Dank moderner Datentechnik können Urlaubseindrücke per Handy in Echtzeit mit den Daheimgebliebenen geteilt werden. Allerdings sind das Versenden von Text-Nachrichten und Bildern wie auch das Telefonieren im Ausland wesentlich teurer als in Deutschland. Sowohl beim Anrufen als auch beim Annehmen von Gesprächen sind Gebühren fällig.
Innerhalb der Europäischen Union gelten Preisobergrenzen für das sogenannte Roaming, also das Telefonieren im Ausland mit dem eigenen Handy im fremden Mobilfunknetz. Seit Juli 2009 zahlen Handy-Nutzer in einem EU-Land maximal 51 Cent pro Minute für Anrufe nach Deutschland. Wenn sie ein Gespräch annehmen, kostet das höchstens 23 Cent pro Minute. Für den Versand von Kurzmitteilungen dürfen maximal 13 Cent berechnet werden, für das mobile Surfen gilt eine Preisobergrenze von 1,19 Euro pro MB (alle Preisangaben inklusive Mehrwertsteuer).
Die von der EU vorgeschriebenen Obergrenzen gelten nur, wenn der Handy-Inhaber keinen speziellen Auslandstarif gebucht hat. „Die Kunden können auf Wunsch aber in den von der EU vorgegebenen Euro-Tarif wechseln“, sagt Helga Zander-Hayat, Telekommunikations-Expertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Aber aufgepasst: Die verbindlichen Vorgaben gelten nur innerhalb der Europäischen Union. Zumindest die Sprachtarife in Nicht-EU-Ländern sind aber inzwischen recht übersichtlich geworden. Die meisten Anbieter haben drei Weltzonen eingerichtet, in denen jeweils feste Minutenpreise gelten.
Mit zubuchbaren Optionen Geld sparen
T-Mobile-Kunden zahlen für Anrufe aus den USA nach Deutschland 1,49 Euro pro Minute, rufen sie aus China an, wird im Standard-Roaming ein Minutenpreis von 2,99 Euro fällig. Bei E-Plus liegt der Minutenpreise für Anrufe aus den USA bei 1,49 Cent, in China fallen 2,49 Euro pro Minute an. „Je nach Reiseland und Art der Handy-Nutzung kann es sich lohnen, eines der speziellen Auslands-Angebote der Mobilfunkbetreiber zu nutzen“, sagt die Verbraucherschützerin. Mit dem „Reiseversprechen“ von Vodafone telefoniert man beispielsweise in insgesamt 36 Ländern zum gleichen Preis wie in Deutschland plus 75 Cent pro Anruf. Für angenommene Gespräche werden ebenfalls jeweils 75 Cent abgerechnet. Generell gilt: Vor der Buchung einer Auslands-Option sollten Handy-Kunden überprüfen, ob ihre gewünschten Reiseländer im Angebot enthalten sind und ob sie mit dem Standard-Roaming-Tarif vielleicht günstiger telefonieren.
Wer im Reiseland eine Prepaid-Sim-Karte kauft und ins eigene Handy einlegt, zahlt für ankommende Gespräche generell keine Gebühren. Allerdings müssen die Anrufer dann tiefer in die Tasche greifen. Wer das vermeiden will, kann auch über einen auf Auslandsgespräche spezialisierten Discount-Anbieter wie Sunsim oder Tourist Mobile telefonieren. Die Gesprächskosten sind in der Regel wesentlich günstiger als bei den Netzbetreibern, dafür müssen die Kunden aber das so genannte Callback-Verfahren nutzen, also die gewünschte Nummer wählen und dann kurz auf den automatisierten Rückruf warten.