Moderne Mobilfunkgeräte lassen ihre Nutzer nicht nur mobil surfen, E-Mails schreiben, fotografieren und Musik abspielen – viele können sogar mit Hilfe von GPS den genauen Standort ermitteln und als Navigationsgerät dienen. Leider bieten sich daher auch für Schnüffler ideale Bedingungen.
Sobald ein Handy den eigenen Standort kennt, können auch andere auf diese Information zugreifen. Im Internet kursiert Spionage-Software, die den Standort eines Handy-Nutzers weiterleitet, ohne dass dieser das mitbekommt. Die Handys bleiben dann aktiv, obwohl sie scheinbar ausgeschaltet sind. Hinweise auf ungewöhnliche Aktivitäten können sein, wenn der Akku schneller leer ist, das Handy warm ist oder – an einen eingeschalteten Lautsprecher gehalten – brummt.
Wie der Spion auf das Handy kommt
Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine solche Software auf das Handy zu bekommen – meistens per E-Mail-Anhang oder SMS und anschließendem Download. Wie beim Computer auch, sollte man deshalb mit seinem Handy nur Dateien bekannter Absender öffnen und keine unbekannte Software herunterladen. Das ist auch deshalb wichtig, weil inzwischen bereits Handy-Viren im Umlauf sind.
Die dritte Möglichkeit, eine Spionagesoftware aufs Handy zu bekommen ist die, dass ein Dritter das Programm direkt installiert. Wer besonders wertvolle Firmeninformationen oder einen extrem eifersüchtigen Partner hat, sollte sich deshalb gut überlegen, wem er das Gerät anvertraut. Die amerikanische CERT (Computer Emergency Readiness Team) warnt davor, sein Blackberry aus der Hand zu geben. Grund für die Warnung war die frei verfügbare Software Phonesnoop, mit der das Gerät sich in eine Wanze verwandeln lässt.
Nach der Installation genügt ein Anruf von einer vorher festgelegten Nummer, um das Spionage-Programm einzuschalten und die im Raum geführten Gespräche mitzuhören.
Passwort schützt
Das Programm selbst versteckt sich nicht – eine versehentliche Installation ist deshalb so gut wie ausgeschlossen. Generell empfiehlt es sich, sein Handy mit einem Passwort zu versehen, damit Fremde nicht ungestört das Gerät manipulieren können. Manchmal kommt der Spionage-Angriff von ungeahnter Stelle: Mitte dieses Jahres versuchte der führende Mobilfunkanbieter in den Vereinigten Arabischen Emiraten Etisalat seinen Blackberry-Kunden ein Software-Update anzudrehen, der sich dann als Schnüffel-Programm entpuppte. Die Firma F-Secure verkauft ein Antiviren-Programm mit einer Firewall für W-LAN-Handys für 34,95 Euro (Lizenz für ein Jahr).