Mit kleinen Tasten, tausend Funktionen und winzigen Abbildungen auf dem Display sind moderne Handys für ältere Menschen häufig eine Zumutung. Als Alternative etablieren sich – neben den sogenannten „Einfach-Handys“ – immer mehr Modelle, die auf die Bedürfnisse der älteren Generation abgestimmt sind.
Surfen, SMSen, E-Mails empfangen, schreiben und verwalten, Fotos machen und Musik abspielen, Termine verwalten und Notizen aufbewahren: Moderne Handys können fast alles. Wer allerdings nur telefonieren möchte, den kann die schiere Funktionsvielfalt schon an den Rand der Verzweiflung treiben – ganz zu schweigen von winzigen Tasten und miniaturisierten Display-Darstellungen. Wer ein schlichtes, gut zu bedienendes und einfach abzulesendes Mobiltelefon sucht, wird daher nur im Ausnahmefall bei den Standardmodellen fündig.
Stattdessen kommen immer mehr Modelle auf den Markt, die speziell auf eine ältere Nutzergeneration und deren veränderte Ansprüche an ein Mobiltelefon zugeschnitten sind. Der eher negativ besetzte Begriff „Seniorenhandy“ geht dabei fehl – denn das, was „Seniorenhandys“ besonders gut können sollten, dürfte durchaus auch für manchen jüngeren Nutzer von Interesse sein.
Einfach besser zu bedienen
Im Mittelpunkt steht dabei die Bedienbarkeit der Geräte. Je einfacher, desto besser: Große Tasten, ein gut ablesbares Display und eine klare Menüführung erleichtern den Umgang mit der Technik erheblich. Je nach körperlicher Fitness (motorische Schwächen, eingeschränktes Seh- oder Hörvermögen) legen einzelne Nutzer auf bestimmte Aspekte mehr Wert als auf andere. Deshalb sollte man sich vor dem Kauf zunächst darüber klar werden, was für einen selbst wichtig ist (siehe Tipps). Wer die in Frage kommenden Handys im Laden ausprobiert, kann sich davon überzeugen, dass sie den eigenen Ansprüchen genügen – oder eben nicht.
So kommt man auch möglicherweise entscheidenden Ärgernissen auf die Schliche: Die Stiftung Warentest stellte zum Beispiel kürzlich bei einer Prüfung von insgesamt 15 Seniorenhandys fest, dass manche der mobilen Geräte nur eine bestimmte Anzahl an Ziffern anzeigen können. Das reicht für die meisten Telefonnummern aus, aber eben nicht für alle – bei Auslandstelefonaten etwa können längere Zahlenkolonnen anfallen. Häufig fielen Telefone durch ein kompliziertes Menü negativ auf, und in Einzelfällen war die Gebrauchsanleitung schlicht „mangelhaft“ – warum darauf im Hinblick auf die avisierte Zielgruppe nicht mehr Wert gelegt wird, ist unverständlich. Ebenfalls ärgerlich: Es gibt keinen einheitlichen Platz für die Notruftaste. Bei manchen Handys ist sie in der Mitte platziert, bei anderen auf der Rückseite – und damit manchmal leider dort, wo sie entweder stört, versehentlich betätigt werden kann oder gar nicht auffällt. Insgesamt fiel das Fazit der Warentester in dieser Hinsicht ernüchternd aus: Nur zwei Geräte boten eine gute Handhabung, der Rest war allenfalls „befriedigend“. In sechs Fällen führte eine fragwürdige Gebrauchsanleitung zu einer schlechteren Note.
Die Zeiten, in denen ein Seniorenhandy mehr nach Hilfsmittel als nach Mobiltelefon aussah, scheinen endgültig vorbei zu sein. So hat der Hersteller Emporia unlängst zwei neue Modelle angekündigt, von denen eines durch seine Ästhetik („Emporia Elegance“) besticht, das andere durch seine Robustheit (das wasser- und schmutzresistente „Emporia Solid“). Und auch dem kürzlich vorgestellten „Auro 2010“ sieht man an, dass seine Macher Wert auf ein ansprechendes Äußeres gelegt haben.
Zum besten Handy erklärten die Tester übrigens das „Doro Phone Easy 410 gsm“. Begründung: Das Telefon (ab ca. 115 Euro) biete ein einfaches Menü, gute Handhabung und einen guten Notruf. Außerdem sei es stabil und auch für Personen mit Seh-, Hör- oder Motorikschwäche geeignet. Auf Platz zwei landete das „Emporia Lifeplus“ (ab ca. 120 Euro) vor dem Amplicom Powertel M5010 (ab ca. 65 Euro).
Den gesamten Test gibt es hier.