Google oder Gmx beispielsweise gibt es diese Dienstleistung kostenlos. Für Registrierungen auf Webseiten, Internet-Einkäufen und in den Foren nutzt man dann ausschließlich diese alternativen Adressen. In der Regel prüfen die Provider bereits durch Online-Filter die Maileingänge gegen Spam und sortieren von sich aus bereits viel Werbung aus. Kommen im Laufe der Zeit trotzdem zu viele Spam-Mails über eine solche Adresse rein, löscht man die Adresse einfach und erstellt sich eine neue.
  • Nützlich für den einmaligen Gebrauch sind auch so genannte Wegwerf-E-Mail-Adressen. So eine Adresse lässt sich zum Beispiel bei Trashmail.net einrichten. Von dort wird dann lediglich eine genau einstellbare Anzahl an Mails an die „richtige“ Mail-Adresse weiterleitet. Wurde die Anzahl der Weiterleitungen erreicht, löscht Trashmail die temporäre E-Mail-Adresse automatisch. Jede weitere neue E-Mail wie Spam, Newsletter oder sonstiges läuft dann ins Leere. Wahlweise lässt sich auch eine Gültigkeitsdauer von einer Woche oder mehreren Monaten herstellen. So bleibt die eigentliche Haupt-Adresse vertraulich.

Nie auf Spam-Mails antworten

Tunlichst vermeiden sollte man, seinem Ärger mit einem harschem Antwort-Email an einen Spamversender Luft zu machen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt, grundsätzlich nie auf diese Werbebotschaften zu antworten. „Oft enthalten solche Mails eine Anmerkung nach dem Muster: ,Klicken Sie hier, wenn Sie keine weiteren Mails mehr von uns erhalten möchten'“. Doch gerade solch ein Bestätigungsschreiben belegt dem Versender, dass die Reklame-Mail angekommen ist. „Das macht die Adresse für den Weiterverkauf noch wertvoller“, warnen die BSI-Experten.
 

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Leserkommentare

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01.10.2009 21:38 Uhr
Matthias:
Vielen Dank für diesen wertvollen Artikel!

Wir werden so rasch wie möglich auf diese Weise verfahren, was bei so vielen Kontakten ziemlich schwierig ist - gerade bei erwünschter Erreichbarkeit von seriösen Absendern.
Was aber ist zu tun, wenn die E-Mail-Adresse von Privatpersonen für Belästigung und Attacken mißbraucht wird?

An GMX schrieben wir vor kurzem die folgende Mail:

Guten Tag,
kennen Sie das Phänomen in Richtung "Stalking" - auf E-Mails bezogen? Zunächst haben wir sämtliche Hilfethemen (auch Faq) durchgesehen - leider vergeblich. Daher dieses Schreiben: Wir haben zwei Adressen in Ihre "Black List" eingetragen. Trotzdem erhalten wir von einer der beiden Personen, die zur Zeit völlig grundlos und unberechtigt auf uns "Psychoterror" ausüben, erneut E-Mails - diesmal mit einer anderen, leicht veränderten E-Mail-Absender-Adresse (sonst wäre sie ja wohl abgeblockt worden). Der entsprechenden Person haben wir selbst unsere E-Mail Adresse in keiner Form gegeben, er hat sie sich u.W. durch unbefugtes oder stillschweigend geduldetes Verwenden eines Computers einer anderen Empfänger-Person angeeignet bzw. sich ihrer bemächtigt. Die letzten beiden E-Mails wurden zwar über das Programm abgerufen, wir haben sie aber bewußt nicht angesehen, möchten aber auch nicht, daß Sie in unserem Bestand im PC oder bei Ihnen - wo auch immer - auftauchen, zumal sie Rufmord-Charakter haben, was besonders schlimm ist, da wir jahrzehntelang ehrenamtlich in einem sensiblen sozialen Bereich tätig sind.

1. Wie kann man sich dagegen schützen?
2. Welche Möglichkeiten bieten Sie an?
3. Erfüllt diese Tatsache einen Tatbestand eines Rechtsverstoßes o.ä.?
4. Kann man die E-Mails auch zurücksenden - etwa so wie bei der Post mit dem Vermerk "Ungelesen" und/oder "Annahme verweigert"?

Bitte antworten Sie sehr bald und teilen Sie uns eine praktikable und wirkungsvolle Lösung mit, da wir schon monatelang auch anderweitig grausam von diesen Personen attackiert werden.

Für Ihre Bemühungen danken wir Ihnen im voraus.
Freundliche Grüße"

Zurück kam nur der Hinweis: "keine Antwort möglich". In deren "FAQ"-
Textbausteinen gibt es auch keinen Rat.
Foto: Michael Kappeler/ddp ID:2027
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